Rezensionen · Sachbücher/Biographien

Rezension „Lady Almina und das wahre Dowton Abbey“ von Countess of Carnarvon ★★★

Interessante Fakten über Highclere Castle, dem Schauplatz von Dowton Abbey. Leider mit einigen langatmigen Stellen, Abschweifungen und Aufzählungen…Gott, diese Aufzählungen!

Die Wahrheit über das wahre Dowton Abbey

Als die bürgerliche Almina im Alter von 19 Jahren den Grafen von Carnarvon, Herr von Highclere Castle, heiratet und in die Kriese des Adels aufsteigt, scheint ihr Leben perfekt. Als Erbin eines immensen Vermögens und Frau eines Adeligen feiert sie rauschende Feste und hüllt sich in teure Kleider. Doch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs nimmt Lady Alminas Schicksal eine unerwartete Wendung und sie muss beweisen, was wirklich in ihr steckt.
Seit 2010 die erste Folge von Downton Abbey in Großbritannien ausgestrahlt wurde, ist das Kostümdrama zu einem TV-Hit geworden. Von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wurde die Serie schnell auch international zu einem Erfolg. Mithilfe von Tagebüchern, Briefen und Fotografien aus dem Archiv von Highclere Castle erzählt die aktuelle Lady von Carnarvon die faszinierende Geschichte von Lady Almina und Schloss Highclere, welches sowohl als Kulisse als auch als Inspiration für Downton Abbey dient…
(Klappentext)

© Pink Anemone

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„Dieses Buch handelt von einer außergewöhnlichen Frau namens Alina Carnarvon,
von der Familie, in die sie einheiratete, von dem Herrensitz, der ihr Zuhause wurde,
von den Menschen, die dort arbeiteten,
und nicht zuletzt von der Verwandlung des Anwesens in ein Lazarett für verwundete Soldaten in der Zeit des Ersten Weltkriegs.“
(S. 9 – Vorwort)

Nahezu jeder kennt die historische Serie „Dowton Abbey“, doch nur wenige wissen, dass die Serie teils auf wahren Begebenheiten beruht. Das Highclere Castle ist nicht nur der Grundstein für die Geschichten dieser TV-Serie, sondern fungierte gleichzeitig auch als Schauplatz für „Dowton Abbey“.
Die wahre Geschichte von dem wahren Dowton Abbey, ergo dem Highclere Castle, und seinen Herrschaften wird in diesem Buch erzählt. Dies erfolgt von der derzeitigen Herrin, Countess of Carnarvon, höchstselbst. Diese stellt bereits im Vorwort klar, dass dieses Buch weder Biografie, noch ein Roman ist. Es ist eine Erzählung über die Geschichte dieses Hauses, welche durch Briefe, Haushalts- und Tagebücher rekonstruiert wurde.

Im Mittelpunkt steht hier Lady Almina, die uneheliche Tochter und Erbin des berühmten Bankiers Alfred de Rothschild. Sie heiratete den 5. Earl of Carnarvon, welcher für die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun, gemeinsam mit Howard Carter, bekannt war und noch immer ist. Und mit ihr beginnt die Geschichte des Highclere Castle.

© Pink Anemone

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Kapitel:

  1. Glanz und Gloria
  2. Willkommen im Highclere
  3. Almina, die Debütantin
  4. Ein Triumph für ihre Ladyschaft
  5. Das Leben im unteren Stockwerk
  6. Festlichkeiten
  7. Ägypten zur Zeit Edwards VII.
  8. Das Ende des Goldenen Zeitalters
  9. Der Sommer 1914
  10. Der Ruf zu den Waffen
  11. Das verlorene Paradies
  12. Kriegshelden
  13. Ei Krankenhaus im Umbruch
  14. Tod in den Schützengräben
  15. Dunkle Zeiten
  16. Das ersehnte Ende
  17. Vom Krieg zum Frieden
  18. Zurück zu Glanz und Gloria
  19. „Wunderbare Dinge“
  20. Der Vorhang fällt
  21. Erbe
  • Epilog
  • Danksagung
  • Niederschrift der Briefe
  • Bildnachweise
  • Bibliografie

