Klassiker · Rezensionen

„Eine Weihnachtstragödie“ von Agatha Christie ★★★★★

Weihnachtlicher Krimi-Spaß mit der Queen of Crimes – amüsant und spannend zugleich

Weihnachtlicher Krimi-Spaß

10 Krimis der „Queen of Crime“ in einem Band, die sie durch die besinnliche Zeit des Jahres führen sollen, wie z.B. „Hercule Poirots Weihnachten“:
Der alte Simeon Lee ist ein Ekel, stinkreich und despotisch. Zu Weihnachten hat er den Familien-Clan zusammengerufen und provoziert jetzt alle mit seinen Beleidigungen. Als er am Heiligen Abend mit durchschnittener Kehle gefunden wird, trauert keiner der Familie. Doch manche haben etwas zu verbergen – Hercule Poirot findet den Mörder dennoch….(Klappentext)

© Pink Anemone

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Dieses Buch enthält eine Anthologie voll spannender und amüsanter Weihnachtskrimis von der Queen of Crime.

„Heirat an Weihnachten“

Ist kein Krimi, sondern ein schöner Schwank aus Agatha Christies Leben

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„Eine Weihnachtstragödie“

Hier sitzt eine Gesellschaft um den Kamin, darunter die berühmt berüchtigte Miss Marple und diese erzählt von der Aufklärung eines ganz ausgeklügelten Mordes.

„>>Wir können also annehmen,
dass die Leiche sich in genau derselben Stellung befindet wie am Anfang, wie?<< fragte er.
>>Ja, abgesehen von dem Hut<<, entgegnete ich.
Der Inspektor blickte mich erstaunt an.
>>Was ist mit dem Hut?<<“
(S. 33)

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„Die Stecknadel“

Auch hier ist Miss Marple am Zug und hilft der örtlichen Polizei bei der Aufklärung eines sehr undurchsichtigen Mordes an einer gut situierten Dame.

© Pink Anemone

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„Hercule Poirots Weihnachten“

Eigentlich ist Poirot nur auf Besuch beim örtlichen Polizeichef, aber natürlich geschieht ein Mord und das auch noch am Weihnachtsabend.
Der Mörder hinterließ nicht nur eine Leiche, sondern ein wahres Schlachtfeld voller Blut. Hier gibt es nicht nur einen Verdächtigen, sondern die gesamte Kinderschar des unbeliebten Opfers und deren Ehefrauen, ein Fremder und eine mysteriöse Nichte aus Spanien rücken in den Fokus. Jeder hat ein Motiv, keiner konnte den Hausherrn richtig leiden und es fehlt ein ganzer Haufen Diamanten.

„Und Lydia flüsterte zitternd:
>>Wer konnte denken, dass der alte Mann noch so viel Blut in sich gehabt….?<<“
(S. 118)

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„Der vierte Mann“

Ein Rechtsanwalt, ein Priester und ein Psychiater sitzen im Zug und unterhalten sich… Normalerweise ist das ein typischer Beginn für einen Witz, doch hier ist es der Beginn der Geschichte eines Mädchens mit einer Persönlichkeitsstörung…und dann ist da noch der vierte unbekannte Herr der mit den dreien im Abteil sitzt.

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„Die Pralinenschachtel“

Hier erzählt uns Hercule Poirot am Kamin und bei heißer Schokolade von einem seiner seltenen Misserfolge. Da sich dieser Fall in Belgien ereignete, spielt natürlich eine Pralinenschachtel mit Inhalt, oder besser gesagt eine ohne Inhalt, eine tragende Rolle.

„>>Und angenommen, ich nehme zehn-zwanzig von Ihren kleinen Tabletten auf einmal. Was ist dann?<<
>>Ich würde Ihnen nicht raten, es zu versuchen<<, erwiderte er trocken.
>>Und trotzdem sagen Sie, es sei kein Gift?<<
>>Es gibt viele Stoffe, die man nicht als Gift bezeichnet und die einen Menschen dennoch töten können.<<“
(S. 314)

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„Der Traum vom Glück“

In dieser Geschichte sucht ein Mann ein Abenteuer, wie man es immer in den Büchern liest und stolpert in eine höchst seltsame Situation.

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„Die Mausefalle“

Eine eingeschneite Pension mit skurrilen Gästen. Jeder hat etwas zu verbergen, doch einer von ihnen scheint ein Rachemörder zu sein.
Ein klassischer Stoff aus dmr Krimi-Träume sind.

