Comics / Graphic Novels · Rezensionen

Comic-Reihenvorstellung „Conan 4 & 5“ ★★★★★

Meine Comic-Reihenvorstellung rund um den Barbaren Conan aus dem Splitterverlag geht in die zweite Runde. Diesmal werden Band 4 & 5 vorgestellt und es hat wieder unheimlich Spaß gemacht mit dem Cimmerier Kämpfe auszutragen und durch die Lande zu ziehen.

Als Robert E. Howard-Bewunderin bin ich weiterhin restlos begeistert, was die frankobelgischen Autoren und Illustratoren mit dieser Reihen-Adaption erschaffen/geschaffen haben – nämlich eine wahre Hommage an Robert E. Howard und Conan selbst.

Zu jedem Comicalbum dieser Reihe lese ich übrigens die Originalstorys von Robert E. Howard parallel, nur um Euch einen Einblick zu geben, was für ein Conan-/Howard-Geek ich bin. Außerdem muss ja überprüft werden, wie sehr sich die Frankobelgier an die Originalstorys halten und bisher muss ich hier wirklich mal einen großen Respekt aussprechen, denn obwohl diese Comicalben nur eine Seitenzahl von knapp 60-70 Seiten haben, schaffen es Autoren und Illustratoren nah an der Originalstory zu bleiben und Conan so zu zeigen wie ihn Robert E. Howard erschaffen hat – ein derber Barbar, der schwertschwingend und mit nackten und gestähltem Oberkörper jedem den Garaus macht, der ihm blöd kommt und doch auch philosophische Gedanken zutage fördert.

Zusätzliche Info: Wie im Original sind auch hier alle Teile in sich abgeschlossen und können eigeständig gelesen werden.
Weiters hat jeder Band aus dem Splitter-Verlag einen anderen Autor und Illustrator.

Wer vorher noch einen Blick zum 1. Teil meiner Comic-Reihenvorstellung zu Band 1-3 werfen möchte, klicke auf den Button…

© Pink Anemone

Und nun möchte ich Euch nicht länger auf die Folter spannen. Schnappt Eure Schwerter, schlüpft in Euren Lendenschurz oder Tierfell-Umhang und reist in die Welt von Conan dem Cimmerier.

© Pink Anemone

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Reihenvorstellung Band 4 & 5

IV. „Ymirs Tochter“ von Robin Recht ★★★★
© Pink Anemone

„>>Die Männer von Nordheim leben für den Kampf, und ich, um sie kämpfen zu sehen … um einen wahren Helden unter ihnen zu finden, den ich einmal mehr zu Euch führen werde, Vater. Denn so will es das Gesetz von Nordheim.<<“
(S. 7)

Im hohen Norden tobt eine blutige Schlacht. Die Aesir und die Vanir bekämpfen einander seit Menschengedenken und somit ist dies eine traditionelle Schlacht der Nordländer, welche dazu dient, dass der stärkste und einzig Überlebende von der Tochter des Frostriesen auserwählt wird, um ihr zu folgen und zu ihrem Vater auf den Odroerir zu gelangen.
Mit Vergnügen betrachtet Ymirs Tochter die Schlacht, doch diese endet anders als gedacht, denn von den Nordmännern überlebt niemand. Nur ein Mann namens Conan hat diese Schlacht überlebt und dieser hat mit dieser Tradition so gar nichts am Hut und kennt die Legenden dahinter nicht. Die Tochter des Frostriesen hat nun aber ihn erwählt und er folgt ihr, ohne auch nur einen Plan zu haben wer diese nackte Rothaarige Maid eigentlich ist … und bald entbrennt eine weitere Schlacht.

© Pink Anemone

Autor und Illustrator ist hier der Franzose Robin Recht, welcher auch eine Adaption von Michael Moorcock’s „Elric“ kreierte und damit selbst Moorcock begeistern konnte. Von Moorcock stammt auch der Kommentar, welcher die Story einleitet.
Danach stürzt man sogleich in die Story und somit auch in die Schlacht der Aesir und der Vanir.

