Kinder- & Jugendbücher · Rezensionen

Rezension „So brauch ich Gewalt“ von Stefanie Mühlsteph ★★★★★

Frühes 19. Jahrhundert – London / Weibliche Assassinen einer Untergrundorganisation streifen durch das London von 1837 – atmosphärisch, düster und absolut packend

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Auf dieses Buch wurde ich durch ein besonders tolles und vor allem gelungenes Marketing des Papierverzierer-Verlags aufmerksam. Ich bekam nämlich einen äußerst mysteriösen Brief von einem gewissen Sebastian, der mich vor den Jägern warnt. Meine Neugierde wurde geweckt. So eine Rezensionsanfrage bekommt man wirklich selten.

papierverzierer_logo
© papierverzierer-Verlag

Auch andere Blogger bekamen so einen Brief und wurden aufgerufen auf Instagram und Twitter aktiv zu werden. Das Interessante und Witzige, es bekam nicht jeder die gleiche Art von Brief.
Unter dem #Sealgair und #sobrauchichgewalt könnt Ihr auf Instagram die verschiedenen Briefe und auch Informationen zur Recherche sehen. Es lohnt sich also hier ein bisschen zu stöbern.

So brauch ich Gewalt 1
© Pink Anemone

Das mit dem Rezensionsexemplar hat aufgrund der Technik meines Kindle (oder vermutlich eher aufgrund meiner technischen Unfähigkeit) nicht geklappt, daher lehnte ich dann ab.

Ich bin kein Freund von E-Books und im Genre Jugendroman machte ich in letzter Zeit eher bescheidene Erfahrungen bezüglich Story und Charaktere. Diejenigen die mich kennen wissen was ich meine 😉
Durch diese Aktion wurde jedoch meine Neugierde geweckt und der Klappentext klang ja doch ziemlich interessant. Außerdem passte dieses Buch hervorragend zu meinem UK-Monats-SpecialHistorical Crimetime und ein Jugendroman fehlte mir noch in dieser Sparte. Warum also nicht einfach lesen?
Ich muss sagen, ich bin selbst überrascht, denn dieser Jugendthriller konnte mich wirklich sowas von begeistern. Weshalb und warum? Tja, einfach die Rezension lesen und vielleicht könnt Ihr mich dann verstehen *g*.

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Assassins of London

„Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
und wiegen und tanzen und singen dich ein!“
Es ist das Jahr 1837. Eine Geheimorganisation mit dem Namen Sealgair agiert in und um London, um die Machtverhältnisse der Reichen, der Krone und des Staates im Gleichgewicht zu halten.

Nicht nur um ihre Eltern zu rächen, bleibt Megan Teil der Organisation, der man nachsagt, dass sie die gesamte Londoner Unterwelt kontrollieren würde. Sie ist noch keine einundzwanzig Jahre alt und bringt trotzdem jahrelange Berufserfahrung als Auftragsmörderin mit. Unter dem Decknamen „Black Widow“ führt sie ihre blutigen Aufträge im Alleingang durch.

Doch auf einmal wird „Black Widow“ zum Schutz einer einflussreichen Person abgestellt, die eine andere Sealgaira mit dem Namen „Hawk“ eliminieren soll. So beginnt ein Spiel aus Intrigen, Verfolgungsjagden und zu ergründenden Geheimnissen, bei dem sie doch von ihrem sonst so subtilen Vorgehen abweichen muss. Denn manchmal braucht es eben doch Gewalt …(Klappentext)

So brauch ich Gewalt 2
© Pink Anemone

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„Selbst die Worte in der Bibel, dass der Mann über die Frau herrschen sollte, wurden so ausgelegt, dass die Frau geistig wie auch körperlich dem Mann unterlegen und untergeben war. Dies wiederum verschaffte ihnen als Auftragsmörderinnen einen Vorteil.
Wer vermutete schon eine zierliche, hilfsbedürftige Frau hinter grausamen Morden?“ (Kapitel 3 / Pos. 805; E-Book)

Hier begleitet der Leser zwei weibliche Assassinen, die sich durch das historische London von 1837 bewegen.

Megan, Deckname „Black Widow“: eine Femme Fatale, ruhig und bedacht, doch in ihr brodelt das Feuer der Rache. Sie tötet leise, taktisch, geschickt und ohne viel Blut zu vergießen.

Abigail, Deckname „Hawk“: ein junges, blondes und unschuldig erscheinendes Püppchen, impulsiv und dickköpfig. Sie tötet mit viel Bums und hinterlässt nicht selten ein wahres Blutbad.

Beide sind gefährliche Auftragsmörderinnen und gehören der Untergrundorganisation Sealgear an. Diese Organisation hält, durch das Töten wichtiger und einflußreicher Männer, die Machtverhältnisse Londons im Gleichgewicht.