© Pink Anemone

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„Hercule Poirot und der Plumpudding – Variation 1“

Ein orientalischer Prinz ist nach London gekommen, um vor seiner Vermählung nochmals ordentlich auf den Putz zu hauen und Diamanten aus dem Familienbesitz schleifen zu lassen. Es kam wie es kommen musste und der berühmte rote Rubin wurde gestohlen. Wenn jemand diesen Rubin finden kann, dann ist es Hercule Poirot. Doch dafür muss er Weihnachten im ländlichen England in einem Herrenhaus verbringen…und in denen zieht es doch so schrecklich. Außerdem, wo Poirot ist, ist ein Mord nicht fern.

„Das Bild, das sich ihnen bot, wirkte tatsächlich dramatisch.
Wenige Meter entfernt lag Bridget im Schnee. Sie trug einen scharlachroten Schlafanzug.
Um ihre Schultern schlang sich ein weißer Schal,
den ein blutroter Fleck verunzierte.“
(S. 475)

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„Aufregung an Weihnachten“

Dies ist die 2. Variante der Geschichte „Hercule Poirot und der Plumpudding“ und im Grunde eine stark gekürzte Version der ersten Version.

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Dies war mein erster „Agatha Christie“ und ich bin begeistert. Ich erwartete ruhige und unaufregende weihnachtliche Krimis, doch bei der Lady geht es ganz schön brutal und blutig zu. Wer hätte das gedacht? Ich am allerwenigsten und umso begeisterter ließ mich dieses Buch zurück.
Jede einzelne  Kurzgeschichte ist absolut fesselnd und humorvoll zugleich. Agatha Christie schaffte es immer wieder mich hinters Licht zu führen. Als versierte Krimi- und Thriller-Leserin, ließ ich es mir nämlich nicht nehmen bei der Frage nach dem Täter kräftig mit zu rätseln. Dabei war ich mir immer absolut sicher alles durchschaut zu haben und doch kam es bei jeder Geschichte zu einer unglaublich überraschenden Wendung und all mein Rätseln war umsonst. Agatha Christie versteht es also einen auf eine falsche Fährte zu führen und schaffte es jedes Mal, mir ein „Neeiiin, das gibt’s doch nicht!! Auf den wäre ich nie gekommen!“, zu entlocken.

Der Schreibstil ist flüssig und klar, die Charaktere gut ausgearbeitet und vielschichtig. Hierbei bedient sie sich auch an äußerst skurrilen Figuren, die einen durch ihr Gebaren schmunzeln lassen. Doch der Humor beschränkt sich hier nicht nur auf die Charaktere, sondern lockert auch den ein oder anderen Dialog oder manche Szene auf.
Morbider und schwarzer Humor, inklusive viel Ironie, steigern das Lesevergnügen also zusätzlich.

Der Erzählstil und der Plot sind absolut fesselnd und von Anfang bis Ende spannend. Man kann einfach nicht anders als immer wieder weiterzulesen und ehe man es sich versieht sind paar Stunden rum und das Buch zu Ende.

© Pink Anemone

Das vorliegende Buch ist die Hardcover-Ausgabe aus dem Weltbild-Verlag und meines Wissens nur noch gebraucht erhältlich. Es lohnt sich jedoch diese aufzutreiben. Vor allem um gemütliche und spannende Winterabende zu verbringen und sich durch ausgeklügelte Morde und deren Aufklärung in Weihnachtsstimmung bringen zu lassen.
Die Aufmachung ist hochwertig, inklusive Schutzumschlag und Lesebändchen, wobei das Buch auch ohne Umschlag eine Augenweide ist.
Zur Übersetzung selbst kann ich leider keine Meinung abgeben, da ich das Original noch nicht gelesen habe.

Fazit:
Ich bin absolut begeistert! Agatha Christie wird zu Recht als Queen of Crime bezeichnet, denn sie versteht es den Leser zu fesselnd und gehörig zu täuschen. Keine Geschichte, kein Fall gleicht dem anderen und ein überraschendes „Ohh!“ ist vorprogrammiert. Dieses Buch hat mich das erste Mal in die Welt von Miss Marple und Hercule Poirot entführt und eines ist sicher – ich bin nun ein absoluter Agatha Christie-Fan.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Weitere Buchinformationen

 

  • Gebundene Ausgabe: 492 Seiten
  • Verlag: Weltbild (2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3863656148
  • ISBN-13: 978-3863656140
  • Nur noch gebraucht erhältlich
© Pink Anemone

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Autoren-Info

Bildquelle: marieclaire.co.uk

Agatha Christie erschuf den modernen britischen Kriminalroman. Sie schrieb 68 Krimis, zahlreiche Kurzgeschichten, zwanzig Theaterstücke, eine Autobiographie, einen Gedichtband und – unter ihrem Pseudonym Mary Westmacott – sechs Romanzen. Sie gilt als die meistgelesene Schriftstellerin überhaupt. Die „Queen of Crime“ verband ihre Lebenserfahrung mit Phantasie, psychologischem Feinsinn, skurrilem Humor und Ironie. 1971 in den Adelsstand erhoben, starb sie im Alter von 85 Jahren am 12. Januar 1976.