© Pink Anemone

In dieser Story geht es auch ordentlich heiß her, obwohl man sich in den nordlichen Eislanden befindet. Die Tochter des Frostriesen verdreht Conan ganz schön den Kopf und es kommt zu prickelnd erotischen Szenen. Das dies nicht gut ausgehen kann, wenn man sich mit einem Barbaren wie Conan anlegt, ist von vornherein klar. Doch wie auch Howard deutet auch Robin Recht das Kippen der Stimmung nur an ohne ins Detail zu gehen und es wird der Fantasie des Lesers überlassen, wie Conan auf diese Täuschung reagiert.

© Pink Anemone

Von Robin Recht’s Adaption bin ich schlichtweg begeistert. Obwohl er seine eigene Sichtweise und Fantasie einbringt, hält er sich an die Originalstory von Howard.
Conan, ein Barbar der einfach nur leben und anständig sterben will, wenn die Stunde gekommen ist, wird von ihm mit zusätzlicher Tiefe und ebenso facettenreich dargestellt – eben genau so, wie er auch von Robert E. Howard kreiert wurde.

Die Illustrationen sind atmosphärisch, mitreißend und wunderschön. Wieder ein Comic von dem ich so manches Panel mir am liebsten im Posterformat auf die Wand klatschen möchte.

© Pink Anemone

Im Anschluß gibt es wieder interessante Infos zu Howard’s Originalstory, sowie ein paar Coverentwürfe von Robin Recht.

© Pink Anemone

Rückwirkend betrachtet ist dies meine liebste Adaption dieser Comic-Reihe aus dem Splitterverlag.
Story und Zeichnungen ergänzen sich hervorragend und während des Lesens und Betrachtens spürt man regelrecht den eisigen Nordwind um die Ohren wehen. Robin Recht schafft es, wie schon erwähnt, seine eigene Sichtweise einzubringen, ohne stark an Howard’s Originalstory zu rütteln. Ich denke selbst Howard wäre von dieser Adaption begeistert.
Dieser Autor und Illustrator bleibt definitiv auf meinem Radar.

„>>Ich rieche den bitteren Schweiß unter seinen Fellen, spüre die Schläge seiner schweren Axt, die die Niederlage abwenden und den Lauf der Schlacht ändern. Seine brutale Freude an Mord und Gemetzel. Er ist ein Bär unter den Wölfen.“<<
(S. 18)

Weitere Buchinformationen
© Pink Anemone

 

  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Splitter-Verlag; Auflage: 1. (21. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Originaltitel: „La Fille du géant du gel“
  • ISBN-10: 3962192050
  • ISBN-13: 978-3962192051
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
  • Preis: 18,00€ (Stand vom 18.11.2019)

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V. „Die scharlachrote Zitadelle“ von Luc Brunschwig & Étienne Le Roux
© Pink Anemone

„>>Bald stand nur noch ein letzter Mann aufrecht auf dem Schlachtfeld. Ich sage ‚MANN‘, aber … es war nicht mehr viel menschliches an ihm. Besessen von einer animalischen Wut … bis zur Unkenntlichkeit befleckt vom Blut seiner Feinde … erschlug und verstümmelte König Conan jeden, der es wagte, ihn herauszufordern.<<“
(S. 6)

Conan, derzeit König von Aquilonien, eilte König Amalrus von Ophir zu Hilfe, doch dieser hat sich mit anderen zusammengetan, um Conan zu stürzen. Dieser lief also geradewegs in eine Falle und sitzt nun im finstersten Kerker der scharlachroten Zitadelle des Hexers Tsotha-Lantis. Dieser hat nämlich nichts anderes im Sinn als Aquälonien zu erobern und das Volk seinem Willen zu unterwerfen. Doch Conan wäre nicht Conan, wenn er das auf sich sitzen lassen würde. Sein Barbarenblut kocht und seine Gegner können sich auf etwas gefasst machen, denn König von Aquälonien ist immer noch er.

