Rezensionen · Sachbücher/Biographien

Rezension „Bruce Dickinson – Die Autobiografie“ ★★★★★

Selten konnte mich eine Autobiografie so packen und gut unterhalten. Eine Autobiografie wie der Autor selbst – außerordentlich humorvoll mit viel Selbstironie, aber auch direkt und schonungslos ehrlich zugleich.

Seit ich denken kann bin ich ein Fan von Rock und Metal. Wenn man so durch meine CD-Sammlung und Musikliste stöbert, könnte man, bis auf paar wenige Ausnahmen, meinen ich würde nur Bands aus England und skandinavischen Ländern kennen. Da steckt jedoch keinerlei Absicht dahinter. Die Bands von dort oben sind wohl einfach nur verdammt gut.

Angefangen hat es bei mir mit Metallica (die Ausnahme, welche einfach genannt werden MUSS), Iron Maiden, Sisters of Mercy, Judas Priest, Motörhead. Weiter ging es mit Paradise Lost, viele Bands an deren Name ich mich nicht mehr erinnere und wieder Metallica und Iron Maiden. Gegen Ende hinzugekommen sind Abstorm, Bullet for My Valentine, Bring me the Horizon, etc….geblieben sind weiterhin Metallica und Iron Maiden. Ihr seht – diese zwei Bands begleiten mich also schon nahezu mein ganzes Leben (hier beschränkte ich mich auf die britischen Bands, außer Metallica).
Es gibt auch durchaus verdammt gute Bands aus Deutschland, Skandinavien und den USA, aber das würde hier sonst sowas von ausufern.

Als im Oktober die englische Veröffentlichung der Autobiografie von Bruce Dickinson erfolgte freute ich mich wie ein headbangender Wichtel.
Da mein Englisch gerade mal für „Harry Potter“ reicht, fieberte ich also der deutschen Ausgabe entgegen, die nicht lange auf sich warten ließ. Seit November auf meiner WL und dann entdeckte ich das Buch voller Freude auf dem Bloggerportal, bewarb mich natürlich umgehend dafür und es wurde bewilligt – WOOOHOOOO!!
Anbei vielen Dank an die Randomhaus-Verlagsgruppe und das Bloggerportal. Ihr habt mir damit eine unglaubliche Freude gemacht. Als ich das Buch schließlich in den Händen hielt, war ich dann komplett aus dem Häusel.
Doch ist diese Autobiografie auch wirklich so gut wie ich hoffte? Jaaa, sie ist sogar noch viel, viel besser! Und somit begeben wir uns zu meiner Rezension…

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Vom gottesfürchtigen Chorknaben zum Frontsänger von Iron Maiden

Bruce Dickinson 7
© Pink Anemone

Bruce Dickinson ist ein einzigartiges Universalgenie. Er ist seit über fünfunddreißig Jahren gefeierter Sänger der erfolgreichsten Heavy-Metal-Band der Welt – Iron Maiden. Er ist gleichzeitig Pilot (er fliegt die Ed Force One, die bandeigene 747!), Motivationsredner, Drehbuch- und Romanautor, Radiomoderator und war jahrelang erstklassiger Fechter auf Weltklasseniveau. Von seinen Fans wird er regelrecht verehrt. Jetzt erzählt er die besten Geschichten aus seinem abenteuerlichen Leben, darin schreibt er auch über seinen dramatischen Kampf gegen den Zungenkrebs, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte.

Iron Maiden sind mit über 90 Millionen verkauften Alben und über 2.000 Konzerten eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Bruce Dickinson ist darüber hinaus auch als Solokünstler regelmäßig in den Charts zu finden. Seine Memoiren hat er handschriftlich selbst verfasst…(Klappentext)

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Bruce Dickinson 4
© Pink Anemone

Die Band „Iron Maiden“ begleitet mich schon nahezu mein ganzes Leben  – von meiner rebellischen Jugend ausgehend bis heute, noch immer etwas rebellisch, aber zumindest etwas ruhiger geworden. Ich bin also Iron Maiden-Fan durch und durch. Daher war diese Autobiografie für mich Pflicht und ich muss gestehen, ich bin mehr als nur positiv überrascht, sondern regelrecht begeistert.

