Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „Er liebt sie nicht“ von Sharon Bolton ★★★★

Eher Psychothriller als Thriller, jedoch ungewöhnlich, mit vielschichtigen Charakteren und überraschenden Wendungen

Nichts ist wie es scheint

Er ist ein Serienkiller. Er hat vier junge Frauen brutal ermordet. Doch auch nach seiner Verurteilung beteuert er noch immer seine Unschuld. Nun sucht er jemanden, der seinen Fall neu aufrollt. Jemanden, der seine Geschichte erzählt. Damit die Wahrheit ans Licht kommt. Maggie Rose könnte das. Doch die erfolgreiche Rechtsanwältin und True-Crime-Autorin zögert. Sie widersetzt sich seinen Bitten, antwortet nicht auf seine Briefe aus dem Gefängnis. Dabei ist er ein charismatischer und erfolgsverwöhnter Mann, gutaussehend und intelligent. Wie lange wird Maggie ihm noch widerstehen können? Denn insgeheim hat sie längst damit begonnen, seine Geschichte aufzuschreiben …(Klappentext)

er liebt sie nicht 3
© Pink Anemone

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„Meine Liebste,
wenn ich an die Augenblicke denke, die mir die größte Freude bereitet haben:
eine unbezwungene Felswand zu erklettern, früh am Weihnachtsmorgen den Mond über dem Meer zu betrachten, als mein Hund zum ersten Mal gesehen hat…das alles verblasst neben der Sekunde, als ich Dir in die Augen sah und wusste, dass Du mich liebst.“
(S 7 – Anfang)

Der Thriller beginnt schon ungewöhnlich und zwar mit einem Brief aus dem Gefängnis des vermeintlichen Serienkillers Hamish Wolfe an eine Unbekannte.
Dieser sitzt eine lebenslängliche Strafe für 4-fachen Mordes ab. Vier Frauen, alle korpulent, soll er umgebracht haben. Drei Leichen dieser Frauen wurden in Höhlen gefunden, die Leiche seines ersten Opfers wurde jedoch nie gefunden.
Der ehemalige Onkologe ist gutaussehend, charismatisch, bekommt Unmengen an Liebesbriefen und hat sogar seinen eigenen Fan-Club – „Das Wolfes-Rudel“, angeführt von seiner Mutter. Diese sind alle von seiner Unschuld überzeugt.
Die Beweise sind jedoch stichhaltig und weisen alle auf ihn als Täter hin und trotzdem beteuert er immerzu seine Unschuld und möchte gegen dieses Urteil in Berufung gehen. Seine einzige Chance scheint die Strafverteidigerin und Krimi-Autorin Maggie Rose zu sein, die schon mehrere Erfolge diesbezüglich vorzuweisen hat und daher von Polizei und Staatsanwaltschaft gefürchtet wird.

Dieser Thriller kommt ganz ohne Blut und Gemetzel aus und am Ende sehe ich ihn eher als Psychothriller. Ungewöhnlich ist der Aufbau dieses Thrillers. Die Handlung wird zwischendurch immer wieder für Briefe, E-Mails, Psychologische Gutachten, Aufzeichnungen von Maggie und Zeitungsartikel unterbrochen. Dies schmälert jedoch keineswegs den Lesefluß oder die Spannung. Dadurch erhält der Leser nämlich Einblick in die einzelnen Fälle dieser Morde, in die Vergangenheit, in Maggies Aufzeichnungen zu ihrem neuen Buch und ihre Vorgehensweise.

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© Pink Anemone
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© Pink Anemone

Man liest abwechselnd aus der Perspektive von Maggie, Detective Peter Weston und Hamish. Mit jedem von ihnen scheint etwas nicht zu stimmen, jeder hat hier seine Leichen im Keller. Der Thriller lebt also auf jeden Fall von seinen Charakteren.

Der Schreibstil ist flüssig und es werden auch melancholische und nachdenkliche Töne angeschlagen.

„Es gibt kein erkennbares Muster. Nichts, was darauf hinweist, wo Zoe ist, und manchmal hat Pete das Gefühl, wenn er sie nicht findet, wird er vielleicht den Rest seines Lebens nach ihr suchen.“
(S. 67)

Auch die Spannung wird durchwegs eher niedrig gehalten und der Thriller verläuft allgemein eher ruhig. Trotzdem wird man, aufgrund der laufend überraschenden Wendungen und Informationen, immer wieder zum Weiterlesen animiert. Man hat zwar zwischendurch auch immer wieder Vermutungen, doch ganz klar ist es nie, denn hier ist nichts wie es scheint.
Gegen Ende steigert sich das Tempo, sowie auch die Spannung und hält auch noch eine Überraschung bereit.

Fazit:
Obwohl es eher ein Psychothriller ist, konnte mich das Buch von Anfang bis Ende packen. Ein Thriller der etwas anderen Art, dessen Charaktere mich begeistern konnten und der es trotz ruhiger Töne schaffte mich zu fesseln.

Wer wissen möchte was es mit dem Origami auf sich hat, muss das Buch lesen *g*

© Pink Anemone

er liebt sie nicht 2
© Pink Anemone

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Leseprobe

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Weitere Produktinformationen

Unabhängiger und selbständiger Kauf des Buches!

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Manhattan (3. Oktober 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442547679
  • ISBN-13: 978-3442547678
  • Originaltitel: „Daisy in Chains“
  • Preis: 14,99€ (Stand vom 26.04.2018)
  • Auch erhältlich als E-Book

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Autoren-Info
sharon bolton
© Bildschön / Mark Bassett mit Erlaubnis der Randomhouse-Verlagsgruppe

Sharon Bolton wurde im englischen Lancashire geboren, hat eine Schauspielausbildung absolviert und Theaterwissenschaft studiert. „Todesopfer“, ihr erster Roman, wurde von Lesern und Presse begeistert gefeiert und machte die Autorin über Nacht zum neuen Star unter den britischen Spannungsautorinnen. Ihrem ersten Triumph folgten mittlerweile acht weitere Thriller – darunter vier mit der grandiosen Ermittlerin Lacey Flint –, in denen Sharon Bolton ihr brillantes Können immer wieder unter Beweis stellte. Sie wurde bereits für zahlreiche Krimipreise nominiert und für „Schlangenhaus“ mit dem Mary Higgins Clark Award ausgezeichnet sowie mit dem Dagger in the Library für ihr Gesamtwerk. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Oxford.
(© Randomhouse-Verlagsgruppe)

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3 Kommentare zu „Rezension „Er liebt sie nicht“ von Sharon Bolton ★★★★

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