Fantasy / Horror / Sci-Fi · Rezensionen

Rezension „Timmy Quinn I – Der Schildkrötenjunge & Die Häute“ von Kealan Patrick Burke ★★★★★

Der Auftakt einer tollen Grusel-Horror-Reihe, welche mit dem Protagonisten wächst und zunehmend schauriger wird.

Dies ist der erste Teil der „Timmy Quinn“-Reihe und enthält sogleich zwei Kurzgeschichten: „Der Schildkrötenjunge“ & „Die Häute“

Dieses Buch beginnt mit einer interessanter und ebenso lesenswerten Einleitung von Norman Partridge (Autor von „Die Dunkle Saat) über den Werdegang von Kealan Patrick Burke und allgemein über das Horror-Genre. Dieses Vorwort dürfte sicherlich nicht nur für Leser, sondern auch für Autoren interessant sein, denn Burke hat wirklich Mut an den Tag gelegt, um sich als bekannter Autor zu etablieren.

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„Der Schildkrötenjunge“

Ein wohliger Gruselroman für den Sommer

© Pink Anemone

1979, Delaware, Ohio, Sommerferien. Timmy Quinn und sein bester Freund Pete Marshall treffen am Myers-Teich auf einen seltsamen Jungen namens Darryl. Als sie ihren Eltern von dieser Begegnung erzählen, treten sie damit etwas in Gang, das seinen Ursprung in einer schrecklichen, bösartigen und brutalen Vergangenheit hat – und das Timmy Quinns Leben fort an verändern wird….(Klappentext)

„Es war ein erfreulicher Anblick, während sich die beiden ihren Weg durch das Gras kämpften,
das in ihrer Abwesenheit kräftig in die Höhe geschossen war.
Der Junge, der bereits am Wasser saß, war hingegen alles andere als ein erfreulicher Anblick.
(S. 23)

Sommer, zwei Jungs und unheimliche Geschehnisse sind von der Thematik her im Bereich des Horror-Genre nichts Neues, in gewisser Weise sogar klassisch amerikanisch.
Es erinnerte mich anfangs in gewisser Weise an die Novelle von Stephen King „Die Leiche“ (Film: „Stand by me“) und „Der Schildkrötenjunge“ enthält auch durchaus Züge eines Coming of Age-Romans. Es werden Themen wie die erste kleine Liebe, Mißhandlung, Angst, Mut und Tod behandelt. Hier kommt aber noch die Konfrontation mit dem Übernatürlichen hinzu und das hat es ganz schön in sich.

Erzählt wird aus der Sicht des 11-jährigen Timmy. Dabei wird die kindliche Sicht und Wahrnehmung vom Autor hervorragend eingefangen.
Der Schreibsil ist flüssig und die Erzählweise bildhaft und atmosphärisch. Man spürt die Sommerhitze auf der Haut, riecht den Sommerregen und hört den Wind um die Ohren sausen. Für Kopfkino ist hier also gesorgt und daher stellt sich auch nach nur wenigen Seiten der Gruseleffekt mit Gänsehaut ein, der bis zum Ende hin anhält.
Diese unheimlich und düstere Atmosphäre steigert sich im Verlauf der Story zunehmend – bis sich die Ereignisse überschlagen und es zu einem schaurigen Showdown kommt.

„Blitze zuckten, gefräßiger Donner im Schlepptau, das Zischen des Regens wie eine zornige Schlange,
die darum kämpfte, durch die Türspalten ins Haus zu gelangen.
Es war die Art von Wetter, bei der schlimme Dinge geschahen….“
(S. 61)

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„Die Häute“

Aus kindlichem Schauder wird erwachsener Grusel

© Pink Anemone

Sieben Jahre sind seit den Ereignissen am Myers-Teich vergangen. Timmy Quinn ist auf der Suche nach einem Ort des Friedens, und das führt ihn zu seiner trauernden Großmutter in eine kleine Hafenstadt an der Südküste Irlands. Doch schnell verwandelt sich der Hafen in einen Käfig, in dessen Grundfesten sich die Toten in einer alten zerfallenden Fabrik versammeln.
Um sein Leben und das derer, die er liebt, zu beschützen, muss Timmy Quinn einen Schritt hinter den Vorhang treten, in das Reich der Toten, um dort noch etwas viel grauenhafteres zu entdecken – eine riesige Gruppe, bekannt als ‚Die Häute’….(Klappentext)

„Doch die Wahrheit war, dass er nichts fühlte. Rein gar nichts.
Wenn die Toten erschienen, war’s das, nichts sonst passierte.
Nur einige ruhelose tote Leute, die hinter
dem Vorhang hervortraten,
wie es ein verstorbener Junge namens Darryl Gaines einst genannt hatte,
kurz bevor er demonstrierte, warum sie zurückkehrten.“
(S. 118)

Während „Der Schildkrötenjunge“ in Ohio, USA angesiedelt ist, befindet sich das Setting von „Die Häute“ in Dungarven. Dies ist eine kleine Hafenstadt im Süden Irlands und ist der Heimatort des Autors. Inzwischen ist Timmy 17 Jahre alt und hat sich mit der Gabe mit Toten sprechen zu können abgefunden, mehr oder weniger.

