Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „Tortillas, Tapas und Toxine – Eine kulinarische Krimi-Anthologie“ Herausgeberin Ingrid Schmitz ★★★★★

Eine kulinarische Krimi-Anthologie ganz im Zeichen spanischen Flairs…nur mörderischer und tödlicher

Spannung und leckere Rezepte

Stierkampf, Sangria und Sandstrand – Spanien ist Sehnsuchtsland und Urlaubsziel. Aber auch unter der heißen Sonne der iberischen Halbinsel ist es nicht sicher. Zwischen Murcia und Santander, Barcelona und Santiago und selbst auf den Kanaren werden üble Pläne geschmiedet und unliebsame Zeitgenossen beseitigt. Gut, dass die landestypischen Rezepte die zittrigen Nerven beruhigen können.
Nach dem großen Erfolg von »Muscheln, Mousse und Messer« und »Porridge, Pies and Pistols« folgt nun die dritte kulinarische Kurzkrimisammlung unter der Federführung der Herausgeberin Ingrid Schmitz. Erneut hat sie 16 namhafte AutorInnen und Newcomer um einen Krimi mit Rezept gebeten, diesmal rund um das schöne Spanien und seine lukullischen Genüsse… (Klappentext)

© Pink Anemone

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Ihr liebt Spanien, dessen Flair und das leckere spanische Essen? Ihr sucht locker-leichte aber nicht minder spannende Krimilektüre? Dann ist diese Anthologie genau das Richtige für Euch, denn hier erhaltet Ihr eine Kombination aus allem, nämlich spannende Kurzkrimis, deren Setting sich im schönen und warmen Spanien befinden und im Anschluß an jeden Krimi ein traditionell spanisches Rezept.

© Pink Anemone

Um Euch einen besseren Einblick in diese Anthologie zu verschaffen, stelle ich Euch jeden einzelnen Krimi kurz vor und von einem habe ich sogar das Rezept geklaut und teile es mit Euch.
Also lehnt Euch zurück, genießt ein Eis oder einen Sangria, denn wir begeben uns nun in das Land der Tapas, Flamencos und langen Sandstrände…gewürzt mit ein paar Todesfällen.

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1. „Die Pilgerreise“ von Lilo Beil

Stella bekam von ihrer betagten Tante eine Reise geschenkt. Es geht jedoch weder mit dem Kreuzschiff in die Karibik, noch auf eine der kanarischen Inseln. Eine Pilgerreise wird ihr von der lieben Tante geschenkt und zwar nach Santiago de Compostella. Stella, alles andere als fromm und gläubig, beschließt diese Reise trotzdem zu genießen, doch dies wird ihr gründlich vermiest. Ein ehemaliger Studienkollege sitzt einen Tisch weiter und vergessene Rachegefühle kommen in Stella hoch.
Überraschendes Ende mit sympathischer Protagonistin

„300-400 Milligramm pro Mensch sind tödlich. Tod durch inneres Ersticken durch Hemmung der zellulären Atmungskette im Komplex IV. Also natürlich ist es analytisch leicht nachzuweisen anhand der klinischen Symptomatik, aber …, da fiel mir im Fall der Fälle noch was ein. In einem Mandelkuchen verabreicht könnte das der perfekte Mord sein.“
(S. 16)

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2. „Rompeculos“ von Raoul Biltgen

Hugo möchte das neue Jahr mit etwas ganz Speziellem beginnen – an einem verlassenen Strand nackt im Meer onanieren und dabei seiner Phantasie freien Lauf lassen. Er schafft es zu diesem Strand, er schafft es auch ins kühle Meer, aber zum Onanieren kommt er nicht mehr. Er steigt im Meer auf eine Leiche einer Frau und vorbei ist es mit dem Wunsch sich einen herunterzuwedeln. Er schleppt sie an den Strand, doch eine Reanimation wird bei der wohl nichts mehr bringen … und dann erblickt er plötzlich einen Mann. Ebenfalls nackt, doch in der Hand hält er ein Messer.
Ein Krimi bei dem man permanent schmunzeln muss

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3. „Tamporrada“ von Astrid della Giustina

Mona, eine Individualistin und Aussteigerin, lebt mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe im sonnigen Biarritz. Sie lebt von einen Tag auf den anderen und genießt das Leben in vollen Zügen. Doch es geht ein Mörder um, genannt „Bestie von Biarritz“. Schon vier Frauen wurden Opfer dieses Killers und die Nachrichten aus den Zeitungen trüben hin und wieder Monas gute Laune. Meist schenkt sie diesen keine Beachtung … wenn sie wüsste, dass der Killer näher ist als gedacht wäre sie vorsichtiger. Spannung diesmal nicht in Spanien, sondern im Süden Frankreichs

Bildquelle: goldcar.es

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4. „Die Aale der Albufera“ von Marcus Imbsweiler

Junge Mütter mussten bei der Geburt Schreckliches durchmachen, ein Kind sucht seine Eltern und ein Arzt und eine Nonne sind sich keiner Schuld bewusst.
Beklemmende Spannung

