Rezensionen · Romane · Selfpublisher and Indie

Rezension „Schneepoet“ von Nika Sachs ★★

Trotz genialem Schreibstil so gar nicht mein Fall – durchgehend psych. labile Figuren mit Null Entwicklung.

Dieses Buch war ein Geschenk von Janna von KeJas-Blogbuch. Während Janna in wahre Begeisterungsstürme ausbricht, sobald diese Buchreihe erwähnt wird, sitze ich hier, mache ein verzwicktes Gesicht. Ich scheine nämlich weit und breit die Einzige mit meiner Meinung zu sein. Tja, Janna-Schatz, anscheinend teilen wir doch nicht jeden Buchgeschmack, und dennoch möchte ich mich für dieses Buch bei Dir bedanken. Immerhin hast Du Luc jetzt ganz für Dich alleine und ich weiß, dass ich mich wohl weiterhin diesem Genre fern halten sollte 😉

© Pink Anemone

Ihre Rezension findet Ihr im Anschluß und somit könnt Ihr dann selbst entscheiden, ob dieses Buch etwas für Euch ist oder nicht. Und nun zu meiner persönlichen Meinung, welche das erste Mal einen Spoiler enthält.

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Manische Depression, Sex und Drogen

Ich bin Lukas.
Neunundzwanzig, manisch depressiv und Vollidiot mit Hang zum Exzess, der Schizo-Gespräche mit seinem Karma führt und Tagebuch schreibt.
Bisher bestand mein Leben aus zwei Ländern, zwei Namen, einer Menge kreativer Inkompetenz und zu vielen Fehlentscheidungen. Eine davon war, mich von Inga zu trennen. Danach habe ich erfolglos versucht, zu kompensieren, es in achtzehn Jahren nicht geschafft zu haben, ihr zu erzählen, dass ich nicht nur ein paar psychische Probleme, sondern auch noch einen Zwillingsbruder habe … (Klappentext)

© Pink Anemone

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„Mein Blick geht starr geradeaus, in die Waschmaschine.
Ich fühle mich auch wie im Schleudergang: neunzig Grad Kochwäsche, aber die Gedanken werden trotzdem nicht sauber.“
(S. 12)

Luc ist am Boden zerstört. Die Beziehung zu seiner Jugendliebe Inga hat er beendet, da er sich selbst finden, seine Depressionen in den Griff und eine Familienangelegenheit klären muss. Doch ohne Inga fehlt ihm der Halt und er stürzt in ein tiefes Loch. Drogen, Alkohol und Sex bestimmen nun sein Leben. Sein Zwillingsbruder Silas, der ihm fremd geworden ist und zu dem er nun wieder Nähe sucht, macht das ganze auch nicht besser und sein Inneres aufräumen hat er sich ebenfalls leichter vorgestellt. Wird Luc seinen Weg zu sich selbst finden?

Ich hätte beim Lesen des Klappentextes auf mein Bauchgefühl hören sollen, denn dieser Roman war so gar nichts für mich. Ich kann mit Liebesromanen, Gefühlsduselei, Erotik- und Depri-Romanen nämlich prinzipiell nichts anfangen und Bücher aus diesem Genre werden von mir immer mit einem großen Bogen umgangen. „Schneepoet“ habe ich jedoch mit inniger Empfehlung und Überschwang geschenkt bekommen und ich dachte: „Na wenn diese Freundin so davon begeistert ist, dann kann es mir doch auch durchaus gefallen.“ Ich wollte diesen Roman wirklich mögen, stürzte mich also voller Freude darauf, denn auch aufgrund aller weiteren Rezensionen musste es sich hier um einen abgefahrenen Selbstfindungstripp eines Charakters fern von 08/15 handeln und einer Story, welche witzig, fesselnd und tiefsinnig zugleich ist.