Der Schreib- und Erzählstil sind, wie im vorherigen Teil auch schon, sehr visuell und atmosphärisch und doch unterscheiden sie sich voneinander. Der Autor hat die Erzählweise nämlich gekonnt an das Alter von Timmy angepasst und dadurch wirkt alles viel erwachsener. Vor allem auch in Bezug auf die Schauder- und Grusel-Effekte. Es ist hier alles viel beklemmender, düsterer, die Geister bösartiger, sehr viel präsenter und um einiges hässlicher. Auch die Spannung wird nochmals um einen Tick erhöht.

„Ihre Augen wiesen nur mehr einen kleinen Rest von Augäpfeln auf.
Zerfranste Höhlenränder umschlossen murmelartige weiße Kugeln.
Unter ihrem rechten Wangenknochen befand sich ein klaffendes Loch, das groß genug war, um eine perverse Karikatur aus ihrem Mund zu machen.“
(S. 173)

Die Story ist zwar abgeschlossen, aber es wird vom Autor ein kleiner unheimlicher Cliffhanger eingebaut, der dazu führt, dass man am liebsten mit dem zweiten Buch direkt weiterlesen möchte.

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Fazit:
Mit diesem Buch habe ich für mich eine neue Lieblings-Grusel-Horror-Reihe entdeckt.
Es bescherte mir schauderhafte Stunden und ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen.
Mich konnte vor allem die Entwicklung des Protagonisten und mit ihm die des Grusel und Horrors begeistern -> vom Teenie-Schauder-Roman zu einem Grusel-Roman für Erwachsene. Das muss man erstmal als Autor hinbekommen. Was ich so von anderen Lesern gehört habe, steigert sich dies mit jedem Teil dieser Reihe. Wohooo, dann freue ich mich schon auf die nächsten zwei Teile.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Weitere Buchinformationen:

 

  • Taschenbuch: 280 Seiten
  • Verlag: Voodoo Press; Auflage: Neuausg. (30. Oktober 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3902802731
  • ISBN-13: 978-3902802736
  • Im Original nur in Einzelbänden erhältlich: „The Turtle Boy“ & „The Hides“
  • Preis: 12,95€ (Stand vom 23.06.2018)
  • Auch erhältich als: E-Book

 

 

Weitere Rezensionen:

© Nenaties Bücherwelt

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Reihenfolge:

  1. „Der Schildkrötenjunge“ & „Die Häute“
  2. „Das Schiff“ & „Der Wanderer“
  3. „Nemesis“

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Autoren-Info:

© Kealan Patrick Burke

Geboren und aufgewachsen in einer kleinen Hafenstadt im Süden von Irland, wusste Kealan Patrick Burke schon sehr früh, dass aus ihm ein Horror-Autor werden würde. Die Kombination aus uralten Schauplätzen, einer Mutter die Horror liebt und einer Familie, die gerne Geschichten erzählt, ließ es nicht anders zu, dass er auch damit seinen Lebensunterhalt verdient. Seit diesen prägenden Jahren hat er fünf Romane, über hundert Kurzgeschichten, sechs Sammlungen und vier gefeierte Anthologien verfasst. Im Jahr 2004 wurde er mit dem Bram Stoker Award für seine Novelle „Der Schildkrötenjunge“ geehrt. Zu seiner Homepage gelangt Ihr HIER.

Weitere 3 Bücher von Kealan Patrick Burke:

  • „Herr der Moore“: Die sechzehnjährige Kate Mansfield und ihr blinder Bruder Neil leben auf einem Anwesen am Rande der Sümpfe bei Brent Prior. Gescheiterte und enttäuschte Existenzen bevölkern dieses Dorf, und die Jugend hegt verzweifelte Träume, endlich fort zu kommen. Kate denkt genauso, doch eines Nachts holt sie die finstere Vergangenheit ein. Unaussprechliche Gräueltaten. Lange schon liegt ihr geliebter Vater deshalb mit einer seltsamen Krankheit danieder; lange schon unterstehen Kate und ihr Bruder der Obhut der Hausangestellten. Dann zieht Nebel auf – fast so, als zeichne die Natur die Tristheit heraus, die auf dem Hause liegt. Menschen verschwinden, flinke Schatten huschen durch den undurchsichtigen Wust – und ein entstellter Mann taucht in Brent Prior auf. Ein Mann, der zurückgekommen ist, um eine alte Rechnung zu begleichen. Ein Mann, der sich selbst Herr der Moore nennt….(Klappentext)
Bildquelle & Link: Amazon
  • „KIN“: An einem glühend heißen Sommertag in Elkwood, Alabama taumelt Claire Lambert nackt, verletzt und halb blind von einem Ort des Grauens davon. Sie ist die einzige Überlebende eines Alptraums, der ihre Freunde das Leben gekostet hat. Und obwohl sie für Rettung betet, kommen die Killer – eine Familie kannibalischer Geistesgestörter – immer näher.Ein Soldat, der an posttraumatischer Belastungsstörung leidet, kehrt aus dem Irak zurück und erfährt, dass sein Bruder zu den Opfern in Elkwood zählt.

