Küchenschlacht · Rezensionen · Sachbücher/Biographien

Rezension „The British Pub Cookbook“ ★★★★★

Was für uns Österreicher das Kaffeehaus ist, ist für die Engländer das Pub, wobei es diese Art von Einrichtung bei den Engländern sogar schon viel länger gibt, nämlich bereits seit der römischen Besatzung.
Der Begriff „Pub“ wurde jedoch erst im viktorianischen Zeitalter erfunden und ist im Grunde nur eine Abkürzung für „Public House“. Seinerzeit war es üblich, dass in den Dörfern einer der Bewohner das gesamte Dorf zu sich einlud, dort dann kochte und Getränke ausschenkte. Dadurch entstand der Begriff Public House. Das heutige Interieur verweist immer noch auf das damalige Aussehen der Pubs. Holzmobiliar, Sofas/Couches und Teppiche luden zum gemütlichen Beisammensein ein, was sich im Vereinigten Königreich bis heute nicht verändert hat.
Teppiche findet man heute zwar nicht mehr in den Pubs, aber viele haben immer noch verdunkelte Scheiben. Diese Tradition wurde, wie auch z.B. die urige Holztheke oder die Glocke für „the last order“, übernommen und hatte damals auch durchaus einen Sinn. Dadurch konnten die Gäste nämlich nicht durch Gaffer belästigt werden. Ist ja auch wirklich eine Impertinenz wenn man durch den gemeinen Pöbel nicht mal sein Ale genießen kann.  (Quelle: Wikipedia)

Für mein Monats-Special Historical Crimetime durfte also ein entsprechendes Kochbuch nicht fehlen. Immerhin wurden in Pubs durchaus auch das ein oder andere Mal kriminelle Taten geschmiedet, nicht selten darin gemordet und gestorben und ich bin mir sicher, dass selbst „Jack the Ripper“ hin und wieder in ein Pub einkehrte.

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© Pink Anemone

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British Pub Flair at home

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© Pink Anemone

„Pubs are great places to catch up with friends for a social evening and just as good for winding down before teh commute home after a busy day at work.“ (S. 6)

….und daher trifft man in britischen Pubs die unterschiedlichsten Charaktere – den Geschäftsmann im Anzug, der bei Pasties seine Mittagspause genießt, den alten Mann, der bei einem Pint über die gute alte Zeit plaudert, eine Mutter, die sich mit ihrem Kind Sandwiches teilt und auch junge Leute, sie sich vor dem Fortgehen treffen. Die Gäste sind so bunt wie England selbst.
Pubs haben in England eine jahrhundertelange Tradition. Selbst das moderne City-Pub mitten in London strahlt diese gewisse Urigkeit aus. So traditionell wie die Pubs, sind auch die Gerichte auf deren Speisekarten – Sandwiches, Pasties, Fish and Chips und Apple Pies. Während man diese genießt den Geruch von altem Holz und Bier in der Nase und plaudernde Menschen und Gläserklirren als Geräuschkulisse. Wenn man mit den Gedanken nun sehnsuchtsvoll auf die große Insel wandert und an den letzten England-Urlaub denkt, kann sich mit diesem Kochbuch diese britische Pub-Atmosphäre zumindest auf den Esstisch holen und das nicht zu knapp.

Alle Rezepte in diesem Buch haben eine genauso lange Tradition wie die Pub-Geschichte selbst. Das Kochbuch selbst ist in vier Kapitel unterteilt:

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© Pink Anemone
  • Light Bites: hier findet man Gerichte für den kleinen Hunger, wie z.B.: Sandwiches, Cornish Pasties, Scotch Eggs, etc.
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© Pink Anemone
  • Classic Pub Grub: klassische Hausmannskost, deftig und herzhaft, wie z.B.: Fish and Chips, Sausage and Mash with Onion Gravy, Beef Stew, etc.
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© Pink Anemone
  • Weekend Wonders: in manchen Pubs gibt es am Wochenende immer etwas besonderes, aber auch hier einfache und traditionelle Gerichte, wie z.B.: Roast Chicken, Beef Wellington oder Sheperd’s Pie.
  • To Finish: Süßes darf natürlich auch nicht fehlen und daher findet man hier Rezepte wie z.B.: Apple Pie, Eton Mess und sogar ein Rezept für typisch englische Cracker ist dabei.
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© Pink Anemone