© Pink Anemone

Anfangs fand ich die Charaktere und vor allem Luc gelungen, die Story fesselnd und die Gedanken des Protagonisten auch durchaus tiefsinnig, ehrlich und witzig zugleich. Die Autorin schafft es hervorragend die manische Depression und die Gedanken eines Betroffenen in Worte zu fassen, dieser Krankheit ein Bild zu geben und dies mit all ihren verschiedenen Facetten. Luc ist ein Getriebener, entwurzelt, orientierungslos und rastlos, aber doch auf der Stelle tretend, gleichzeitig sich im Kreis drehend und mit einem leeren Kopf voller Gedanken. Dies äußerst sich bei ihm in Panikattacken, Realitätsverweigerung, Drogen- und Alkoholmissbrauch und einer pathologischen BDSM-Beziehung, inklusive Psychospielchen, sprich – die Flucht in Exzesse jeglicher Art, um sich entweder zu spüren oder um sich gar nicht mehr zu spüren. Wie gesagt – hervorragende und vor allem authentische Schilderung.

„Dabei wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass mich jemand umarmt, weil ich mich mal wieder nicht mehr echt fühle.
Ich löse mich auf, mein Körper ist freigestellt von sämtlichen bisher bekannten Gesetzen; wattig, schwer, kratzig, durchsichtig.“
(S. 30)

Ab der Mitte des Buches wird dieses ständige emotionale Auf und Ab dann aber auch langweilig und nervig. Es ist immer die selbe Leier – Inga-Mimimi, Sex und Exzesse, unterbrochen von ironisch-sarkastischen Gedankengängen, welche das Ganze mit der Zeit auch nicht mehr auflockern konnten und dann ebenfalls nervte.
Wie auch Luc bleibt die Story auf der Stelle kleben und entwickelt sich ebenso wenig weiter wie unser Protagonist – auf der Stelle und orientierungslos im Kreis drehend. Bis zum Ende hin erfolgt keine Entwicklung des Protagonisten, kein Licht am Ende des Tunnels, bis zum Ende hin bedrückend, depressiv-nervend.
Zudem wimmelt die Story von psychisch labilen Figuren und dies ist das was ich ebenfalls zu bemängeln habe. Ich hätte mir zu all diesen kaputten Charakteren einen positiven und ausgleichenden Gegenpol gewünscht, jemanden dem es nicht dreckig geht oder psychisch im Eck‘ ist. So eine Person sucht man hier jedoch vergeblich.
Dann noch ständig diese Sex-Geschichten. Irgendwann war mir diese Fickerei echt zu viel, selbst um diese Art von Flucht und Exzess begreiflich zu machen.

Achtung Spoiler! Wenn man diese Stelle trotzdem lesen möchte, mit dem Cursor markieren

Zudem wird es dann auch etwas wirr, als Luc gegen seinen Willen mit einer Frau schläft, ergo vergewaltigt wird. Er heult währenddessen, wird gleichzeitig von ihr geohrfeigt und dann…plötzlich…erhält er DIE Erleuchtung. Mich verwirrte jedoch nicht diese Vergewaltigung, sondern eben die erwähnte Erleuchtung:

„Diese Frau verändert mein Weltbild. Ich begreife, wie sehr es mich befreien kann, wenn sie mich kontrolliert.
Durch sie kann ich meine gescheiterte Existenz und deren Komplexe gehen lassen.
Das, was sie von all den anderen seelenfressenden Schlampen unterscheidet, ist ihre Art zu verzeihen und über den Fehlern der anderen zu stehen.
Sie hat keinen Vorteil davon, mich zu zerstören. Und als sie fertig ist mit ihren Bedürfnissen, fragt sie mich ganz ernst was ich will.
Da sie mich schon so sehr gegen meinen Willen benutzt hat, ist es mir egal….“
(S. 144)

WTF…das war mir dann wohl doch etwas zu hoch und to much.

Spoiler Ende

© Pink Anemone

„Ich wünschte, ich könnte einen Schalter umlegen und die Unvernunft in mir abstellen, vor mir zu flüchten, damit ich mich der Herausforderung des Lebens stelle.
Aber so sehr ich es mir auch wünsche, zu funktionieren, ich tu es nicht.
Meine Gedanken sind schwer wie Zement und verhindern den Aufschwung, den ich bräuchte, um etwas besser zu machen.“
(S. 78)

Einzig der Schreib- und Erzählstil der Autorin konnten mich dazu bewegen dieses Buch zu Ende zu lesen. Dies und die Hoffnung auf eine Wendung, bzw. Entwicklung des Charakters Luc. Alle anderen Figuren waren mir im Grunde ziemlich egal. Der Schreibstil ist klar und flüssig, enthält gleichzeitig eine poetische Sprachgewalt und riss mich doch irgendwie mit, sodass ich bis zum Ende durchhielt.