„Ich war schon zwei Stunden über Murmansk gekreist, aber die Russen ließen uns einfach nicht landen. >>Landeerlaubnis verweigert<<, teile man mir mit breitem Mr. Chekov-Akzent mit.“
(S. 9 – Anfang/Vorwort)

So beginnt Bruce Dickinson seine Autobiografie und ab diesem  Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Und er beginnt dabei ganz von vorne –

„Meine frühere Kindheit war gar nicht mal so übel: lange Spaziergänge im Wald, Kaninchenlöcher, die magischen Sonnenuntergänge eines Winters im Flachland und Frost, der unter dem purpurnen Himmel glitzerte.“
(S. 13)

– von seiner frühen Kindheit an, in einfachsten Verhältnissen, über seine Jugend, sein Leben mit und ohne Iron Maiden, bis hin zu seiner Krebserkrankung.

Was Privates betrifft, erhält man tiefe Einblicke in das Leben und Denken von Bruce Dickinson:

  • wie Bruce durch seinen Onkel die LIebe zu Flugzeugen entdeckte
  • weshalb er sich nie tätowieren ließ
  • seine Erfahrung mit Mobbing, da er anders war, nämlich ein absoluter Nerd

„Bücher, die Bibliothek, das Schreiben und die Schauspielerei wurden zu meiner Zuflucht.“
(S. 32)

  • sein Leben im „Oundleschen Alcatraz“ (privat. Internat), wo noch die Prügelstrafe zum guten Ton gehörte und die ersten Berührungen mit dem Fechten und Rock Bands erfolgte.
  • über den Beginn seiner Zeit bei Iron Maiden und die damaligen Modesünden

„Die Bandfotos jener Zeit, in Schritthöhe betrachtet, ließen an die Auslage eines Gemüseladens denken, gut bestückt mit Paprika, Auberginen und Silberzwiebeln.“
(S. 161)

Bruce Dickinson 3
© Pink Anemone
  • wie so manche Idee eines Songs entstand und seine Erwartungen an die Band und an sich selbst

„Ich suchte nach dem Heiligen Gral der Unschuld und der Erfahrung. Meine Vision war noch unscharf, aber meine Berufung war glasklar. Unterhaltung, ja, aber über allem anderen stand die Wahrheit.“
(S. 60)

  • sein Ausstieg und seine Solo-Projekte und sein Wiedereinstieg bei Iron Maiden
  • was die Diagnose Krebs in ihm auslöste und sein Weg durch die Chemo-Hölle

Dies alles in einem unglaublich packenden Erzählstil mit viel Witz und einer großen Prise Selbstironie, welche mich oft laut auflachen ließ.

Doch auch direkt und schonungslos, ohne jedoch reißerisch zu wirken. Hier geht es ausschließlich um ihn selbst – Bruce Dickinson, daher werden Geburten, Hochzeiten, Scheidungen und Auseinandersetzungen innerhalb und außerhalb der Band nicht thematisiert. Und um ehrlich zu sein habe ich diese Themen auch absolut nicht vermisst. Das liegt vor allem daran, dass alles andere so viel interessanter und mitreißender war.

„Meine Absicht war es einzig und allein, eine gute Geschichte zu erzählen.“

Bruce, you did it and you rocked it!

Fazit:
Selten das mich eine Autobiografie so packen und gut unterhalten konnte. Eine Autobiografie wie der Autor selbst – außerordentlich humorvoll und mit viel Selbstironie, aber auch direkt und schonungslos ehrlich zugleich.
Der unbeschreiblich gute Schreib- und Erzählstil machen diese Autobiografie zu einem wahren Leseerlebnis, sodass dieses Buch sogleich zu einem meiner Lese-Highlights 2018 katapultiert wurde.
Von mir gibt es daher natürlich eine absolute Leseempfehlung. Vor allem für Iron Maiden-Fans ist diese Autobiografie ein absolutes Must-Have und ist aufgrund seiner qualitativ hochwertigen Ausgabe das Geld wert.

Bruce Dickinson 6
© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe: Bruce Dickinson – Die Autobiografie

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Buch-Trailer

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Weitere Produktinformationen

Rezensionsexemplar mit großem Dank an:

random house
© Verlagsgruppe Randomhouse

 

  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (22. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453271122
  • ISBN-13: 978-3453271128
  • Originaltitel: „What does this button do?“
  • Preis: 22,00€ (Stand vom 27.02.2018)
  • Auch erhältlich als: E-Book

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Autoren-Info
Bruce Dickinson
© ironmaiden.com

Bruce Dickinson ist seit über dreißig Jahren der Leadsänger von Iron Maiden, hat darüber hinaus auch eine erfolgreiche Karriere als Solokünstler und diverse andere Betätigungsfelder. Iron Maiden sind mit über 90 Millionen verkauften Alben und über 2.000 Konzerten eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten. Bruce Dickinson lebt in London, England.

