Gamebooks · Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „Gefangen – Spiele-Comic“ ★★★★

Ein spannender „Read & Jump“-Spielbuch-Comic und somit einmal etwas anderes

Spannend, witzig und tödlich

Deine halbwüchsige Tochter wurde auf offener Straße verschleppt! Die Entführer kontaktieren dich und fordern dich auf, dich in einem verlassenen Herrensitz mitten im Wald einzufinden, wo sie deine Tochter gefangen halten! Ohne zu zögern begibst du dich dorthin und musst bald erkennen, was in Wahrheit hinter der Entführung steckt und wen die Entführer wirklich wollen – dich! Aber zum Glück bist du hier der Held und kannst im Wettstreit gegen die Zeit mit den passenden Entscheidungen und auch dem nötigen Maß an Feuerkraft alles zu einem guten Ende bringen… (Klappentext)

© Pink Anemone

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„Übergib mir dort 10.000€ in kleinen Scheinen und du bekommst sie lebend und unversehrt zurück. Wenn du auch nur ein wenig zu spät kommst, wird sie sterben. Wenn du nicht alleine kommst und irgendwelche Tricks versuchst, wird sie ebenfalls sterben“

Als begeisterte Gamebook-Daddlerin und Comicleserin dachte ich mir ich greife einmal zu einer Kombination aus beidem. Dies ist also meine erste Erfahrug mit einem Spiele-Comic und dementsprechend neugierig war ich auch.

Hier schlüpft man in die Rolle eines Vaters, dessen Tochter am hellichten Tag entführt wurde. Es dauert auch nicht lange und die Entführer melden sich und stellen Forderungen – Keine Polizei, keine Hilfe von außen und 10.000€, die man in ein weit abgelegenens und verlassenes Herrenhaus bringen soll. Im Austausch dafür bekommt man die Tochter wieder zurück.
Selbstverständlich zögert man da nicht lange und schon macht man sich mit dem Geld auf dem Weg. Ebenso selbstverständlich ist, dass sich alles einfacher und unkomplizierter anhört als es schlußendlich ist. Die Entführer wollten einem von Anfang an in eine Falle locken. Man selbst ist derjenige den sie haben wollen.
Wieso, weshalb, warum? Genau das sind die Fragen, die man sich stellt, wärhend man die Tochter und seinen eigenen Arsch retten muss.

© Pink Anemone

Das Regelwerk ist denkbar einfach und schnell erklärt. Man hat drei Eigenschaften, deren Werte man selbst bestimmen kann. Die Vitalität fällt durch Verletzungen, falls man nicht vorher stirbt. Also alles genau so, wie bei anderen Gamebooks auch, nur wesentlich unkomplizierter. Hier spielt man aber auch auf Zeit und das macht das Ganze schon etwas interessanter. Man hat also nur eine gewisse Zeitressource, um seine Tochter zu finden und aus dieser Misere zu entkommen.
Alle Werte und deren Veränderungen werden in den Charakterbogen eingetragen.
Auf der Verlagsseite kann man sich den Charakterbogen downloaden und ausdrucken, um nicht in das Buch kritzeln zu müssen.

© Pink Anemone

Und dann kann es auch schon losgehen … Also Pistole und die 10.000 Mücken einstecken, Jacke überwerfen und sich auf das Motorrad schwingen – mögen die Spiele beginnen.

© Pink Anemone

Die Story beginnt mit der Ankunft beim Herrenhaus und ab dem Zeitpunkt geht es auch gleich ordentlich zur Sache. Schnell wird klar, dass man es selbst auch faustdick hinter den Ohren hat – Erster Schuss gleich ein Treffer, von Angst, die einem die Beine erzittern lässt, keine Spur. Doch auch im Haus selbst ist vieles anders als es scheint und es geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Während man Lili sucht, begegnen einem nämlich nicht nur Okkultisten und Bösewichte, sondern auch so manche Kreaturen.

„Der Verwesungsgestank in diesem Zimmer ist unerträglich, als ob du einen gefüllten Kühlschrank geöffnet hättest, der seit Wochen keinen Strom mehr hatte. Brechreizerregend …“

© Pink Anemone

Es ist also durchaus spannend sich durch dieses Haus zu bewegen. Rätsel gibt es hier jedoch nicht wirklich zu lösen. Es ist im Grunde ein „Read & Jump“-Spielbuch, bei dem man sich die Panels gut ansehen sollte, da möglicherweise Zahlen darin versteckt sind zu denen man springen kann, um wieder etwas zu entdecken. Man sammelt also einfach nur Informationen und Gegenstände, sofern man Platz in den Taschen hat.

© Pink Anemone

Ich bin ja eher durch diesen Spiele-Comic hindurchgestorben, denn die Vitalität verliert man hierbei äußerst rasant, wobei der Grad der Verletzung nicht immer logisch erscheint (Biss durch ein Getier – Minus 5 Gesundheit; Von Holzsplitter verletzt – Minus 4 Gesundheit). Medikamente oder ähnliches, um die Vitalität wieder etwas aufzufüllen sind sehr rar, daher auch meine Herumsterberei.

„Die Temperatur ist urplötzlich gefallen. Dein Herz erträgt das nicht und bleibt stehen, so als ob es erbarmungslos von einer eiskalten, tödlichen Hand gequetscht wird. Lili wird das Gesicht ihres Vaters nie wieder sehen.“

© Pink Anemone

Weiters ist es ratsam sich den Wegverlauf, sprich die Zahlen der Sektionen/Panels, zu notieren, da man hier schnell den Überblick verlieren kann welche Räume man schon durchsucht hat.

Die Illustrationen sind im Old-School-Comic-Stil, eher düster gehalten und daher sehr passend.
Wenn man nichts übersehen will muss man die Panels genau betrachten, genauer als man das sonst bei Comics macht. So wird das Lesen und Spielen jedoch auch gleichzeitig zu einem visuellen Genuss und erinnert mich daran, wie Comics wirklich gelesen werden sollten – mit viel Aufmerksamkeit für die Liebe zum Detail.

© Pink Anemone

Fazit:
Obwohl ich mich durch diese Story eher hindurchgestorben habe, fand ich es doch äußerst witzig und spannend. Es war einfach mal etwas anderes und eine angenehme Abwechslung zu den anderen Spielbüchern. Ich hätte mir nur etwas mehr Rätsel gewünscht, denn eine wirkliche Herausforderung war es für mich somit nicht … bis auf die, so wenig wie möglich zu verrecken.
Trotzdem möchte ich mir noch weitere Comic-Spielbücher aus dieser Reihe gönnen, auch wenn es für mich dann wieder heißt: „Gestorben wird immer!“ 😉

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Download: Charakterbogen

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Weitere Buchinformationen
© Pink Anemone

 

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Pegasus Spiele GmbH (1. Mai 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783957891730
  • ISBN-13: 978-3957891730
  • ASIN: 3957891736
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
  • Preis: 14,95€ (Stand vom 17.01.2020)

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