Fazit:
Es mag an meinem Genre-Geschmack liegen, daran, dass ich um Liebes-, Erotik- und Depri-Romane prinzipiell einen großen Bogen mache, aber „Schneepoet“ war leider so gar nicht mein Fall.
Das wirklich Faszinierende daran war für mich, wie die Autorin es schafft der manischen Depression ein Gesicht zu geben, diese begreiflich zu machen, inkl. Symptome nach außen. Authentisch und ohne Blatt vor dem Mund, ohne zu beschönigen. Doch alles andere war mir einfach too much and always the same.
Diese Reihe werde ich also nicht weiter verfolgen und nehme nun wieder gehörigen Abstand zu diesem Genre. Es ist einfach nichts für mich.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Reihenfolge
  1. „Schneepoet“
  2. „Karmapoet“
  3. „Abseitsliebe“
  4. in Arbeit

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Weitere Bloggermeinungen
Von Janna

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Weitere Buchinformationen

 

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: TWENTYSIX; Auflage: 2 (30. November 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3740731648
  • ISBN-13: 978-3740731649
  • Preis: 10,99€ (Stand vom 12.03.2019)
  • Auch erhältlich als: E-Book
© Pink Anemone

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Autoren-Info
Bildquelle: Amazon

Nika Sachs ist 1987 in Frankfurt am Main geboren und
befasst sich sozialkritisch mit dem Komischen und Unkonventionellen
des Alltags. Neben literarischer Belletristik schreibt sie Kinderbücher, Lyrik sowie Essays und arbeitet freiberuflich als Journalistin, Lektorin, Musikerin und Illustratorin.

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7 Kommentare zu „Rezension „Schneepoet“ von Nika Sachs ★★

  1. WoW! Eine sehr gelungene Rezension! Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch schon sehr lange beobachte, aber nie sicher genug war, ob sie was für mich ist. Ich kann mit Depri-Geschichten und Protagonisten recht gut umgehen aber nach dem Spoiler, ich MUSSTE ihn lesen, kann ich sehr gut verstehen, was du meinst. Das ist auch nicht so richtig mein Fall und wahrscheindlich werde ich dieses Buch auslassen. Wenn man schon ein negatives Bauchgefühl hat, sollte man auch darauf hören. Wer möchte schon seine Zeit mit Geschichten verplempern, die einem wahrscheinlich nicht gefallen werden. Theoretisch möchte ich eigentlich nur 5-Sterne-Bücher erwischen! 😀
    GlG, monerl

    (Ich schreibe heute hier viele Kommentare. hihi Hatte dich bzw. deinen Blog irgendwie aus den Augen verloren und in letzter Zeit zu viel Stress, um bei anderen Blogs zu schauen. Deshalb wundere dich nicht. :-P)

    Gefällt 1 Person

    1. Als ob mich Deine vielen Kommentare stören würden. Freue mich ja wie ein Schnitzel darüber. Und das mit dem Blogbesuch kenne ich von mir. Ich arbeite Vollzeit, habe tausend Hobbies und finde nie Zeit meinen Hintern mal länger vor den PC zu hocken, um Blogs zu besuchen. Abgesehen davon kann ich nie sehr lange vorm PC sitzen, weil mir sonst der besagte Hintern einschläft, ergo ich keine Langsitzerin bin XD. Also mach Dir bitte keinen Kopf und wer weiß wieviele Kommentare Du gleich von mir bekommen wirst *g*.

      Nun ja, Nora und ich scheinen ja wirklich die Einzigen zu sein, die dieses Buch nicht so toll finden, also weiß ich auch nicht… Mir liegen eben solche Romane nicht, vor allem, wenn keine Entwicklung stattfindet (obwohl da Janna anderer Meinung ist, gell Janna XD) und immer das gleiche Mimimi vorkommt, nur in anderen Worten.
      Falls Nika aber einmal ein anderes Buch schreiben sollte, wie z.B. einen Krimi (was ich wohl eher nicht glaube), dann lese ich den ganz bestimmt, denn der Schreibstil ist absolut genialst.

