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Rezension zum #IndieBookDay: „Alice im Düsterland“ von Jonathan Green ★★★★★

Bildquelle: Pixabay / Bearbeitung © Pink Anemone

Heute, am 21. März 2020, ist der IndieBookDay. Dieser wurde von mairisch Verlags ins Leben gerufen.
Die Idee entstand bereits im Januar 2013 in Anlehnung an den „Record Store Day“ (weltweite Aktion sich mehr den Indie-Platten-Labels zu widmen) und auch beim IndieBookDay geht es um die Unterstützung der unabhängigen Verlage, welche leider zu oft in der Großverlags-Masse untergehen.
Oft sind es sogar kleinere Familienunternehmen oder Verlage, die Freunde und Gleichgesinnte aus dem Boden gestampft haben.
Manche haben sich einem bestimmten Genre verschrieben und viele unterstüzten noch unbekannte Autoren. Doch sie haben eines gemeinsam, sie leben die Liebe zu den Büchern, zum geschriebenen Wort und lassen uns ebenso in ferne Welten reisen und blicken auch häufig über den Mainstream-Tellerrand.

An diesem Tag und verbunden mit meinem Gamebook-Special möchte ich Euch einen meiner liebsten Indie-Verlage mittels einer Rezension vorstellen:

Mit Link zum Verlag

Hier findet jeder etwas – Groß und Klein, Sword & Sorcery-Liebhaber, SF-Fans, Fantasy- und Dystopie- Anhänger, Anfänger und Pro-Spielbuch-Gamer. Stöbert Euch durch das reiche Angebot dieses Verlags.

Ich bin schon seit Jahren Fan dieses Verlags, was sich auch in meinem Gamebook-Special bemerkbar macht. Ihr wollt auch dort stöbern? Dann klickt doch auf den unteren Button.

© Pink Anemone

Und nun kommen wir zum Buch, welches ich für Euch mitgebracht habe.

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„Alice im Düsterland“ von Jonathan Green

Lewis Carroll’s Wonderland mit düsteren Steampunk-Elementen und kniffligen Rätseln

© Pink Anemone

Bist Du bereit wieder hinab in den Kaninchenbau zu steigen?

Es sind viele Jahre vergangen, seit Alice das Wunderland besucht hat. Wieder treiben dort finstere Mächte ihr Unwesen und erneut rufen die Bewohner Alice um Hilfe. Doch an dem magischen Ort hat sich vieles verändert …
In diesem interaktiven Roman schlüpfst du in die Rolle der berühmten Hauptfigur aus Alice im Wunderland. Begib dich auf eine magische Reise und triff alte Gefährten, wie den verrückten Hutmacher und die Grinsekatze. Aber hüte dich vor der Herzkönigin und ihrem Jabberwocky!
Welchen Weg du auch wählst,
von welchem Fläschchen du auch trinkst,
durch welche Tür du auch gehst: sei wachsam!
Nicht jede deiner früheren Entscheidungen wäre dieses Mal klug … (Klappentext)

© Pink Anemone

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„>>Die verrückte Herrscherin muss abgesetzt werden oder der Wahnsinn wird das Reich verschlingen und nichts außer einer Wildnis aus fleischgewordenen Ängsten und lähmenden Sorgen zurücklassen.<<
Alice spürt, wie die kalte Hand der Angst ihr Herz packt.
>>Aber wie soll ich das Wunderland retten?<<“
(S. 283)

Jeder kennt den Klassiker „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll, ob durch das Lesen des Klassikers selbst oder durch unzählige Adaptionen.
Schon als Kind liebte ich die Geschichte und wäre nur zu gern mit Alice in den Kaninchenbau geschlüpft, um mit dem Verrückten Hutmacher Tee zu trinken oder der bösen Herzkönigin eines auszuwischen. Mit diesem interaktiven Spielbuch ist das nun endlich möglich.

Hier schlüpft man in die Rolle von Alice und versucht das einstige Wunderland zu retten. Dieses ist zum Düsterland verkommen und nichts erinnert an das funkelnde und kunterbunte Wunderland von damals.
Dabei trifft man auf alte Bekannte, wie z.b. auf die paffende Raupe, die Grinsekatze und natürlich auf das Kaninchen und viele mehr. Doch selbst die sind nicht mehr die Selben und dies liegt nicht nur an ihrem fürchterlichen Aussehen.
Hier treiben sich nun auch gefährliche Geschöpfe herum und die böse Herzkönigin ist böser als jemals zuvor.

© Pink Anemone

„Wo der Bauch des Kaninchens sein sollte, tickt eine riesige Uhr – eine Uhr, die groß genug ist, um das Loch vom Brustkorb bis zur Hüfte auszufüllen – und rohe, fasrige Fleischfetzen stehen zwischen den Nähfäden hervor, die die Uhr mit dem Kaninchen verbinden.“
(S. 26)

Dieses Spielbuch kann auf zwei Arten gespielt werden, welche man mit Schwierigkeitsgraden vergleichen kann.
Entweder man spielt nach den Regeln und würfelt oder zieht Karten aus einem normalen 52er Kartenspiel. Man kann aber auch jedem Kampf aus dem Weg gehen, um nur durch das Treffen von Entscheidungen voranzukommen.
Ich hätte mich gern für das Spiel mit den Karten entschieden, da dies so herrlich passend gewesen wäre, doch leider besitze ich kein Kartenset, ergo wurden es die Würfel.

© Pink Anemone

Wie auch bei den meisten anderen Spielbüchern aus dem Mantikore-Verlag, kann man sich auch hier das Abenteuerblatt downloaden und ausdrucken. Wer nicht in das Buch kritzeln möchte sollte das unbedingt machen.
Danach muss man die Attribute von Alice bestimmen und sich mit den Regeln vertraut machen. Diese sind leicht verständlich und nicht allzu kompliziert. Dann nur noch Bleistift anspitzen und dann kann es auch schon losgehen.

