Fantasy / Horror / Sci-Fi · Halloween-Special 2017 · Klassiker · Rezensionen

Rezension „Der kosmische Schrecken“ von H.P. Lovecraft ★★★★★

Eine Hommage an H.P. Lovecraft, den Meister des Fantastischen und Grotesken des frühen 20. Jahrhunderts

lovecraft autor
© AP Photo/Brown University Library

Informationen zum Autor:
Howard Phillips Lovecraft ( * 20.08. 1890 in Rhode Island, Vereinigte Staaten / + 15. März 1937 in Rhode Island, Vereinigte Staaten) war ein amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als einer der weltweit einflussreichsten Autoren im Bereich der phantastischen und anspruchsvollen Horrorliteratur (Wikipedia)

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Wenn man einen Faible für klassischen Horror und SciFi hat, kommt man an H.P. Lovecraft nicht vorbei. Dieser war seiner Zeit meilenweit voraus, ein Visionär und Phantast der durch seine Worte das Grauen bildhaft werden lässt. Ein Autor der noch  heute sowohl Autoren als auch Regisseure inspiriert.
Heutzutage würde man ihn als Nerd bezeichnen, doch zu seiner Zeit war Lovecraft ein Außenseiter der belächelt und oft nicht für voll genommen wurde und sich gerne in die Welt der Bücher zurückzog. In seinen Büchern verarbeitete er seine Ängste, Träume und Phantasien und so entstanden Geschichten des Grauens mit wundersamen Wesen und auch Aliens. Doch wären diese Geschichten auch entstanden, wenn Lovecraft kein belächelter Außenseiter gewesen wäre? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Sicher ist, daß er mit genau diesen belächelten Stories in die Geschichte einging.
Ich liebte seine Kurzgeschichten schon als Jugendliche, eben weil sie gruselig, phantastisch und teils sowas von abgedreht sind. Für mich wurde es Zeit sich neue Ausgaben von diesem Autor zu zulegen, denn meine Lovecraft-Bücher aus der Jugendzeit hatte ich schon lange nicht mehr. Mit meiner Entscheidung diese aus dem Festa Verlag zu beziehen war goldrichtig, denn diese hochwertige Aufmachung wird dem Meister des Fantastischen mehr als nur gerecht – Hardcover mit Schutzumschlag in Lederoptik und Lesebändchen. So lässt sich H.P. Lovecraft gebührend lesen.

Das vorliegende Buch ist der 1. von 6 Bänden und beinhaltet diese Geschichten:

  •  „Ratten im Gemäuer“ – Old-School-Grusel vom Feinsten, welcher in einem uralten Herrenhaus Englands spielt unter dem sich Unaussprechliches befindet.
  •  „Das Ding auf der Schwelle“ – manipulatives Hexenwerk und ein Geheimbund sind hier am Start und beschert dem Leser feinste Gänsehaut
  •  „Dagon“ – Die Horrorversion der kleinen Meerjungfrau oder war es doch nur ein wahnsinniger Traum eines dehydrierten Schiffsbrüchigen?
  •  „Der Flüsterer im Dunkeln“ – ein SciFi mit einer ganz anderen Art von Aliens und wie es dazu kam, dass Pluto entdeckt wurde. Vorlage für den Film „Das Ding aus einer anderen Welt“.
  •  „Der Außenseiter“ – eine gruselige Selbsterkenntnis in einem düsteren und unheimlichen Setting. Die Vorlage für den Film „Castle Freak“
  • „Der Schatten über Innsmouth“ – eines seiner Meisterwerke und in gewisser Weise der 2. Teil von „Dagon“

Weiters beinhaltet dieser Band:

  •  Anmerkungen zu „Der Schatten über Innsmouth“
  • Lovecrafts Notizen zu „Der Schatten über Innsmouth“
  • Verworfene Fassung von „Der Schatten über Innsmouth“

Dadurch erhält man kleine und interessante Einblicke in Lovecraft’s Leben, die Entstehung und auch die Veröffentlichung eines seiner Werke.