      Gefällt mir

  2. „Tja, Janna-Schatz, anscheinend teilen wir doch nicht jeden Buchgeschmack“ – HEUL! Und nach Noras ersten Worten lese ich eure Unterhaltung nicht – IHR BANAUSEN!!!

    Nein ehrlich, wir hatten ja schon diesbezüglich getickert und es ist wie es ist! Und ich kann verstehen, das Luc und sein leben nicht alle Leser*innen abholt, es ist eine eigenwillige Geschichte, bei der eben nicht rosa Wolken vorbeiziehen, sondern das leben ins einer Härte und sich verlieren intensiv skizziert wird. Und ich muss dich verbessern, Liebesroman im klassischen Sinne ist es ja nicht ;P

    Schade das du es so empfunden hattest, das die Geschichte sich nicht weiter entwickelt (was sie für mich ganz klar tut, aber im kleinen – so wie im leben auch – Schritt für Schritt und sehr intensiv in den Folgebänden), aber ich will deine Meinung auch nicht auseinander nehmen, nur weil ich es ganz anders empfunden habe. Schade ist es natürlich mega, dass Luc dich nicht abholen konnte, aber wie du schon schreibst, bleibt mehr Luc für mich hihi ❤

    Deine Gedanken zum Spoiler kann ich nachvollziehen, die Autorin fordert beim Lesen und lässt einen in eine Welt abtauchen, der die meisten Leser*innen unbekannt ist.

    Aber ich bin froh, dass (zu mindestens) Nikas Art zu schreiben, ihr Stil, ihre Sprachgewalt dir gefiel ❤

    Gefällt 1 Person

  3. Wow, ein richtiger Hot Take! Wo die Buchreihe doch wirklich innige Fans hat. Kann ich selbst ja auch nachvollziehen, denn wie du sagst, hat Nika Sachs einen wunderschönen Schreibstil. Aber ich kann mich offiziell outen, dass du nicht allein bist. Trau es mich nur seit Ewigkeiten nicht, es zu sagen. 😉

    Mir ging es ganz ähnlich. Ich war riesig auf das Buch gespannt, zumal Nika in ihren Online-Auftritten als eine echte Künstler-Persönlichkeit rüberkommt. Ich achte sie auch nach wie vor als Kollegin. Aber „Schneepoet“ liegt schon seit Monaten abgebrochen unter meinem Nachttisch, ich rede mir immer wieder ein, dass ich eines Tages weiterlese. Bis jetzt nicht passiert.

    Ich habe an der Stelle aufgehört, die du hier als Spoiler genannt hast. Aufhören müssen. Es gab verschiedene, sich kulminierende Gründe, bei dieser Szene musste ich dann durchatmen und erst mal weglegen. Generell bin ich mit Luc als Charakter, wie er Frauen behandelt und benennt überhaupt nicht klargekommen. Er war mir kompplett unsympathisch. Manchmal ist das so, egal wie sehr man glaubt, dass ein Buch einem gefallen müsste.

    Schade, dass du insgesamt vom Genre Abstand nehmen musst, aber dann ist das so, dein Geschmack. Ich suche immer händeringend nach Gegenwartsliteratur, die nicht mit billigen Schockeffekten, unverständlichen Sprachschwurbeleien oder -ismen arbeitet. Verdammt schwer. Schäm dich, deutscher selbsternannter Buchkunstmarkt! Für mich war „Schneepoet“ die richtige Richtung, aber dann doch nicht wirklich das Richtige.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nora,
      irgendwie bin ich nun doch etwas beruhigt nicht alleine auf weiter Flur mit dieser Meinung zu stehen.
      Ich kann auch durchaus verstehen, dass diese Art von Story und Charakter seine Fans hat, aber ich bin prinzipiell nicht der Typ für Herzschmerz und schon gar nicht wenn sich ein Prota sich anhand einer Beziehung identifiziert als ob er sonst nichts wäre, es nicht schafft sich zu entwickeln, die Kurve zu kriegen und sich Frauen gegenüber benimmt wie ein pubertierender 15-jähriger. Die fehlende Entwicklung, die Jammerei und immer Besserung schwörend ohne das was passiert, haben mich besonders gestört. Es ist ein Buch über manische Depression – schon klar, aber gerade deshalb fehlt mir hier der Lichtblick, das Positive, das Mutmachende – falls das Personen mit dieser Erkrankung lesen sollten. Vielleicht wird es in den anderen Teilen ja besser, aber ich sehe davon ab die Reihe weiter zu verfolgen.
      Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Spoiler-Szene für manche echt harter Stoff ist und triggert. Ich war über diese Szene regelrecht schockiert – Vergewaltigung die zur Erleuchtung führt und daher positiv zu bewerten ist? Puhh.

