Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „Ragdoll – Dein letzter Tag“ von Daniel Cole ★★★

Thriller mit altbekannten Thriller/Krimi-Klischees, jedoch mit spannendem Plot und atmosphärischem Setting.

Lasset das Spiel beginnen

Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Flickenpuppe, einer „Ragdoll“.
Gleichzeitig erhält Wolfs Ex-Frau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes…
(Klappentext)

 

Ragdoll 3
© Pink Anemone

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„Der zunächst schwache, aber vertraute Geruch wurde immer stärker, je mehr Wolf sich der geöffneten Tür am Ende des Ganges näherte. Es war der unverwechselbare Gestand des Todes.“ (S. 24)

Detective William Oliver Layton-Fawkes, kurz Wolf genannt, tritt nach seiner Suspendierung und einem Aufenthalt in einer Psychiatrie wieder den Dienst an. Wolf griff bei einer Gerichtsverhandlung den freigesprochenen Angeklagten an, der aufgrund des Freispruchs paar Wochen danach wieder mordete. Dadurch ging seine Ehe in die Brüche und er hat noch immer anständig daran zu knabbern (oha – 1. Klischee). Nun wütet wieder ein Serienkiller in London. Dieser hat aus mehreren Leichenteilen eine Puppe „gebastelt“.
Wie im Klappentext schon erwähnt bekommt Wolfs Ex, eine karrieregeile Reporterin, eine Liste mit zukünftiger Opfer, darunter auch Wolf selbst.
Ein labiler Detectiv darf hier also in einem Fall der ihn selbst betrifft ermitteln (na da schau‘ her – 2. Klischee)

„Simmon’s Ansicht nach wog das Risiko, einen psychisch labilen Detective auf die Straße zu lassen, deutlich weniger schwer als die Bedrohung durch den Serienkiller.“
(S. 259 …na dann)

Ragdoll 4
© Pink Anemone

Zusammen mit seinem Team versucht er nun zu eruieren zu wem diese Leichenteile der Ragdoll gehören, um so dem Serienkiller immer näher zu kommen und ihn dingfest zu machen.
Zu diesem Team gehören, unter anderem, die Ermittlerin Baxter und Edmunds. Edmunds ist der Neue im Team und schien hier der Einzige zu sein, der wirklich hart an dem Fall arbeitet. Leicht hat er es als Neuer in diesem Team deswegen doch noch lange nicht.
Baxter hingegen greift gern mal zur Flasche (ach, was ganz Neues – 3. Klischee). Des Weiteren scheint es zwischen Wolf und Baxter ordentlich zu funken und das nicht erst seit kurzem (war ja irgendwie klar, dass sowas auch noch kommen muss – 4. Klischee).

Man liest abwechselnd aus diesen drei Perspektiven und trotz diverser Klischees, Logikfehler und Ungereimtheiten, liest sich dieser Thriller verdammt flott weg (ja, ich war selbst überrascht nach der Klischeeüberschwemmung).

„Schnell ließ er es wieder in seiner Tasche verschwinden und hörte im selben Moment den dumpfen Knall der zuschlagenden Tür eines teuren Wagens.“
(S. 124 – kann man denn aufgrund des Knalls einer Autotür erkennen wie teuer diese Karre ist?)

Dieser Thriller ist das Debüt des Briten Daniel Cole und gleichzeitig Auftakt für eine neue Thriller-Reihe. Vom flüssigen Schreibstil her und vor allem aufgrund der so manchen atmosphärischen Settingbeschreibung, sieht man diesem Thriller keineswegs das Debüt an.

„Der vollkommen intakte Kirchturm von St Dunstan-in-the-East ragte hoch über dem zerfallenen Mauerwerk auf. Mächtige, kraftstrotzende Bäume wuchsen durch ein nicht mehr vorhandenes Dach und langgestreckte Bogenfenster, während sich Kletterpflanzen an den Steinmauern hinaufrankten, nur um auf der anderen Seite kaskadenartig herabzustürzen und sonderbare Schatten in den abgeschiedenen Garten zu werfen.“ (S. 171)

Also schreiben kann dieser Autor auf jeden Fall. Auch der Plot ist durchwegs spannend, enthält den typischen britischen schwarzen Humor und beinhaltet mehrere überraschende Wendungen, ist teilweise äußerst blutig und legt auch ein ziemliches Tempo an den Tag. Aufgrund dessen konnte ich über so manches altbekannte Thriller-Klischee und einige Logikfehler hinwegsehen.

Die Aufmachung ist qualitativ hochwertig und das Cover ist schon ein ganz besonderer Blickfang.
Weshalb sich da ein paar Rezensenten am Cover aufhängen, da es keinen Bezug zur Geschichte hat ist mir unverständlich. Immerhin kommt es bei einem Buch auf den Inhalt an, ob es einen packen und abholen kann. Und das sage ich als leicht beeinflussbare Cover-Käuferin…aber was weiß ich schon.

Fazit:
Trotz diverser Klischees und Logikfehler, konnte mich dieser Thriller packen und gut unterhalten, denn spannend ist dieser alle Mal. Ich konnte das Buch nahezu keine Sekunde aus der Hand legen.
Da dies ein Debüt ist kann es ja nur besser werden und daher werde ich auch den 2. Teil dieser Thriller-Reihe lesen.

© Pink Anemone

Ragdoll 6
© Pink Anemone

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Leseprobe (aus dem Ullstein-Verlag): Ragdoll

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Weitere Bloggermeinungen
Von Kerstin

♞♞♞

Von Janna

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Ascari

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Suse

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Weitere Buchinformationen

Unabhängiger und selbständiger Kauf des Buches!