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© Pink Anemone

Der Anfang des Buches gestaltete sich für mich eher holprig. Hier wird nämlich, neben der Geschichte von Alminas Einzug und verschiedenen Familienverstrickungen, auch unheimlich viel aufgezählt und dabei ins Detail gegangen – welche Kleidung Almina wann trug und wie diese genau ausgesehen hat, Blumenarrangements und Menüpläne. Ich hatte das Gefühl einem monoton daher sprechenden Moderator bei einer Royalen Hochzeit zuhören zu müssen.
Erst ab dem 5. Kapitel wurde es interessanter. Hier erhält man Einblick in das Leben der Bediensteten – von der Hierarchie angefangen, bis hin zu deren Aufgaben.

„Einige der jüngeren Dienstmädchen teilten sich ein Zimmer zu zweit.
Die Schlafzimmer waren nur zum Übernachten da, denn für die Freizeit gab es einen Gesinderaum und ein gemeinschaftliches Wohnzimmer,
Privatsphäre wurde der Dienerschaft nicht zuerkannt.“
(S. 59)

Der Schreibstil ist flüssig und die verschiedenen Erzählungen interessant – Erzählungen über den Tod Königin Victorias und den Wechsel in das Edwardianische Zeitalter, über die Leidenschaft des Earl of Carnarvon zu Automobilen und der Geschwindigkeit dieser, sowie dessen Autounfall von dem er sich nie ganz erholte, von den unzähligen Reisen der Carnarvons nach Ägypten und die Ausgrabungen, viele davon mit Carter und schließlich der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns. Über das politische Engagement Alminas, bei dem sie sich für die Rechte der Armen stark machte, sowie ihr Interesse an der Krankenpflege und der Medizin im Allgemeinen. Sie wurde sogar Schirmherrin des Cold Ash Hospitals. Als der Erste Weltkrieg England erreichte, wurde Highclere Castle kurzerhand in ein modernes Lazarett verwandelt.
Hochzeiten, Festlichkeiten, Geburten und Tode – das Haus hat viel gesehen.
Dies und noch viel mehr erfährt der Leser und dabei entdeckt man einige Geschichten, welche vom Regisseur von „Downton Abbey“ aufgegriffen wurden.

© Pink Anemone

„Als sie am 25. Juli in London eintrafen, hatten sie eine Zeitung im Gepäck,
die von dem Ultimatum berichtete, das Österreich nach der Ermordung des Erzherzogs Serbien gestellt hatte,
Winifred schrieb an Lord Carnarvon, es sei
>>Der letzte Sonntagmorgen der alten Welt<< gewesen.“
(S. 120)

Es wird auch allgemein etwas auf historische Ereignisse eingegangen, die Einfluß auf Highclere Castle hatten. Vor allem der Erste Weltkrieg nimmt viel Raum ein (ganze 8 Kapitel!), welche ich anfangs noch interessant fand, doch nach unzähligen Seiten wurde es doch sehr ermüdend. Da gibt es andere Bücher, die dies ausführlicher und wesentlich interessanter an den Leser bringen. Ich bin normalerweise absolut keine Querleserin, aber hier wird man zuweilen regelrecht dazu animiert. Die heutige Lady Carnarvon hat nämlich, wie schon anfangs erwähnt, eine Vorliebe alles mögliche aufzuzählen und zu beschreiben, sei es die Blumenarrangements, Kleidung, 10-Gänge Menüs und vor allem Personen. Wenn bei einem Ereignis 20 Personen beteiligt waren, so werden diese natürlich auch alle aufgezählt. Personen die im Grunde völlig unwichtig sind, da diese nie wieder im Buch auftauchen. Da die Carnarvons natürlich sehr viele Personen kannten (vermutlich waren das damals durchaus wichtige Personen und die Erben sind es wohl noch heute) und beliebt waren, kam dies leider nur allzu oft vor.

Die Autorin scheint durchaus viel recherchiert zu haben und fördert dadurch interessante Fakten und Begebenheiten zu Tage, leider schweift sie auch nur allzu gerne ab. Ich musste mich manchmal regelrecht dazu zwingen in diesem Buch zu lesen, da es nie lange dauerte, bis langatmige Stellen oder absatzlange Aufzählungen auftauchten.