© Pink Anemone

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5. „>Sardine Kebratten> heute leider aus“ von Tatjana Kruse

Da sitzt man nichtsahnend mit einem alten Freund in einem Restaurant an der Nordküste Teneriffas und dann fällt dieser Freund plötzlich tot vom Stuhl – getroffen von einem Giftpfeil. Sehr verdächtig! Wenn der oder die Mörder gewusst hätten, dass ihr Opfer gerade mit einem Hobbydetektiv mit äußerst guter Spürnase am Tisch gesessen hat, hätten sie sich das wohl drei Mal überlegt.
Witzig und wendungsreich

„Ich will gerade sagen: >>Wie schade, auf die gebratenen Sardinen habe ich mich schon besonders gefreut!<<, da fällt Bene vom Plastikstuhl. Sichtlich mausetot. Mitten auf der Terrasse der Fischerkneipe. In der Punta del Hidalgo auf Teneriffa.“ (S. 69)

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6. „Der Raub des El Dorado“ von Jens Luckwaldt

Ein historischer Kurzkrimi mit Setting des Spaniens im 18. Jahrhunderts. Darin wollen Unbekannte dem Erzbischof von Torquevillas den wertvollen Smaragd „El Dorado“ stehlen. Der Erzbischof lässt einen britischen Detektiv einreisen, der sich dieser Sache annehmen soll, immerhin steht bei Entwendung dieses Smaragds seine Ernennung zum Kardinal auf dem Spiel. Mit irgendwas muss man sich das „Befördern“ ja erkaufen.
Fantastisch atmosphärisch mit überraschendem Ende

© Pink Anemone

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7. „Der Ziegenbaron“ von Henrike Madest

Das alljährliche Fest „Fiesta de Agosto“ steht in Antigua bevor. Dafür möchte Pedro Gonzales, im Dorf auch „Der Ziegenbaron“ genannt, wie immer seinen leckeren Ziegeneintopf für das ganze Dorf zubereiten, doch seine Frau will ihm da wohl einen Strich durch die Rechnung machen. Wie wird dieser Streit zwischen dem Ehepaar ausgehen? Wird es für Antigua heuer einen Ziegeneintopf geben?
Abgefahrenes Ende

Bilduelle: spain.info

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8. „Pinchos de Pollo“ von Heidi Moor-Blank

Der Hotelchef ist leicht verstimmt. Einer seiner Gäste, der ständig übel gelaunte Fotograf aus Deutschland hat das Zeitliche gesegnet. Tja, selber schuld, wenn er kein bisschen Spanisch versteht. Sowas kann dann schon mal ins Auge gehen.
Krimi, der einen besonders am Ende schmunzeln lässt.

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9. „Besuch von Bubo“ von Renate Müller-Piper

Gina erwartet den Besuch ihrer Cousine Bubo in ihrem Feriendomizil auf Mallorca. Freuen tut sie sich nicht. Sie kann mit dieser unsicheren und lethargischen Person nichts anfangen, die trotzdem alles besser zu wissen scheint. Wie wird dieser Urlaub wohl für die beiden grundverschiedenen Frauen zu Ende gehen?
Mit dieser überraschenden Wendung am Ende habe ich so gar nicht gerechnet

Rezept mit Verlinkung folgt / © Pink Anemone

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10. „iPan iVino“ von Heinrich-Stefan Noelke

Diebstahl in einer großen spanischen Familie mit nur einem angeheirateten und wieder verwitweten Deutschen, ein Selbstmord und ein Weihnachtsessen, welches aus dem Ruder läuft.
Nicht Fisch und nicht Fleisch, wirr und ohne roten Faden und Fragen am Ende.

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11. „Die Knochenhand“ von Irene Rodrian

Bea rekelt sich am Strand von Formentera, genießt die Hitze der Sonne auf ihrer Haut und den Ausblick auf das türkis glitzernde Meer. Sie gräbt ihre Finger in den warmen Sand, gräbt tiefer, einfach nur aus Spaß, und plötzich spürt sie etwas. Sie zieht es aus dem Sand und bekommt den Schock ihres Lebens. Sind ihre neuen Freunde wirklich Freunde oder hüten diese ein düsteres Geheimnis?
Absolut spannend

„Bea ließ es mit einem Aufschrei los. Eine Hand. Das Skelett einer Hand. Die Armknochen. Am groben vorstehenden Gelenk ein dunkel verwittertes Kettchen mit verklumpten Glücksanhängern.“
(S. 141)

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12. „Das Formentera-Schwein“ von Niklaus Schmid

Es beginnt alles wie eine Liebesgeschichte. Ein Aussteiger, der auf Formentera lebt und sich seinen Lebensunterhalt mit Malerei auf dem Hippiemarkt verdient und eine reiche gelangweilte und verheiratete Frau begegnen sich. Liebe und Abenteuer liegen in der Luft, sie beschließt ebenfalls auszusteigen und mit ihm auf Formentera glücklich zu werden. Doch dann überlegt sie es sich doch wieder anders … und das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Herrliche Atmosphäre und überraschendes Ende