Da dies alles Gerichte der englischen Hausmannskost sind, sind es relativ einfach gehaltene Rezepte ohne viel Schnickschnack.
Jedes Rezept wird von einem stimmungsvollen Bild begleitet, welches einem das Wasser im Mund zusammenfließen lässt.
Ich habe daraus schon einiges nachgekocht und es war jedes Mal lecker und zum Reinknien. Da soll noch jemand sagen die Briten hätten keine Ahnung von gutem Essen.

Fazit:
Für alle die England lieben und sich das typische Pub-Feeling in die eigenen vier Wände, oder zumindest auf den Tisch, holen wollen, sei dieses Kochbuch ans Herz zu legen. Da dieses Kochbuch jedoch nur in England erhältlich ist, unbedingt beim nächsten England-Trip in einen Buchladen huschen und danach fragen (oder beim großen A.uk bestellen).

© Pink Anemone

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Weitere Buchinformationen

 

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Parragon Book Service Ltd (7. November 2011)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1445444518
  • ISBN-13: 978-1445444512

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Nachgekocht

Weitere typisch britische Rezepte findet ihr unter dem Tag „Very british recipes“ oder in den verschiedenen Specials meines Lesejahr 2018 – United Kingdom.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Stöbern!

Cheers

Pink Anemone

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9 Kommentare zu „Rezension „The British Pub Cookbook“ ★★★★★

  1. Hallo 🙂

    Spontan spricht mich das Buch auf jeden Fall super doll an! Ich werde es mir mal notieren, denn sowohl das Essen, als auch das Feeling in den englischen Pubs mag ich einfach super super gern und da ein bisschen mehr Infos zu bekommen und zuhause mal etwas nachzukochen wäre da bestimmt eine tolle Sachen 🙂

    Danke für die Rezi und den Tipp zur Beschaffung des Buches 😉

    liebe Grüße, Meike

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Meike,
      freut mich, dass Du bei mir mit diesem Kochbuch etwas für Dich gefunden hast. Es gehört derzeit zu meinen Lieblingskochbüchern und bisher sind mir alle Rezepte gelungen. Ich kann auch die Scotch Eggs sehr empfehlen 😉
      Liebe Grüße
      Conny

      Liken

  2. Jetzt habe ich wegen diesem Artikel gerade so viel Sehnsucht nach England, dass es kaum auszuhalten ist. *weint leise*
    Und das buch kommt unbedingt auf meinen Wunschzettel, denn nach genau so etwas suche ich schon since ever! Lecker, lecker.

    Gefällt 1 Person

  3. Du und deine bösen Kochbücher!
    XD
    Kauf janur noch wenig Kochbücher, da ich meist nur 1-2 reinschauhe, interessante rezepte markiere und äußerst selten danach wieder zu ihnen greife *hüst* liegt wohl daran, dass ich sie eher zur Inspiration nutze und selten zum „Nachkochen“ 😉

    (deine Cookie Meldung geht nicht weg – egal wie oft. ich. dieses. verdammte. Ding. anklicke….)

    Gefällt 1 Person

    1. Oh Mann, ich weiß. Aber dieses Keks-Problem habe nicht nur ich. Keine Ahnung wann die das hinbekommen. Sogar beim Bearbeiten von Beiträgen bekomme ICH diese Meldungen und kanns nicht wegklicken und gestern konnte ich nicht mal Beiträge bearbeiten. Seit voriger Woche ist bei wordpress echt der Wurm drin.

      Ich liiieeebe Kochbücher und wie Du ja sicher schon bemerkt hast, koche ich so gut wie nie 1:1 nach XD
      Aus diesem Kochbuch habe ich aber echt schon viel nachgekocht und vor allem schnell hintereinander. Da sind sooooo viel leckere Sachen drin *sabber*.

      Gefällt 1 Person

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