Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „The Fourth Monkey – Das Mädchen im Eis“ von J.D. Baker (Sam Porter – Teil 2) ★★★★★

Abgefahrener und wendungsreicher 2. Teil der Reihe mit ganz fiesem Cliffhanger

Der Eismann ist da

Seit Monaten herrschen in Chicago Minustemperaturen, als die Leiche der jungen Ella Reynolds eingefroren im See gefunden wird. Sie wurde vor drei Wochen vermisst gemeldet – der See ist seit Monaten zugefroren. Die Medien beschuldigen den berüchtigten Four Monkey Killer Anson Bishop, aber Detective Sam Porter will nicht glauben, dass er damit etwas zu tun hat. Er kennt den Serienkiller gut, denn er hat ihn geschnappt und laufen lassen, und er hat noch eine Rechnung mit ihm offen. Porter hat sich auf ein gefährliches Spiel eingelassen, währenddessen verschwindet ein Mädchen nach dem anderen … (Klappentext)

© Pink Anemone

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Dies ist der 2. Band der Sam Porter-/Fourth Monkey-Reihe und bevor man diesen liest sollte man unbedingt den 1. Band der Reihe lesen.
Nicht nur damit man gewisse Zusammenhänge besser verstehen kann, sondern da dieser Teil im wahrsten Sinne eine Fortsetzung ist und man dadurch ziemlich böse zum 1. Band gespoilert wird. Diese Reihe lebt von überraschenden Wendungen und diese sollte man sich nicht vermiesen lassen.
Hierbei möchte ich auch gleich vor möglichen Spoilern in dieser Rezension warnen, wobei ich versuche diese in Grenzen zu halten.
An all diejenigen, welche bereits den 1. Band „Geboren, um zu töten“ kennen, wünsche ich viel Vergnügen, denn Anson Bishop is back und das brutaler und hintertriebener denn je.

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„Ein paar Schritte, und vor ihm tauchte das Mädchen auf. Über ihr war das Eis durchsichtig wie Glas. Sie sah mit leerem Blick zu ihm hoch. Ihre Haut war bleich und leicht bläulich verfärbt – außer rund um die Augen, dort war die Haut dunkellila. Ihre Lippen waren leicht geöffnet, als wolle sie ihm etwas sagen – etwas, was nun nie ausgesprochen würde.“
(S. 17)

Seit den furchtbaren Ereignissen bei denen der Fourth Monkey Killer Chicago in Atem hielt, sind vier Monate vergangen.  Der Ermittler Sam Porter hat diesen Psychopathen, dessen realer Name Anson Bishop ist, mehr oder weniger freiwillig laufen lassen. Noch immer plagen ihn Albträume von ausgeschabten Augäpfeln und das schlechte Gewissen. Doch ihm bleibt nicht viel Zeit dies zu verarbeiten, denn ein neuer Serienkiller ist in der Stadt.
Die 15-jährige, vor zwei Wochen als vermisst gemeldete Ella Reynolds wird in einem zugefrorenem See gefunden. Das Verwirrende daran – der See ist schon seit Monaten gefroren, also wie kommt das Mädchen unter das Eis? Als kurz darauf ein weiteres Mädchen vermisst gemeldet wird, ist schnell klar, dass der selbe Täter dahinter stecken muss.
Während Porter und sein Team versuchen diesen Täter zu fassen, beschäftigt er sich privat weiter mit dem 4MK (Fourth Monkey-Killer). Auch diesen will er schnappen, denn er hat mit ihm noch eine Rechnung offen und selbst eine Suspendierung hält ihn nicht auf. Tja, und Bishop scheint sich auch nicht unbedingt auszuruhen.

© Pink Anemone

Wir haben es hier also diesmal mit zwei Fällen, sprich zwei Handlungssträngen zu tun und lesen aus mehreren Perspektiven.
Der erste Handlungsstrang verfolgt den aktuellen Fall, wobei wir dem Ermittler-Team über die Schulter blicken, Einsicht in die verstörende Perspektive des Täters, sowie die der Opfer erhalten. Vor allem Letztere sind beklemmend und stecken voller Angst. Man leidet mit ihnen, zittert mit ihnen vor Kälte und Angst und driftet auch mit ihnen in die erlösende Dunkelheit.
Bei mir kam aber auch Mitleid mit dem Täter auf, denn dieser ist auf der Suche nach etwas und scheint nicht von grundauf böse zu sein, obwohl seine Taten eine ganz andere Sprache sprechen. Somit war ich hin und hergerissen.

„Die Insekten fraßen seine Gedanken. Das wusste er jetzt. Sie ernährten sich von seinem Gedächnis. Nur deshalb hatte er solche Probleme, sich zu erinnern. Sie fraßen, vermehrten sich, und je zahlreicher sie wurden, umso mehr juckte es – erst waren es nur wenige gewesen, inzwischen waren es unzählige.“
(S. 353)

Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit der Suche nach dem 4MK und hierbei lesen wir nicht nur aus Sam Porters Sicht, sondern auch aus der Perspektive von Special Agent Pole vom FBI. Dieser ist einer der wenigen, der auf Porter und dessen Bauchgefühl hört. Im Gegensatz zu ihm versucht er Bishop jedoch auf offiziellem und legalem Weg aufzustöbern.
Hierbei kommt es zu einer wahren Schnitzeljagd, denn Bishop liebt Rätsel und andere auf falsche Fährten zu führen, während er die Strippen in der Hand hält. Des Weiteren bekommen wir auch wieder Einblick in seine Tagebücher.