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Der Schreibstil ist typisch für die damalige Zeit – lange Schachtelsätze und auch ebenso lange und ausführliche Dialoge mit eingearbeiteten Dialekten. Doch auch hier hebt sich Lovecraft bereits von anderen Autoren seiner Zeit ab, indem er Dinge, die keinerlei Einfluss auf die Handlung haben, einfach nicht in seine Geschichte einbaut. Das hat den Vorteil, daß keinerlei Längen aufkommen, ja erst überhaupt nicht entstehen können. Dazumal war das jedoch ein regelrechter literarischer Fauxpas. Hat man sich also erstmal an die langen Schachtelsätze gewöhnt, beginnt der pure Genuß des Eintauchens in die fantastische, gruselige und groteske Welt H.P. Lovecrafts.

Der Erzählstil ist immer gleich und ebenso ein Merkmal damaliger Zeit und zwar in der Form des Ich-Erzählers. Dadurch bekommt man das Gefühl, daß einem die Geschichten von jemandem erzählt werden, der dies wahrlich alles selbst erlebt und durchgemacht hat. Alleine diese Erzählweise steigert die gruselige Atmosphäre. Die unheimliche Atmosphäre wird aber auch durch Lovecrafts Eigenschaft das innere, sowie auch das äußere Grauen zu verknüpfen und dies so bildhaft zu beschreiben, um beim Leser Bilder entstehen zu lassen – grauenhafte Bilder.
Die Spannung kommt dabei ebenfalls nicht zu kurz, wobei auch die Neugierde des Lesers immerzu angestachelt wird.
Manche seiner Geschichten beinhalten Anspielungen und/oder Verknüpfungen zu anderen seiner Werke und er baut diese geschickt in die Handlung mit ein, wie z.B.: Personen und Städte. Manche von Euch werden dies auch von Stephen King kennen. Dies erhöht in gewisser Weise den Reiz die Geschichten zu lesen, ja sie sogar mehrmals zu lesen.

Man erkennt auch, daß Lovecraft ein wahrer Fan von E.A. Poe war, da dieser, in welcher Weise auch immer, mehrmals in den Stories erwähnt wird. Auch andere Autoren des Grusel-Genres wie Bulwer, Baudelaire, Milton, Dante, etc., finden in seinen Geschichten Anerkennung.

Fazit:
Für Lovecraft-Fans und Liebhaber literarischer Klassiker ist diese hochwertige und schöne Ausgabe aus dem Festa-Verlag ein Muss.
Eine regelrechte Hommage an den Meister des Fantastischen und Grotesken aus dem frühen 20. Jahrhundert. Von daher gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung und auch die weiteren Teile dieser Reihe werden mit Sicherheit noch den Weg in mein Regal finden.

© Pink Anemone

Weitere Produktinformationen:

festa
Wenn Lesen zur Mutprobe wird…oder wie ich gerne zu sagen pflege „Ist es zu stark, bist du zu schwach“

 

  • Gebundene Ausgabe: 316 Seiten
  • Verlag: Festa; Auflage: 3., Aufl. (4. Mai 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3935822685
  • ISBN-13: 978-3935822688
  • Originaltitel: The Shadow over Innsmouth
  • Preis: 24,00€
41p7u-0s6JL._SX311_BO1,204,203,200_
Erhältlich z.B. bei Amazon

 

 

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4 Kommentare zu „Rezension „Der kosmische Schrecken“ von H.P. Lovecraft ★★★★★

  1. ich bin ja angefixt von der Lovecraft Ausgabe, die der TOR Verlag (?) jetzt rausgebracht hat :3 Noch hab ich mir von ihm nix geholt. Bin eher an dem Cthulu Zyklus interessiert, als an den Sammelbänden, wir du ihn hier gelesen hast von Festa. 😀

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