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13 Kommentare zu „Rezension „Bruce Dickinson – Die Autobiografie“ ★★★★★

  1. Guten Morgen,

    deinen Musikgeschmack finde ich toll. Da ich aber Autobiografien nicht wirklich lese, wird es kein Buch für mich, auch wenn du eine wirklich tolle Rezension geschrieben hast.

    Liebe Grüße
    Nicole

    Gefällt 1 Person

  2. Hm, wenn Du Metal magst – darf ich einen Blog empfehlen? Eine Freundin von mir führt einen kleinen, aber feinen Metal Blog und vielleicht hast Du daran ja Interesse / Freude?
    Ich bin per se kein Metaler, sondern eher in Richtung Punk zu finden, doch seit sie ihren Blog hat, finde ich hin und wieder auch hier sehr sehr tolle Bands, die mir gefallen.
    Sag mir Bescheid, wenn, dann poste ich hier den Link – möchte ich aber nicht ohne Dein OK machen.

    Liebe Grüße,
    Christina

    Gefällt 1 Person

    1. Oh jaaaaa, nur her damit!!!! Anbei auch gleich eine Frage an Dich. Ich würde Dich und Deinen Blog gern in meinem „Monatsrückblick Februar“ erwähnen. Ich war ja mit dem Handy schon paar Mal bei Dir auf Besuch, aber da ist das Kommentieren irgendwie Ar*** *g*.
      Und Metal/Rock habe ich nur als Überkategorie angegeben. Bei mir kommt dann vor allem auch noch Gothic-Rock und dergleichen hinzu, aber das wäre dann komplett ausgeufert und ich hätte so manchen Leser damit erschlagen XD

      Gefällt 1 Person

      1. So, dann hier erstmal der Link zu dem Blog meiner Freundin: https://thrashboombang.wordpress.com/
        Ich bin gespannt, ob er was für Dich ist. Ich meine, man kann nicht alles mögen – tue ich auch nicht – aber ich finde immer wieder etwas was mir gefällt. Zuletzt z. B. erst Kobra and the Lotus. Eine echt tolle Band.

        Und natürlich darfst Du mich erwähnen. Da freu ich mich sehr darüber!
        Ich mache zur Zeit ja keine Monatsrückblicke mehr, bin aber am überlegen, ob ich damit wieder anfangen soll… hm. Aber auf jeden Fall möchte ich eigentlich demnächst einen Zwischenstatus der SUB Abbau Challenge posten. Das ging im Februar schlecht wegen dem Spezial, aber so am Wochenende oder in der nächsten Woche wäre es schon ganz passend, finde ich.

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        1. Werde nach diesem Kommentar gleich mal zu Deiner Freundin linsen und bissl rumstöbern. Vielen Dank für den Tipp, egal ob ich was finde oder nicht *g*.
          Ich habe vorhin meinen Beitrag für DasSuBabc aktualisiert. Im Februar sieht es bei mir ja auch eher mau aus und März ist ja mein Jane Austen-Special. Da werde ich also zu gar nix kommen. Aber da wir ja sowieso weitermachen habe ich diesbezüglich so gar keinen Stress *g*
          Meinen Monatsrückblick für Februar werde ich jetzt dann mal schreiben, falls ich nicht vor Müdigkeit vom Sessel kippe XD

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          1. Du hast im Januar ja schon soviel Vorarbeit geleistet – da macht es gar nichts, wenn im März nichts mehr dazu kommt. Aber sind denn tatsächlich alle Bücher die Du da liest neu? Kein SUB Buch dabei?
            Aber Du hast recht – wir können das ganz unstressig angehen, da wir die Challenge ja einfach verlängern und das ABC „voll“ machen.

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                1. Ich konnte die nicht mehr irgendwohin stellen. Die fielen schon auseinander *lach*. Aber Du hast recht, sie sind noch da XD. Habe es noch nicht übers Herz gebracht die zu entsorgen. Oh Gott, wie sich das anhört *snief*. Ach ja, ich habe Dich in meinem Monatsrückblick erwähnt. Hoffe das ist ok so wie ich es geschrieben habe.

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