© Pink Anemone

„Im Schloss und auf dem Gut leben heute Familien, die hier schon seit Generationen ihr Zuhause haben.
Sie sind die Hüter der Geschichten ihrer Vorfahren.“
(S. 274)

Fazit:
Als Dowton Abbey-Fan fand ich viele Erzählungen durchaus interessant und fesseln, doch nur allzu oft tauchen langatmige Stellen mit Abschweifungen und/oder Aufzählungen auf (Gütiger Himmel – diese Aufzählungen…arrgh!), die mein Lesevergnügen beeinträchtigten oder überhaupt in den Keller sacken ließen. Weniger ist eben oft mehr.
Trotzdem habe ich so manche Passagen genossen und habe wieder Lust bekommen „Downton Abbey“ zum wiederholten Male anzusehen, nur um herauszufinden, welche Parallelen sich darin noch zu Highclere Castle verstecken.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe (von buecher.de)

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Weitere Buchinformationen:

 

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: mvg Verlag (4. Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868824766
  • ISBN-13: 978-3868824766
  • Original: „Lady Almina and the Real Downton Abbey: The Lost Legacy of Highclere Castle“
  • Preis: 5,99€ (gebraucht erhältlich / Stand vom 21.08.2018)
  • Auch erhältlich als: E-Book, TB

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Autoren-Info:

Bildquelle: mvgVerlag

1999 heiratete Lady Fiona Carnarvon den derzeitigen Grafen von Carnarvon. Vor acht Jahren bezog sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn Highclere Castle, den Familiensitz der Carnarvon-Dynastie, der als Kulisse für die erfolgreiche TV-Serie „Downton Abbey“ dient. (Quelle: mvgVerlag)

© Pink Anemone

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8 Kommentare zu „Rezension „Lady Almina und das wahre Dowton Abbey“ von Countess of Carnarvon ★★★

  1. Hallo meine Liebe,

    ganz tolle Rezension. Ich habe „Downtown Abbey“ als Serie auch gesehen und geliebt. Schade das es dir nicht so gefallen hat, aber ich denke bei dem Thema ist fast nicht anders möglich 😉 Ich habe die Serie auch geliebt, fand sie aber nicht so wirklich ereignisreich, aber dennoch charmant.

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    1. Hallöchen,
      Dankeschön! :-*
      Hach naja, man hätte da einiges weglassen können, dann wäre es wesentlich angenehmer gewesen zu lesen. Jeden Hinz und Kunz aufzuzählen muss ja nicht sein. Manchmal besteht ein gesamter Absatz nur aus Namen.
      Ich lese ja gerne historische Sachbücher, da ich Geschichte immer schon interessant fand, aber bei dem Thema „Erster Weltkrieg“ hat die Autorin es auch ziemlich übertrieben. Da wären mir Erzählungen vom Leben der Bediensteten lieber gewesen *g*.
      Bei der Serie finde ich vor allem den historischen Hintergrund und Ereignisse interessant.
      Liebe Grüße aus Wien
      Conny

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo meine Liebe,

    dieses Buch habe ich schon seit einiger Zeit auf meinem Wunschzettel stehen und musste daher auch gleich deinen Beitrag dazu lesen.

    Wirklich sehr Schade, dass es so viele Aufzählungen gibt die den Lesegenuss beeinträchtigen. Das Potential für eine spannende und fesselnde Lektüre wäre bestimmt vorhanden gewesen.

    Liebe Grüße
    Bella

    P. S.: Freust du dich auch schon so sehr auf den Downton Abbey Film?

    Gefällt 1 Person

    1. Whaat? Es gibt einen Dowton Abbey-Film??? Waaa, nicht gewusst. Wie, wann??

      Willst Du das Buch haben? Würde es Dir schicken, wenn Du magst. Da verschwendest wenigstens kein Geld, falls es Dir ebenfalls nicht zusagen sollte.

      Liebe Grüße
      Conny

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