    Im eingeschneiten Detroit bekommt eine Kellnerin, die in einer von Missbrauch geprägten Beziehung gefangen ist, unerwarteten Besuch, der zu Blutvergießen führt und sie in eine Vergangenheit zurückversetzt, vor der sie jahrelang zu fliehen versucht hat.

    Claire, die alleinige Überlebende des Elkwood-Massakers, wird von ihren toten Freunden heimgesucht und träumt von Rache … ein Traum, der von Trauer und Wut real wird, der gute Menschen in kaltblütige Mörder verwandelt und Fremde gezwungenermaßen zu Verbündeten werden lässt.

    Es ist Zeit, nach Elkwood zurückzukehren.

    Im Stil von Horrorklassikern wie The Texas Chainsaw Massacre und Deliverance, fängt Kin am Schluss an und untersucht die möglichen Folgen der Überlebenden eines solchen Traumas bei ihrer Rückkehr in die Realität – die Schuld, die Trauer, die Gier nach Rache – und schickt sie auf eine unvorstellbare Reise … zurück ins Herz der Finsternis….(Klappentext)

    Bildquelle & Link: Amazon

     

  • „Seelenhandel“: Willkommen in Eddies Taverne, dem einzigen funktionieren Wasserloch in der Nähe einer toten Stadt.
    Und dies sind die Menschen, die Sie heute Abend hier antreffen können:
    Tom, der Milestone Geister-Cop, der im Schatten des Todes wandelt.
    Gracie, die Bardame, eine Möchtegern-Schauspielerin, dazu verdammt, ihre Lebenszeit im Fegefeuer der Bar ihres Vaters zu verbringen.
    Flo, eine stadtbekannte Straßenschwalbe, die ihren Mann ermordet haben könnte – oder aber auch nicht. Wen interessiert das schon?
    Cobb, ein Nudist, der seit langer Zeit auf eine Entschuldigung der Gemeinde wartet, die ihn aber viel lieber loswerden würde.
    Wintry, ein stummer Riese, dessen seltsame Geschichte man nur zwischen den Schlagzeilen der Zeitungen finden kann.
    Kyle, der Junge, der ständig eine geladene Waffe unterm Tisch bereit hält.
    Und Cadaver, der wie eine Leiche aussieht, aber immer gut riecht, und seine Zeit mit dem Stapeln und Zählen von Pennys totschlägt.
    Und dann gibt es da noch Reverend Hill, der täglich eine Stunde vor Mitternacht erscheint, so pünktlich wie ein Uhrwerk, um ihnen zu sagen, wer sterben wird und wer wieder gehen darf.
    Willkommen im Eddie’s – wo heute Abend zum ersten Mal seit 3 Jahren nichts nach Plan laufen wird…..(Klappentext)
Bildquelle & Link: Amazon

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7 Kommentare zu „Rezension „Timmy Quinn I – Der Schildkrötenjunge & Die Häute“ von Kealan Patrick Burke ★★★★★

  1. Guten Morgen Conny🤗
    Mal wieder eine sehr gelungene und schöne Rezi von dir! Ich bin ja nicht so der Horror-Bücher-Fan, aber deine Rezis lese ich mir trotzdem immer sehr gerne durch. Ich hoffe bei dir ist alles in bester Ordnung und du hast den Wetterumschwung von Donnerstag aufs Wochenende, mehr oder weniger, gut überstanden.
    Busserl Lilli

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Lilli,
      das ist ja lieb, danke! Ich hatte über’s Wochenende Dienst, von daher kam mir der Wetterumschwung ganz gelegen. Es war auf jeden Fall angenehmer zu arbeiten XD. Ich muss bei Euch auch wieder mal vorbeilinsen. War schon ewig nicht mehr bei Euch – Asche auf mein Haupt. Wird demnächst nachgeholt..versprochen.
      Liebe Grüße aus Wien
      Bussi Conny

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo 😀
    Die Bilder sind mal wieder der Hammer! Sehr gut in Szene gesetzt. Freut mich sehr das dir das Buch gefallen hat.Die Reihe finde ich einfach so gut und ich bin gespannt wie du Band 2 finden wirst. Und du hast das Glück das schon alle Teile erschienen sind, ich musste echt lange warte auf das Finale.

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Tja, das ist der Vorteil wenn man ewig wartet bis man sich überwindet eine Reihe zu kaufen oder gar erst nach einer Ewigkeit auf diese aufmerksam wird *g* Werde noch gucken was ich beim Voodoopress-Verlag noch so bestellen könnte. Dann wirds gleich eine Sammelbestellung XD.
      Liebe Grüße

      Gefällt 1 Person

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