 

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (27. März 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548289193
  • ISBN-13: 978-3548289199
  • Preis: 14,99€ (Stand vom 30.04.2018)
  • Auch als E-Book, Audio-CD und HB erhältlich

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Autoren-Info
Daniel Cole
© Ellis Parrinder

Daniel Cole wurde 1983 geboren und hat bisher als Sanitäter, Tierschützer und für die britische Seenotrettung gearbeitet. Sein Drang, Menschen zu retten, entspringt möglicherweise dem schlechten Gewissen wegen der großen Zahl der Figuren, die er beim Schreiben umbringt.
Er lebt im sonnigen Bournemouth in Südengland und ist meist am Strand anzutreffen, obwohl er eigentlich an seinem nächsten Buch schreiben sollte.
„Ragdoll“ ist sein Debüt und wurde bereits in 3 Länder verkauft, die Filmrechte sind optioniert.

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13 Kommentare zu „Rezension „Ragdoll – Dein letzter Tag“ von Daniel Cole ★★★

  1. Liebe Conny,

    mich konnte der Krimi nicht ganz so begeistern und Band 2 fand ich dann total als Fehlgriff – schade!
    Aber das Cover fand ich total super, allein deswegen hatte ich mir das Buch auch auf der Leipziger Buchmesse 2017 gekauft 🙂

    Liebe Grüße Anett

    Gefällt 1 Person

    1. Ja das Cover ist echt Hammer und ein Eyecatcher. Bin ja auch so ein unverbesserlicher Coverkäufer 😄. Ich habe schon von mehreren Seiten gehört, dass der 2. Teil nicht so toll sein soll. Bei mir wird vermutlich trotzdem die Neugierde Siegen

      Gefällt 1 Person

  2. Ich merke immer wieder, dass ich für Klischees, Übertreibungen und Logikfehler eine ziemlich hohe Toleranzschwelle habe, wenn ordentlich viel Action passiert, ich die Figuren interessant finde und vor allem, wenn Humor mit dabei ist. Deshalb fand ich das Buch auch richtig klasse. Und mir hat auch der 2. Teil gut gefallen, obwohl den viele schlechter fanden als Band 1 – diesen Eindruck hatte ich ganz und gar nicht.
    Da musst Du Dir wohl doch Dein eigenes Bild von Band 2 machen 🙂
    LG Gabi

    Gefällt 1 Person

    1. Also auf meiner WL bleibt der 2. Teil auf jeden Fall und der Verlag hat auch schon den 3. Teil angekündigt. Wie gesagt, der Thriller hat was, sonst hätte ich ihn nicht zu Ende gelesen und wär auch nicht auf den 2. Teil neugierig. Also muss da ja was sein *g*.
      Leider ist ja Wolf nicht mehr dabei…oder doch?..Oder???

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  3. Geniale Rezi! Und deine Kommentare dazu sind der Hammer 😀 Das Buch ist mir schon ein paar mal begegnet aber momentan sprechen micht echt wenige Thriller an. Und wenn soviele Klischees auftauchen schreckt mich das gleich noch mehr ab.
    (Und hab ich schon erwähnt wie genial deine Bilder sind?)

    LG

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    1. Aww, danke. Mich wundert es selber immer wieder, dass ich mit meinem I-Phone solche Bilder zustande bringe XD.
      Naja, mir hat der Thriller schon gefallen, trotz der Klischees. Ich bin da schon etwas extrem und fange dann an die Klischees zu zählen und dabei die Augen zu überdrehen als hätte ich einen epileptischen Anfall..aber naja..es hatte trotzdem etwas. Sonst hätte ich es in die Ecke gepfeffert *g*
      LG

      Gefällt 1 Person

  4. So, jetzt starte ich mal den zweiten Versuch, bei dir zu dem Buch nen Kommi dazulassen, beim ersten Mal hat mich ja das Tablet schnöde im Stich gelassen …

    Ich fand „Ragdoll“ ja durchaus vielversprechend, auch wenn mich vieles daran geärgert hat. Wenn es selbst mir mal passiert, dass ich mir denke, ja, Leute, warum macht ihr nicht das einzig Richtige, sondern genau den Mist, mit dem ihr euch noch weiter reinreitet, dann werte ich das für mich schon als ziemlich dummes Plothole … Und ich muss in dem Zusammenhang auch ne Warnung aussprechen, denn den Nachfolger fand ich noch schlechter als den ersten Teil, also kann ich dir nur dazu raten, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen, wenn du weiterliest.

    Liebe Grüße aus dem Süden 🙂
    Ascari

    Gefällt 1 Person

    1. Ach ja stimm, Du warst ja vom 2. Teil alles andere als begeistert, gell? *g*. Also neugierig bin ich schon und eigentlich sollte bei einem Debüt der 2. Teil doch besser sein…sollte man meinen..aber weißt eh wie das ist mit sollte, hätte…Fahrradkette. Es bleibt zumindest auf meiner WL. Ich bin ja lesetechnisch ja eh sowas von total verplant, somit weiß ich eh nicht, ob ich heuer noch dazu komme es zu lesen 😉
      Dürfte ich Deine Rezi auch verlinken?

      Gefällt 1 Person

      1. War ja auch so mein Gedanke, dass nach dem Debüt, in dem ich Potenzial gesehen hab, eigentlich ne Steigerung kommen sollte … War aber eher das Gegenteil, die Dinge, die mir negativ aufgestoßen sind, kommen in Teil 2 noch deutlicher raus :(. Und klar kannst du die Rezi verlinken, kein Problem!

        Gefällt 1 Person

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