Rezensionen · Sachbücher/Biographien

Rezension „Das Geek-Kochbuch“ von Liguori Lecomte ★★★

Herrlich, um darin zu schmökern und sich Inspiration zu holen, jedoch leider nichts für Kochanfänger

Kochbuch für Nerds

Serienjunkies, Computerfreaks und Super-Geeks aufgepasst! Das ist euer Kochbuch. Feiert noch einmal die dramatische Hochzeit des Königs mit Joffrey Baratheons Taubenpastete, gönnt euch einen Schluck von Omas Flaschen-Suppe, um eure Herz- und Magieleiste aufzufüllen, oder lasst euch von Schoko-Cupcakes à la Bertie Bott verzaubern. Möge die Kochkunst mit euch sein!…(Klappentext)

© Pink Anemone

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„Oft wollen die Leute wissen, was für ein Koch ich bin.
Ich antworte dann immer, dass ich mich eher als Spieler sehe,
der sich in der Küche kreativ austobt.“
(S. 3)

Ich liebe jede Art von Kochbüchern – je ausgefallener und schräger, um so besser. Ebenso liebe ich zocken, bin ein wahrer Serienjunkie und lasse mich noch viel öfter von einem Buch in fremde Welten entführen. Ja, ich bin wohl so etwas was man heutzutage einen Nerd nennt.

© Pink Anemone

Dieses Kochbuch vereint quasi gleich mehrere meiner Leidenschaften und es macht wirklich Spaß darin zu schmökern und natürlich auch daraus zu kochen.

© Pink Anemone

Bevor man sich durch Rezepte wühlt, erhält man ein paar Facts bezüglich der Filme und Games, welche in diesem Buch eine Rolle spielen.
Danach kommen Küchen-Basics. Leider nur zwei und die wären „Gemüse karamellisieren“ und Räuchern mit Heu“. Ich persönlich fand ja nur das Heuräuchern interessant, wobei ich das sicher nie anwenden werde. Für absolute Küchenanfänger sind es jedoch eindeutig zu wenig Basics.

© Pink Anemone

Dann kommen die Rezepte. Dabei wurden die Themen in Kinofilme, TV-Serien, Computerspiele, Comics & Animationsfilme und Snacks unterteilt. Bei den Rezepten hat sich Lecomte – Koch, Autor und Gamer – einiges einfallen lassen. Man reist mit den Rezepten zu Harry Potter nach Hogwarts und genießt Hähnchen mit Pilzen aus dem verbotenen Wald, taucht ins Matrix-Universum ein und muss sich für die blaue oder rote Pille, eingebettet in einen Muffin, entscheiden. Man bäckt mit Mr. Whites aus „Breaking Bad“ Blue-Meth-Donuts, man erhält das Rezept von Links Großmutter für ihre Flaschen-Suppe (The Legend of Zelda), welche unsere Lebens- und Magieleiste auffüllt und man stellt seinen eigenen Pokéball her.

Für Abwechslung ist also gesorgt. Jedes Rezept enthält ein stimmungsvolles Bild und eine Info zum jeweiligen Film. Es steht hierbei zwar „Achtung Spoiler!“, aber so richtig gespoilert wird man hier nicht. Also unbedingt lesen, da dies wirklich interessant und amüsant ist.

© Pink Anemone

„Ich lade euch auf einen kleinen kulinarischen Trip ein.
Dabei werdet ihr sehen, dass Kochen geekig sein kann –
und dass geekige Gerichte toll schmecken und einfach zuzubereiten sind,
selbst für Noobs.“
(S. 3)

Diesem Zitat kann ich nicht wirklich zustimmen, denn ein Koch-Noob sollte man wirklich nicht sein. Selbst ich hatte bei manchen Rezepten so meine Probleme. So werden z.B. spezielle Utensilien benötigt, welche bei den Zutaten nicht angegeben werden. Beim Pokèball benötigt man nämlich eine Kugelform. Aha – ja eh, aber was für eine genau?