      Ich habe ja schon immer um Liebes- und Erotikromane einen Bogen gemacht. Ich bin romantsich wie ein Traktorreifen und kann daher vieles nicht nachempfinden (die Heulerei, Liebeskummer, Drama…was aber definitiv an mir, ergo an meinem Charakter/meiner Psyche liegt). Es bleibt also für mich alles beim Alten, ergo Hände weg von solchen Gefühlsromanen 😉
      Und Du hast recht..ohne zu schockieren schafft es kein Buch mehr Leser zu begeistern. Es mus s immer noch einer draufgesetzt werden.

      Vielen Dank für dein Kommentar!
      Liebe Grüße aus der Nachbarschaft ums Eck
      Conny

      Gefällt 1 Person

      1. Oh ja, stimmt, ganz vergessen zu erwähnen: Ich glaube, wenn man sich auf seine und Ingas Beziehung nicht einlassen kann (kann man das denn eine Beziehung nennen, wenn sie die ganze Zeit absent ist?), kommt man sowieso nicht rein. Ging mir so, gerade mit der totalen „Identifikation“, wie du sagst.

        Mir ist schon klar, dass Ingas Überhöhung auch mit Lucs Depression zu tun hat, trotzdem würden da bei mir im echten Leben die Alarmglocken klingeln, wenn ein Typ nach so und so vielen Jahren immer noch nicht loslassen kann und will. Generell wird sie unglaublich idealisiert und auf ein Podest gestellt von ihm. In der Filmtheorie kennt man solche Frau als „Manic Pixie Dream Girl“. Mehr Idealisierung statt Mensch und was relativ Toxisches.

        Ich glaube aber, so gaaanz ohne Gefühl für die Themen an sich bist du nun wirklich nicht. 😉 Du magst ja meine Galgenmärchen. Die Bücher haben auch „Jammerei“ und „Herzschmerz“, nur anders (ich mache halt Dramen, Tragödien, andere Stoffe draus). Chemie stimmt nicht, ist dann wohl so. Vielleicht lese ich trotzdem mal zu Ende.

        Gefällt 1 Person

      2. In dieser Story findet man allgm. sehr viele toxische und psychopathologische Beziehungen. Ich könnte in meinem Uni-Buch zu Psychopatho einiges abhaken XD Man könnte das auch gut als begleitendes Buch in Psychologie hernehmen, als Fallbeispiel. Vor allem weil Nika das wirklich wunderbar beschreibt und in Worte fassen kann. Wie gesagt, genialer Schreibstil und psych. Erkrankungen auf diese einnehmende und zugleich poetische Art einfangen zu können, dazu gehört schon was. Es war mir dann nur schon etwas too much und wie erwähnt, immer die gleiche Leier.

        Deine Galgenmärchen sind aber so gar nicht damit zu vergleichen. Du provozierst zwar auch auf Deine eigene Art, aber das auf sehr subtile Art, wobei man trotzdem sofort erkennt was dahinter steckt, bzw. dahinter stecken könnte. Dabei diese unheimliche, aber klassische Märchen-Atmosphäre, inkl. einer kleinen Moral am Ende, wie es Märchen eben so inne haben…. und vor allem mit wesentlich mehr Handlung und Spannung. Möglich das ich in „Schneepoet“ auch einiges nicht an mich rangelassen habe, eben weil mir so eine Art von „Beziehung“ absolut unverständlich ist. Who knows.

        Du weißt ja im Grund jetzt was auf Dich zukommt und kannst Dich lesetechnisch und psych. darauf vorbereiten. Vielleicht gefällt es Dir am Ende ja dann doch ganz gut.

        Gefällt 1 Person

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