„>>Wir gehören zu einer elitären Klasse Mensch, die nicht dafür geschaffen ist, ein normales Leben zu führen.
Wir räumen den Schmutz der anderen auf und kehren den Dreck von den Gassen dieser gottlosen Stadt, damit dieses verdammte System funktionieren kann.
Dafür wurden wir ausgebildet, dafür töten wir. So ist es schon immer gewesen und so wird es auch in Zukunft sein.<<“
(Kapitel 10 / Pos. 3414; E-Book)

So heißt es, doch selbst in diesem Geheimbund scheint es zu brodeln und ein Kampf um Macht zu entbrennen. Dieser Kampf führt die zwei unwissenden Mörderinnen zusammen. Sie spüren, dass hier etwas nicht stimmt und sie Schachfiguren in einem gefährlichen Spiel sind.
Dieses Spiel muss gewonnen werden und dafür ist wieder einmal Gewalt von Nöten…(Persönliche Inhaltsangabe)

So brauch ich Gewalt 3
© Pink Anemone

Hier wurde im Bereich Jugendthriller etwas gänzlich Neues erschaffen. Keine schmachtenden Püppchen in einem 08/15-Setting und kein dahinplätschernder Plot mit schnulzigen Passagen, welche mir übermässiges Augenrollen bescherten.
Hier begleitet der Leser nämlich zwei weibliche Assassinen, die sich durch das historische London von 1937 bewegen.

London bridges ca. 1840 - pinterest
Bildquelle: Pinterest / London Bridges, ca. 1840

Die Autorin hat mit Megan und Abigail zwei absolute Power-Frauen erschaffen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und dabei alles andere als zimperlich vorgehen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, authentisch und entwickeln sich im Verlauf der Story weiter.
Das Setting ist atmosphärisch und düster, spiegelt so das historische London gekonnt wieder und harmonisiert mit der Geschichte.

„Der nachtschwarze Himmel war von tintenfarbenen Wolken überzogen. Kein Sternenlicht und nicht einmal die Strahlen des Mondes vermochten diese Decke zu durchdringen. Lediglich die Flammen in den spärlichen Straßenlaternen erhellten die Londoner Straßen und Gassen.“
(Kapitel 1 / Pos. 65; E-Book)

Der Schreibstil ist flüssig und locker gehalten und lässt einen durch das Buch fliegen. Dies liegt aber auch vor allem an der überaus packenden und spannungsgeladenen Story. Diese beinhaltet einige überraschende Wendungen und Actionszenen treiben die Spannungspitzen in die Höhe, sodass einem beim Lesen nicht nur einmal die Luft wegbleibt.

Die Story ist an sich abgeschlossen, enthält jedoch einen kleinen Cliffhanger, der an eine Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:
Hier stimmt einfach alles – starke weibliche Charaktere, atmosphärisches Setting und packender Plot mit Actionszenen. Dies ist also wirklich ein Jugendthriller der anderen Art und konnte mich aufgrund dessen begeistern und für Stunden fesseln. Was will ein Leserherz mehr?

© Pink Anemone

So brauch ich Gewalt 2
© Pink Anemone

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Autoren-Info

stefanie mühlsteph - Lichtbildatelier Eva Speith, Darmstadt - bildquelle stefanie mühlsteph
Bildquelle: Stefanie Mühlsteph / ©Lichtbildatelier Eva Speith, Darmstadt

Stefanie Mühlsteph, Ehemalige der Marienschule der Ursulinen, wurde 1987 in Offenbach am Main geboren. 2006 errang sie die „beste physikalische Arbeit eines Mädchens“ im Jugend Forscht Wettbewerb.
Sie studierte Elektro- und Informationstechnik in der Wissenschaftsstadt Darmstadt, wo sie heute noch lebt.
Wenn sie nicht gerade schreibt, trainiert sie mit dem Softballteam der Darmstadt Dragons für die Deutsche College Series.
Es lohnt sich auch auf ihrer Autoren-Homepage zu stöbern, welche Ihr HIER findet.

Weitere Buchinformationen:

 Selbständiger Kauf des Buches!

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 2016 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 425 Seiten
  • Verlag: Papierverzierer Verlag (23. April 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • Ab ca. 14-16 Jahren (persönliche Meinung)
  • ASIN: B07C7Y8TH5
  • Preis: 3,99€ (Stand vom 28.05.2018)
  • Ab 14.6.2018 auch als TB erhältlich

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10 Kommentare zu „Rezension „So brauch ich Gewalt“ von Stefanie Mühlsteph ★★★★★

  1. Hach, Du Verführerin! Starke weibliche Charaktere, düstere Atmosphäre, das klingt alles wieder mal so verlockend, wie soll ich denn da einfach drüberlesen und das Buch nicht auf meine Leseliste setzen? Wieso tust Du das immer? *seufz*
    😉
    LG Gabi

    Gefällt 1 Person

    1. Ja man merkt es. Du kannst Dich nicht mal an meinen Namen erinnern XDDD
      Aber kein Problem, ich selbst komme auch meist nur 1x im Monat dazu Blogbesuche zu machen. Umso mehr freue ich mich, dass Du es trotzdem immer wieder zu mir schaffst. Also fröhliches Stöbern.
      Liebe Grüße
      CONNY – ich muss noch immer lachen XDD

      Gefällt 1 Person

    1. Also ich bin begeistert und das passiert bei Jugendbüchern ja eher selten, aufgrund der immer gleichen Klischees. Wenn Du also die Möglichkeit hast ein Rezensionsexemplar zu ergattern, dann greif zu. (Achtung – die Rezi-Aktion geht nur noch bis 30.05 😉

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