© Pink Anemone

Als Alice kann man sich nicht mehr an das Wunderland und die damaligen Abenteuer erinnern und daher lernt man gemeinsam mit Alice das Wunderland erstmals kennen.
Während man mit dem Spiel vertraut gemacht wird, fühlt man sich in die Story des Klassikers versetzt. Man fällt durch das Kaninchenloch, gelangt in die Halle der vielen Türen, trinkt und isst eventuell von den Dingen auf dem Glastischchen und wächst und/oder schrumpft.
Anfangs scheint es, als ob sich das Wunderland nicht verändert hätte, doch das wandelt sich rasch und man erkennt, dass man sich wirklich in einem wahren Düsterland befindet. In diesem geht es nicht nur skurril, sondern auch durchaus brutal und blutig zur Sache.

© Pink Anemone

„TICKTACK, TICKTACK machen die Uhrmechanismen, als die Metallmenschen mit boshaft funkelnden Gehäuseaugen auf Alice zustelzen.
TICKTACK, TICKTACK.
Der schreckliche Anblick dieser Zeitmesser-Kreaturen und ihre kupfernen Körperteile, die im Lampenlicht schimmern, erfüllt Alice mit Grauen.“
(S. 107)

Ich gehöre zu diesen Gamern, welche keinem Kampf aus dem Weg gehen und war mir sicher, dass ich im Kampf sterben würde, doch dem war nicht so. Hier gibt es nämlich auch einige knifflige Rätsel, welche mich schließlich in den Abgrund stürzten und mich wieder an den Anfang katapultierten.
Bei den Rätseln steckt der Teufel im Detail, ergo immer aufmerksam lesen. Doch auch das Lösen der Rätsel ist keine Garantie weiterzukommen. Einmal eine falsche Entscheidung, einmal falsch abgebogen und schon nützt einem ein gelöstes Rätsel oder ein überstandener Kampf rein gar nichts.

Einfach so locker-flockig durchspielen ist hier also nicht und bei den Rätseln ist schummeln unmöglich.
Für Manche mag das frustierend oder abschreckend sein, doch ich fand gerade das erfrischend und spannend, da man auf diese Art unheimlich viel entdecken kann und es ist niemals das gleiche Ergebnis.
Das Buch hat also einen sehr hohen Wiederspielwert.

© Pink Anemone

Der Schreibstil ist flüssig und Jonathan Green schafft es die skurrile und leicht psychedelisch anmutende Atmosphäre, welche Lewis Carroll im Klassiker entstehen ließ, aufzunehmen, weiterzuspinnen und sie durch düstere Steampunk-Elemente zu ergänzen. Vor allem diese wunderliche Atmosphäre, welche einem während des Lesens und Spielens umgibt, konnte mich begeistern.
Dies wurde durch entsprechend stimmungsvolle Illustrationen von Kev Crossley, an denen ich mich manchmal nicht satt sehen konnte, unterstützt und somit wird das Kopfkino noch zusätzlich angefeuert.

© Pink Anemone

„Im Wunderland ganz ohne Zwang,
Träumend und das tagelang
In des Sommers Untergang:
Den Fluss hinab durch Zeit und Raum –
Auf einem goldenen Lichterflaum –
Ist nicht das Leben nur ein Traum?“
(S. 392)

Fazit:
Dieses Spielbuch besticht vor allem durch die ganz eigene düstere und skurrile Steampunk-Atmosphäre und die kniffligen Rätsel.
Obwohl ich mehrmals das Zeitliche segnete, hatte ich großen Spaß und versank gerne in diesem Düsterland, in welchem man furchteinflößenden und irren Figuren begegnet. Hier ist nichts wie es scheint.
An all diejenigen, welche sich gerne kniffligen Rätsel stellen und vor Herausforderungen nicht zurückschrecken: Rafft Eure Röcke und hüpft in den Kaninchenbau, denn das Wunderland braucht Euch!

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Weitere Buchinformationen

Geschenk von Janna von KeJas Wortrausch – Vielen Dank!!

 

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Mantikore-Verlag; Auflage: 5 (7. Oktober 2019)
  • Originaltitel: „Alice Nightmare in Wonderland“
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3961880123
  • ISBN-13: 978-3961880126
  • Preis: 13,95€ (Stand vom 21.03.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book und HC
© Pink Anemone

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Autoren-Info
Bildquelle: Mantikore-Verlag

Jonathan Green ist ein britischer Roman- und Spielbuchautor, der vor allem durch seine Beiträge zur Fighting Fantasy Spielbuchreihe bekannt ist. Neben zahlreichen Romanen, die er für Serien wie Doctor Who, Pax Britannia und Warhammer geschrieben hat, stammen vor allem in den letzten Jahren wieder viele Veröffentlichungen im Spielbuchbereich aus seiner Feder. Die neueren Spielbücher von Jonathan Green wie z.B. Alice im Düsterland erscheinen nun erstmals in Deutsch im Mantikore-Verlag. Zur Autoren-Webseite kommt Ihr HIER.

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6 Kommentare zu „Rezension zum #IndieBookDay: „Alice im Düsterland“ von Jonathan Green ★★★★★

  1. Hallo Conny,

    ein Spielbuch? Jetzt muss ich über mich selbst lachen. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich dachte, dass wäre eine düstere Adaption der berühmten Story, aber dass man es quasi selbst ausgestaltet kam mir nicht in den Sinn. Das ist ja mal cool, obwohl blutig und grausam vielleicht nicht ganz meins ist. 😉

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

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