Kinder- & Jugendbücher · Rezensionen

Rezension „Onkel Montagues Schauergeschichten“ von Chris Priestley ★★★★★

Wundervolle gruselige Schauergeschichten für Groß und Klein im klassischen Stil.

Gruselige Teestunde

Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr von diesen Geschichten Edgar hört, desto unbehaglicher ist ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vor kommen, in seinem Haus auf?…(Klappentext)

© Pink Anemone

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„Anstelle von Fell sah sie mit einem Mal Stacheln, die einen Teil des Körpers bedeckten,
andere Stellen waren von Warzen übersät und wirkten wie rohes Fleisch,
während der Kopf teilweise gehäutet und wie gekocht aussah.“
(S. 105)

Edgar ist ein kleiner schüchterner Junge. Er hat keine Freunde, vermeidet den Kontakt mit den Dorfkindern und seine Eltern wissen auch nichts mit ihm anzufangen. Ihm macht das jedoch nichts aus, denn er hat ja seinen Onkel Montague der nicht allzu weit entfernt in einem gruseligen Herrenhaus ohne Elektrizität wohnt.
Onkel Montague ist allgemein ein etwas komischer Kauz, aber er erzählt wunderbare Schauergeschichten, nach denen Edgar regelrecht süchtig ist. Jeden Tag macht er sich auf den Weg zu seinem kauzigen Onkel in dem gruseligen Haus. Selbst der Weg dorthin ist immer wieder aufs Neue unheimlich und bereitet Edgar Gänsehaut. Doch all das nimmt er gerne in Kauf, nur um Onkel Montagues Schauergeschichten zu hören und diese haben es wirklich in sich.

© Pink Anemone

„Ich kann mich nicht erinnern, dass die Bäume in dem Wald zwischen unseren Häusern je Laub getragen haben.
In meiner Erinnerung herrschten auf dem Weg immer Eis und Schnee,
und die einzigen Blätter, die ich zu sehen bekam, verwesten auf dem Waldboden.“
(S. 8)

Es wird aus der Sicht Edgars erzählt und mit ihm sitzen wir bei Tee und Keksen und lauschen vor einem prasselnden Kaminfeuer den Geschichten von Onkel Montague und die sind ganz schön unheimlich.
Man erfährt warum man nicht auf uralte Bäume klettern sollte, was eine Séance mit einem Puppenhaus zu tun hat, wieso man niemals eine Dämonenstatue klauen sollte und vieles mehr. Doch so unterschiedlich diese Geschichten auch sind, eines haben sie gemein – alle handeln von Kindern, die nicht immer artig waren und das hat auch einen durchaus gruseligen Grund.

Im Verlauf werden die Geschichten von Onkel Montague zunehmend schauriger. Man fragt sich insgeheim – „Sind diese Geschichten wirklich nur erfunden oder steckt in jeder ein Fünkchen Wahrheit?“
Und während die Stories immer unheimlicher werden, verhält sich auch der Onkel immer komischer. Auch das Zimmer, in dem man sich mit Edgar befindet, ebenso die Gegenstände darin und die gesamte Umgebung wirken nach jeder erzählten Geschichte gruseliger und bedrückender. Am Ende erfährt man auch den Grund dafür und dieser ist noch viel schauriger als all die Geschichten.

© Pink Anemone

„Wir gingen zurück zu unseren Sesseln, und wieder hätte ich schwören können,
dass ich vor dem Fenster leise Schritte und ein Flüstern hörte, das nach Kindern klang.
Mein Onkel schien es hingegen nicht zu bemerken, also nahm ich an, ich hätte es mir,
durch die Geschichten meines Onkels nervös geworden, wieder nur eingebildet.“
(S. 62)

Hier erwarten einen Schauergeschichten im klassischen Stil. Vieles wird nur angedeutet, es wird mit der Phantasie des jungen Lesers/der jungen Leserin gespielt. Es sind Gruselgeschichten, die auf subtile Art und Weise wirken, die ohne Blut, Gewalt und Action auskommen und einem doch von Anfang bis Ende fesseln.

Das Buch enthält auch tolle und stimmungsvolle Illustrationen von David Roberts.
Jede Geschichte wird von einer Zeichnung eingeleitet und enthält in der Mitte ein ganzseitiges Bild. Es sind moderne Illustrationen in schwarz-weiß und sehr detailreich. Wenn man manche ganz genau betrachtet, kann man Geister und/oder einen unheimlichen Schatten entdecken.

© Pink Anemone

Fazit:
Dieses Buch enthält wundervoll gruselige Schauergeschichten für Groß und KLein im klassischen Stil. Ich habe es geliebt darin zu lesen und mich mit Edgar zu gruseln. Es eignet sich hervorragend in der kalten und dunklen Jahreszeit bei Kerzenlicht vorzulesen…oder heimlich unter der Bettdecke.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Weitere Buchinformationen:

© Pink Anemone

 

 

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Bloomoon (6. Februar 2010) Taschenbuch: Oetinger
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827053714
  • ISBN-13: 978-3827053718
  • Originaltitel: „Uncle Montague’s Tales of Terror“
  • Empfohlenes Alter: ab 12 J.
  • Preis: Gebundene Ausgabe nur noch gebraucht erhältlich / TB-Preis: 8,00€ (Stand vom 31.10.2018)
  • Auch erhältlich als: TB, HB, E-Book und Audio-CD

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Autoren-Info

Photo: Martin Bond

Priestley studierte von 1976 bis 1980 an der Manchester Polytechnic. Von 1981 bis 1985 arbeitete er als Karikaturist für die Zeitschrift Record Mirror und lieferte Illustrationen für The Times und The Independent. Von 1990 bis 1996 war er für The Economist tätig und arbeitete darauf zwei Jahre für den The Independent. Seit 1998 schreibt er selbst. Priestley interessiert sich seit seiner Kindheit für Gruselgeschichten, was in seinem Werk zum Tragen kommt. Er malt außerdem. Chris Priestley lebt mit seiner Familie in Cambridge.
Die preisgekrönte und von Kritikern hochgelobte Tales of Terror-Serie für Bloomsbury enthält erschreckende Geschichten, die in der Tradition von MR James, Saki und Edgar Allan Poe verwurzelt sind.

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2 Kommentare zu „Rezension „Onkel Montagues Schauergeschichten“ von Chris Priestley ★★★★★

  1. Huhu!

    Ich finde die Geschichten auch sehr genial! Ich hab alle drei Bände gelesen und es sind natürlich auch Geschichten dabei, die ich ich „nur ok“ finde, aber insgesamt sind sie auf jeden Fall lesenswert, da sind einige tolle Perlen dabei! Und eben nicht nur für die jüngere Generation, auch für Erwachsene bestens geeignet xD

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

    1. Ich habe es geliebt darin zu lesen. Herrlich tolle gruselige Geschichten und so schön klassisch und auch mit ner kleinen Moral versteckt.
      Die anderen Teile werde ich mir auf jeden Fall noch zulegen.

      Liebe Grüße,
      Conny

      Gefällt mir

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