© Pink Anemone

„Die Elektroden des Elektroschockers bissen sie in den Nacken – zwei Metallzähne, die so unerträglich wehltaten, dass es ihr schier durch jede Faser schnitt, als glitte eine KLinge von ihren Zehen bis in die Fingerspitzen. Sie verdrehte die Augen, und die Beine gaben unter ihr nach. Binnen eines Wimpernschlags war ihr Schrei verstummt, und um sie herum wurde es still.“
(S. 86)

Dieser Band ist ein absoluter Pageturner und von Anfang bis Ende mit überraschenden Wendungen gespickt. Eine Story, welche spannend, brutal und verstörend ist, trifft auf Sprachgewalt, welche für diesen Autor typisch ist. J.D. Barker schafft es in Bezug auf Folter- und Tötungsmethoden, sowie bezüglich Wendungen den ersten Band zu toppen – alles noch ausgefeilter und noch komplexer, sodass man bis zum Ende hin nicht weiß wohin er uns führen möchte.

Die Figuren sind hervorragend gezeichnet und sie laden einen regelrecht ein mit ihnen zu gehen. Vor allem, wenn man aus der Sicht der Ermittler liest, hat man das Gefühl selbst ein Teil des Teams zu sein. Dies wird vor allem durch so manche witzigen und typischen Dialoge zwischen den Kollegen begünstigt, bei denen man merkt, dass sie schon lange zusammenarbeiten und einen vertrauten Umgangston pflegen. Hierbei hat man also auch durchaus Grund zwischendurch zu schmunzeln.

© Pink Anemone

„Hier sind die Leute so arm, dass sie ihr Müsli mit der Gabel essen, um Milch zu sparen. Und für eine Schießerei im Vorbeifahren nehmen sie den Bus.“
(S. 274)

Am Ende schafft es der Autor die beiden Fälle auf spektakuläre Weise miteinander zu verweben und nicht selten blieb mir vor Überraschung die Spucke weg.
Wie nicht anders zu erwarten, endet auch dieser Band mit einem verdammt miesen Cliffhanger, denn Bishop ist noch lange nicht fertig und scheint erst so richtig warm zu werden. Manchen könnte das Ende also sauer aufstoßen und auch ich raufte mir die Haare, jedoch mit einem fiesen Lächeln im Gesicht. Immerhin bedeutet das, dass der Autor noch lange nicht mit Porter und Bishop fertig ist.

Fazit:
War ich vom 1. Band schon begeistert, so bin ich von diesem hier regelrecht überwältigt.
Dieses Buch wurde zu einem der wenigen, die mich vor Spannung nicht schlafen ließen, selbst wenn ich am nächsten Tag früh aufstehen musste. Das lag natürlich auch an den kurzen Kapiteln, welche immer mit einem Cliffhanger enden. Hierbei sollte man anmerken, dass J.D. Barker wahrlich the Master of Cliffhanger ist, der selbst mich vergessen ließ an meinem Kaffee zu nippen.
Tja, und nun hoffe ich, dass der. 3. Teil so schnell als möglich erscheint, denn die Spannung wie es weitergeht ist kaum auszuhalten.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Andere Bloggermeinungen
Kerstin: „Die Jagd geht weiter – eine spannend konstruierte Fortsetzung“

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Reihenfolge
  1. „The Fourth Monkey – Geboren, um zu töten“ (2017)
  2. „The Fourth Monkey – Das Mädchen im Eis“ (2019)

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Weitere Buchinformationen

Rezensionsexemplar mit herzlichem Dank an:

 

  • Broschiert: 688 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (10. Juni 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Originaltitel: „The Fifth to Die“
  • ISBN-10: 376450692X
  • ISBN-13: 978-3764506926
  • Preis: 15,00€ (Stand vom 27.08.2019)
  • Auch erhältlich als: E-Book, HB und MP3-CD
© Pink Anemone

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Autoren-Info
© Dayna Barker

J.D. Barker hat bereits einen preisgekrönten Roman veröffentlicht, für den er hochgelobt wurde. »The Fourth Monkey: Geboren, um zu töten« ist sein erster Thriller und der Beginn einer Serie um Detective Sam Porter. Barker lebt in Englewood, Florida, und in Pittsburgh, Pennsylvania. HIER kommt ihr zur Webseite des Autors.

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4 Kommentare zu „Rezension „The Fourth Monkey – Das Mädchen im Eis“ von J.D. Baker (Sam Porter – Teil 2) ★★★★★

    1. Also ich bin begeistert, was natürlich nicht bedeutet, dass es Dich genauso mitreißt wie mich *g*. Ich muss Dich auch echt nochmal vor dem fiesen Cliffhanger warnen. Das mag ja auch nicht jeder.
      Aber was überraschende Wendungen und ungewöhnliche Mord- und Foltermethoden betrifft, ist J.D. Barker ein Wahnsinn 😉

      Liebe Grüße aus Wien
      Conny

      Gefällt 1 Person

      1. Ja und zwar ein ziemlich fieser. Der primäre Fall wurde abgeschlossen, der mit dem Fourth Monkey-Killer bleibt offen. Aber es ist ja eine Thriller-Reihe. Wäre ja doof, wenn einer der Protagonisten, in diesem Fall der Killer, auf der Flucht erschossen werden würde…oder ähnliches. Dann wäre ja die Reihe zu Ende XD.

        Liebe Grüße aus Wien
        Conny

        Gefällt 1 Person

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