© Pink Anemone

Zudem setzt der Autor wohl voraus, dass manche Küchenhandgriffe logisch sind und hat diese daher gleich ganz unter den Tisch fallen lassen. Bei manchen Rezepten hätte ich mir mehr Bilder bezüglich der Arbeitsschritte gewünscht und für manche Geek-Rezepte müsste man ziemlich tief in die Geldbörse greifen, da die Zutaten ausgefallen, eher für gut Betuchte zu sein scheinen und daher in normalen Supermärkten nicht erhältlich sind, wie z.B. Rotbarbenfilet, Totentrompeten (eine Pilzart) oder Tintenfischtinte. Vereinzelt werden wiederum 08/15-Zutaten wie z.B. Mehl nicht angegeben, da davon ausgegangen wird, dass man das sowieso zur Hand hat.

© Pink Anemone

Man kann natürlich alles entsprechend ersetzen, so habe ich anstatt der Totentrompeten andere Pilze genommen und anstatt Tintenfischtinte tut es schwarze Lebensmittelfarbe auch.
Lecomte scheint auch der Meinung zu sein, dass man im Besitz einer Großküche mit unzähligen Herdplatten und Töpfen ist. Also wenn ich mir die Küche von ein paar Nerd-Freunden ansehe, kann ich froh sein überhaupt zwei verschiedene Töpfe zu finden. Die Suche nach speziellen Küchenutensilien kann man hier sowieso gleich vergessen. Ich habe eine kleine aber wirklich gut ausgestattete Küche, trotzdem möchte ich nicht unbedingt 5-7 Töpfe herumstehen haben und gestresst in allen einmal kurz umrühren, würzen, schwenken, etc.

© Pink Anemone

Es gibt aber auch genug einfache Rezepte, welche schnell von der Hand gehen und einen Film- oder Gamingabend zu etwas Besonderem machen.

Fazit:
Es hat wirklich Spaß gemacht darin zu schmökern und Rezepte daraus nachzukochen. Ich habe z.B. „Pochierte Hähnchenbrust ‚Hogwarts'“ und „Schattenwolf-Brot von Heiße Pastete“ und mehr, nachgekocht/-gebacken. Dabei habe ich mich jedoch niemals 1:1 an das Rezept gehalten, sondern improvisiert, da entweder Zutaten nicht erhältlich waren, es mir nicht geschmeckt hätte (was eher an meinem persönlichen Geschmack und nicht am Rezept lag), oder es mir schlicht zu viel Arbeit gewesen wäre. So wurden aus dem „Schattenwolf-Brot“ einfach mal „Wolfsbrote aus dem Schwarzen Königreich“ und aus dem pochierten Huhn „Gebratenes Hogwarts-Huhn mit Pilzen und Gemüse aus dem verbotenen Wald“.
Dieses Buch ist also durchaus inspirierend und regt die eigene Phantasie an. So habe ich nun ein neues Projekt für meinen Blog im Kopf und unsere TV- und Gaming-Abende werden in Zukunft auch alles andere als kulinarisch langweilig.
Für Kochanfänger ist es jedoch gänzlich ungeeignet. Für die wenigen sehr einfachen Rezepte, würde ich mir dieses Buch also nicht extra kaufen, sondern stattdessen Google befragen.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Weitere Buchinformationen

 

  • Gebundene Ausgabe: 88 Seiten
  • Verlag: Ullmann Medien (25. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3741522511
  • ISBN-13: 978-3741522512
  • Originaltitel: „Cuisine pour les geeks“
  • Preis: 9,99€ (Stand vom 18.11.2018)
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Autoren-Info
© Chef Ligo

Liguori Lecomte ist ein angesagter junger Koch aus Frankreich, der bereits mit den verschiedensten Kochstilen in Berührung gekommen ist und sich in der Küche spielerisch austobt. Er ist mit der Popkultur groß geworden und verleiht seinen Rezepten gerne einen „geekigen“ Touch. Seit Ende 2013 gibt er eigene Kochkurse in einem witzigen, originellen Ambiente. Heute findet man ihn natürlich auch im Internet, wo er regelmäßig Küchentipps mit seinen Lesern teil.