© Pink Anemone

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13. „All Inclusive“ von Ingrid Schmitz

Simone wurde hochkant aus ihrem Job in einem Reisebüro geschmissen. Die Chefin dachte fälschlicherweise sie hätte eine Affäre mit ihrem Mann, derweilen findet sie diesen schmierigen Typen einfach nur ekelhaft. Als Entschädigung drückt ihr die Chefin ein All-inclusive-Ticket nach Lanzarote in die Hand. Doch nicht nur das sich auch ihr ehemaliger Chef diesen Flug buchen lässt. Mit diesem „Hotel“ scheint auch etwas nicht zu stimmen.
Herrlich böse

„Simone streifte ihr Stück von der Gabel, drückte dabei andere Stücke beiseite und sah sie jetzt: die feinnadeligen Dornen eines wohl noch jungen Opuntien-Ohres.“
(S. 181)

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14. „Spanien sehen – und sterben?“ von Gesine Schulz

Marlis begleitet ihre Freundin Gabi in ein spanisches Winzerdorf. Gabi und Regalado, dem das Weingut gehört und der einer großen und alten Winzerfamilie angehört, wollen ihre Verlobung bekanntgeben. Doch nicht jeder ist von dieser Beziehung und schon gar nicht von der sich angekündigen Hochzeit begeistert.
Tolle Sommer-Atmosphäre, die man am besten mit Wein genießt – Überraschung inklusive

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15. „Eiszeit“ von Inge Stender

In einem Häuschen auf einer kleinen Nachbarinsel Teneriffas feiert ein Ehepaar Silvester. Doch nicht nur, dass sich die beiden immerzu zanken, rund um das Haus scheinen sich auch Kriminelle herumzutreiben oder bildet sich der Mann das nur ein? Unheimlich und am Ende doch irgendwie amüsant, jedoch nur für den Leser.

Bildquelle: elhierro.travel.de
16. „Malheur auf Mallorca“ von Klaus Stickelbroeck

Ein Urlaub eines Ehepaares die verschiedener nicht sein könnten und ein einheimisches Restaurant, desse Koch man besser nicht verärgert.
Herrlich böse und witzig

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© Pink Anemone

Fazit:
16 Krimi-Kurzgeschichten und 16 Rezepte, Herz was willst du mehr? Bis auf eine Story mit der ich irgendwie überhaupt nichts anfangen konnte, fühlte ich micht gut unterhalten. Ergo, bei 15 Storys habe ich gelacht, böse gegrinst, überraschend meine Augen aufgerissen oder gefesselt an meinem Kaffee genippt. Ein äußerst guter Schnitt für eine Krimi-Anthologie.
Man spürt während des Lesens regelrecht die Sonne auf der Haut, den Sand unter den Füßen und vor allem die kulinarischen Genüsse im Mund. Hier lief mir nicht nur einmal das Wasser im Mund zusammen und ich träumte mich in meinen letzten Spanienurlaub, jedoch ohne Mord und Totschlag versteht sich.
Wer also, wie ich, seinen Urlaub auf Balkonien verbringt und sich in heißere Gefilde mit Sonne, Strand und Meer mit etwas Spannung träumen mag, ist mit diesem Buch wirklich gut beraten. Aber auch als Strandlektüre eignet es sich hervorragend, man ist danach nur eventuelle etwas vorsichtiger 🙂

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Weitere Buchinformationen

Rezensionsexemplar mit herzlichem Dank an den Conte-Verlag und Tanja Karmann

Mit Verlagslink

 

  • Taschenbuch: 300 Seiten
  • Verlag: CONTE-VERLAG; Auflage: Erstausgabe (17. Mai 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3956020138
  • ISBN-13: 978-3956020131
  • Preis: 12,90€ (Stand vom 25.07.2019)
  • Auch erhältlich als: E-Book
© Pink Anemone

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2 Kommentare zu „Rezension „Tortillas, Tapas und Toxine – Eine kulinarische Krimi-Anthologie“ Herausgeberin Ingrid Schmitz ★★★★★

  1. Huhu liebes Anemonchen,

    ich liebe ja solche Bücher, in denen Geschichten mit Rezepten gemischt werden. Ich habe zwar keine Anthologien, aber Krimis in denen auch die Rezepte aus dem Buch drin stehen. Das macht die Geschichte gleich viel lebendiger. 🙂

    Ich hab ja schon gesehen, das du ein Rezept probierst hast, wohingegen ich gestehen muss noch keines aus meinen Büchern probiert zu haben. Ist mir aktuell auch zu warm. 😀

    Schöne und und übersichtliche Rezi. Also mich hast du neugierig gemacht.

    Liebe Grüße, Anja

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Anja,
      hast Du von diesen Krimis auch welche rezensiert, bzw. kannst Du mir da eventuell den ein odere anderen empfehlen?
      Dadurch, dass das Rezept relativ schnell geht steht man nicht allzu lange in der heißen Küche 😉 Aber Du hast recht, wenn es so heiß ist, esse ich auch lieber kalt *g*

      Liebe Grüße
      Conny

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