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13 Kommentare zu „„Eine Weihnachtstragödie“ von Agatha Christie ★★★★★

    1. Hallo Jessi,
      für mich war es ja der erste Agatha Christie überhaupt. Dachte bisher ihre Krimis währen mir zu langweilig. So kann man sich irren. Demnächst werden auf jeden Fall noch einige Krimis von ihr bei mir einziehen *g*

      Liebe Grüße
      Conny

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  1. HAB.ICH.DOC.GESAGT!!! Holy, dass das dein erstes Christie-Buch ist, ohne Worte -.- *lach
    Ich LIEBE Hercule, ließ bloß mehr von seinen Fällen ❤ Marple mag ich auch, aber leider spricht da nicht immer Thalbach *heul
    Nur Agathas anderen Krimis – auch gut, aber ich bin eben vor allem Hercule und dann Marple-Fan

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    1. Das Problem, man weiß gar nicht mit welchem Buch man da anfangen soll. Kannst Du mir sagen, ob es da eine chronologische Reihenfolge gibt, oder ist es egal wie man die liest. Ich habe ja da ein Auge auf eine gebundene Ausgabe von „Mord im Orientexpress“ geworfen.
      Ich finde es übrigens immer toll wie sich Hercule immer über englische Herrenhäuser beschwert, weil es ihm dort zu kalt ist und er immer an seinem heißen Kakao schlürft XD.

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      1. Ich glaube bei Hercule gab es keine zwei aufeinanderfolgende Bücher – zu mindestens sind die Fälle alle in sich abgeschlossen, gibt aber natürlich eine Reihenfolge. Findest du bei Wiki 😉
        Mit dem Orientexpress anzufangen … hmmm, da ist das Ende halt ganz anders als es sonst bei seinen Fällen ist, aber ein guter Einstieg ist es dennoch. Kann mich schwer auf einen Titel festlegen, zumal ich jetzt erst mit dem re-readen (letztes Jahr) gestartet bin, hab das vor zig Jahren gelesen 😉

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  2. Der erste Agatha Christie? Ehrlich? Wirklich? …. Kaum zu glauben!
    Schön, dass Du die Queen of Crime auch für Dich entdeckt hast. Im Gegensatz zu Janna mag ich Miss Marple viel mehr als Hercule Poirot, aber egal welcher Detektiv bei Christie ermittelt, es ist immer ein Erlebnis. Ich muss allerdings zugeben, alle kenn ich auch noch nicht – aber man will ja auch nicht, dass diese ausgehen! 😀

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    1. Jaaaa, ganz wirklich!! Ich hab mir nur mal mit Oma immer die alten schwarz-weiß Filme angesehen und an die kann ich mich auch nicht mehr wirklich erinnern. Oma war ein riesiger Agatha Christie-Fan und hatte ein ganzes Regal voller Bücher von ihr. Ich frage mich gerade wohin die gekommen sind. Die wären sicher schon antiquarisch wertvoll. Ich muss mal zu Hause nachfragen.
      Ich kenne ja bisher nur ihre Kurzgeschichten und ich finde beide, Miss Marple und Hercule toll. Das Mimimi von Hercule wenn er wieder in einem englischen Herrenhaus ermitteln soll, wo es dort doch immer so kalt ist und Miss Marple die resolute Lady mit spitzer Zunge.
      So, und ich muss jetzt erstmal meinen Onkel kontaktieren, ob er die Agatha Christie-Sammlung von Oma hat *g*

      Liebe Grüße
      Conny

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      1. Hehe… wobei ich die vier alten Filme mit Margaret Rutherford als Miss Marple echt liebe – die könnte ich ständig gucken. Eine bessere Verkörperung von Miss Marple kann ich mir einfach nicht vorstellen!

        Ich drück die Daumen, dass die Sammlung noch da ist und in Deine Hände übergeht – dann wäre das nächste Jahr lesetechnisch schon mal gesichert – der SUB explodiert dann allerdings. 😀

        LG, Christina

        Gefällt 1 Person

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