© Pink Anemone

Hier begegnet man einem etwas zivilisierteren und gesetzteren Conan, immerhin ist er König von Aquälonien und er macht sich nicht mehr nur Sorgen um sich selbst, sondern auch um sein Volk. Doch keine Sorge, das Barbarenblut fließt noch immer durch seine Adern und es wird ordentlich geschlachtet und gemetzelt. Diesmal hätte er sich jedoch nicht ohne Hilfe eines Zauberers und dessen Magie aus der Bredoille ziehen können. Manchmal benötigt eben auch ein Conan Hilfe von außerhalb.

„Die scharlachrote Zitadelle“ ist eine von Howards längeren Conan-Kurzgeschichten. Aufgrund dessen war ich verständlicherweise etwas skeptisch und fragte mich, wie und ob man es schaffen kann diese Handlung in einen Comic von gerade einmal knapp 60 Seiten zu pressen. Dies war völlig unbegründet, denn der Franzose Luc Brunschwig hat sich zwar auf das Wesentliche der Story konzentriert, verlor dabei aber keineswegs die kleinen, aber dennoch wichtigen Nebenhandlungen aus den Augen und webte auch noch die eigene Fantasie ein, ohne das Ganze überladen wirken zu lassen.

© Pink Anemone

Illustrator war diesmal Étienne Le Roux, welcher die Story in ein Retro-Comic-Kleid im typisch frankobelgischen Stil steckte. Auch er hat sich bei der Darstellung von Conan an dessen neuen Image orientiert. Conan wirkt älter und kultivierter, lässt aber durchaus die Muskeln seines nackten und gestählten Körpers spielen, während er an Ketten  zerrt oder Blut spritzen lässt.
Dieser Conan und der Zeichenstil im Allgemeinen konnten mich begeistern. Vor allem ist Le Roux einer jener Illustratoren, welcher Emotionen hervorragend herausarbeiten kann.

Für die Coloration war der Franzose Hubert zuständig und auch diese ist gelungen und schafft zusätzlich Atmosphäre.

© Pink Anemone

Als Howard- und Conan-Fan, lese ich, parallel zu den Comic-Alben, immer die jeweilige Originalstory von Robert E. Howard. Obwohl sich alle frankobelgischen Autoren und Illustratoren nahe am Original halten, kommt „Die scharlachrote Zitadelle“ diesem am nächsten und das trotzdem diese eine der längsten Conan-Storys ist. Dies alleine ist schon mehr als bewundernswert und ließ mich am Ende begeistert in die Hände klatschen. Zudem harmoniert das 3er-Gespann Brunschwig, Le Roux und Hubert hervorragend miteinander und ließen so Conan wiederauferstehen – atmosphärisch, in Farbe und stimmungsvoll.
Ich habe also auch diesen Band der Comic-Reihe aus dem Splitterverlag genossen und muss wirklich sagen, dass dies eine der gelungensten Comic-Reihen ist.
Ob es zu „Kull“ und „Solomon Kane“ auch einmal etwas ähnliches geben wird? Wünschen würde ich es mir.

© Pink Anemone

Am Ende erhält man wieder Infos zu der Veröffentlichung der Originalstory von Robert E. Howard und lässt einem an seinem Kampf nach Anerkennung teilhaben.

„>>Ich habe meine Titel nicht von einer Familie geerbt, die seit Ewigkeiten über diese Welt herrscht. Ich musste mir mit Faust und Schwert meinen Weg zum Thron bahnen … und wenn ich kämpfte, habe ich mein Blut vergossen, ebenso wie die Männer, die ich in die Schlacht führte. Ich habe es verdient, mir diese Krone aufs Haupt zu setzen, weit mehr als dieser Clown Arpello.<<“
(S. 11)

Weitere Buchinformationen
© Pink Anemone

 

  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Splitter-Verlag; Auflage: 1. (23. August 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • Originaltitel: „La citadelle écarlate“
  • ISBN-10: 3962192069
  • ISBN-13: 978-3962192068
  • Preis: 16,00€ (Stand vom 18.11.2019)

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