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Nachgekochte Rezepte

Wolfsbrot aus dem Schwarzen Königreich

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Gebratenes Hogwarts-Huhn mit Pilzen und Gemüse aus dem Verbotenen Wald (Rezept folgt)

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14 Kommentare zu „Rezension „Das Geek-Kochbuch“ von Liguori Lecomte ★★★

    1. Die Idee selbst ist toll, aber nur die Wenigsten haben eine Großküche und verschiedene Arten von Töpfen, geschweige denn das Geld sich irgendwelche überteuerten Delikatessen zu leisten.
      Für mich war es trotzdem sehr inspirierend.

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  1. Hab angefangen zu lesen und wollte eigentlich mit „Ooorrr Conny!“ beginnen, weil direkt ein Haben*Will. Dann aber las ich über fehlende Arbeitsschritte und Bilder. Ich bin im backen keine Anfängerin, finde aber das es an Arbeitsschritten nicht fehlen darf – vor allem wenn es Rezepte oder Kreationen sind, die man zuvor noch nicht ausprobiert hatte. Außerdem finde ich teure Zutaten, ohne Nennung von Alternativen großen Mist! Denn ganz oft braucht man nur eine geringe Menge und nutzt die Zutat danach (zunächst) nicht wieder …

    Fazit: Hier passe ich! ABER ich warte schon hiiiiiibbelig auf das zombie-Backbuch, also hopp hopp, zurück in die Küche mit dir!! *-*

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    1. Jaja, das Zombie-Backbuch. Mit dem liegen mir meine Leute auch schon in den Ohren und jeder hat sich schon etwas rausgesucht XD.

      Ich fand das Kochbuch für mich jetzt auch nicht unbedingt schlecht, denn es wird wohl jetzt doch hin und wieder „Rezept zum Buch“ geben ;-).

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    1. Oh dankeschön *verbeug*. Inspiriert hat mich dieses Buch auf jeden Fall und ich werde sicher noch so ein paar Sachen daraus probieren. Auf jeden Fall hatte ich dadurch eine neue Idee für meinen Blog 😉
      Vielen Dank nochmals für dieses tolle Geschenk :-*

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  2. Ich habe nur wenige Kochbücher. Die bestehen aus einem Grundkochbuch, traditioneller Küche und Jamie Oliver XD
    Zwar mag ich so Bücher, wie du sie hier nennst, als Inspirationsquelle, aber ich sollte eben nicht eine Großküche brauchen. Dann verliert man schnell die Lust und reduziert die Rezepte aus dem Buch :/
    Trotzdem Danke für die Vorstellung 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Naja, für mich passt es wunderbar, denn ich bin jemand der nie Rezepte 1:1 aus Küchbüchern nachkocht… ich Rebellin XD
      Ich habe ja fast schon unzählige Kochbücher und stöbere in jedem einzelnen immer wieder gerne. Aber gut zu wissen, dass man Dir keine Kochbücher zu schenken braucht *g*

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      1. Ich koche ebenfalls selten nach Rezept – gerade was die Mengenangaben angeht XD
        Meist hab ich ne Länderphase, suche Rezepte, finde ein Kochbuch, was sehr empfohlen wird und hol es. Das reicht mir dann. Will neue Basics kennen lernen. Der Rest flutscht dann von allein 😀

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        1. Mit Mengenangaben habe ich auch so meine Probleme. Am Ende habe ich dann entweder ein Essen für ein Kleinkind oder so viel, dass es für eine Kompanie reichen würde. Gerade bei Nudelportionen fehlt mir irgendwie das Augenmaß XD

          Mit Dir in der Küche zu wüten wär sicher ein Spaß. Niemand hält sich an irgendwas und wir können ein ganzes Dorf davon satt bekommen *g*

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            1. Ich bin so eine, die immer alle anderen gerne aus der Küche verbannt, das Kommando an sich reisst und das alles alleine macht. Manchmal glaube ich, dass das viele meiner Freunde auch ausnutzen und sich absichtlich blöd stellen, nur damit ich alles mache XD

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