Comics / Graphic Novels · Rezensionen

Rezension „A Treasury of XXth Century Murder I“ von Rick Geary ★★★★★

Diesen Comic stelle ich im Rahmen des Specials „True-Crime-Summer-Worldtrip“ vor. Wer Lust hat dort vorbeizuschauen, der klicke auf das untere Bild. Dort findet Ihr auch interessante Beiträge von Christin von Life4Books und Ariane von Nerd mit Nadel.
Aber Achtung – nichts für schwache Nerven!!

© Pink Anemone

Ich hoffe unsere Gäste haben den Zeitsprung gut überstanden. Wir befinden uns nun in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Gäste werdn gebeten in ihren zugewiesenen Abteilen zu verbleiben, denn wir wollen ja keinem Verbrechen zum Opfer fallen. Für musikalische Untermalung ist gesorgt und es darf natürlich entsprechend mitgeswingt werden.

YouTube-Link / von © Pink Anemone zusammengestellt

Und nun Hüte aufgesetzt, Kleidung zurecht gezupft, denn wir begeben uns Martini schlürfend zur Rezension.

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„A Treasury of XXth Century Murder I“ von Rick Geary

Ein Comic, welcher auf fesselnde und atmosphärische Weise drei historische Kriminalfälle beleuchtet.

© Pink Anemone

Witness the most controversial and famous true crime cases that shook the 20th century! These 240 pages retell the love affair that ended the life of prominent architect Stanford White- then dubbed the crime of the century, the New Orleans‘ Axe-Man and his gruesome killing spree, and the abduction (and resulting media circus) of aviator Charles Lindbergh’s son- all collected in a handsome quarter-bound omnibus. These carefully researched presentations of true crime stories, each including bibliographies of research sources, present true facts about famous murders in an entertaining fashion… (Klappentext)

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Dieser Comic gehört zu einer Comic-Reihe, welche wahre Kriminalfälle behandelt. Das vorliegende Buch ist eine Schmuckausgabe in Hardcover und beinhaltet gleich drei True-Crime-Storys, welche nicht nur Amerika erschütterten. Diese möchte ich Euch nun näher vorstellen.

I. The Lindbergh Child
© Pink Anemone

„At 10:00 PM Betty Gow enters the nursery to check on the Baby. She feels a chill in the room and turns on the electric heater. Finding it strange not to hear, the boy’s breathing, she looks into the crib to find him … gone!“
(S. 20)

Diejenigen, welche sich für True Crime interessieren, ist dieser Fall sicherlich bekannt, für die anderen gebe ich hier eine kleine Zusammenfassung.
Im März des Jahres 1932 erschütterte eine Kindesentführung New Jersey. Der knapp 2-jährige Sohn des Flugpioniers Charles Lindbergh wurde aus dem Elternhaus entführt. Schon bald gab es eine Lösegeldforderung, doch diese Entführung zog sich in die Länge, ebenso die Ermittlungen, welche sich immer unübersichtlicher gestalteten und zur Todesstrafe eines vermutlich Unschuldigen führte.

© Pink Anemone

Ungereimtheiten, konfuse Zeugenaussagen und das Involvieren von zu vielen Personen werden hier ebenso thematisiert, wie auch der Verdacht, dass die Lindbergh’s selbst nicht gänzlich verdachtsfrei waren.

„Otherwise, how would the kidnappers have known that the familiy had varied its routine and stayed at Hopewell another two nights?
Also, the Lindbergh’s Fox Terrier „Wagoosli“, known for barking at the smallest intrusion, was strangely silent last night.“
(S. 27)

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II. The Terrible Axe-Man of New Orleans
© Pink Anemone

In New Orleans, die Stadt des Jazz, wurde in den Jahren zwischen 1911 und 1919 von einem Serienmörder heimgesucht, dessen bevorzugtes Tatwerkzeug die eigene Haushalts-Axt der Opfer war und der eine Vorliebe für Jazz hatte.
Der oder die Täter konnten nie ermittelt werden und nach 1919 hörten die Morde plötzlich auf.
Das Besondere an diesem Fall war das vermeintliche Bekennerschreiben des Täters, in dem er forderte, dass in der folgenden Dienstagnacht in jedem Haus in New Orleans Jazz erklingen soll, wenn es zu keinen weiteren Morden kommen soll. Das führte dazu, dass fast in jedem Haushalt Jazz zu hören war und tatsächlich gab es keine weiteren Opfer.
Der Song „The mysterious Axman’s Jazz“, welcher kurz darauf komponiert wurde, geht auf diesen Kriminalfall zurück.

© Pink Anemone

„>>I am very fond of Jazz-Music, and I swear by all the devils in the nether regions that every person shall be spared in whose home a Jazzband is in full swing at the time I have mentioned. One thing is certain and that is that some of those people who do not Jazz it on Tuesday night (if there be any) will get the axe.“
(S. 140)

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III. Madison Quare Tragedy
© Pink Anemone

Dieser Fall führt uns nach New York und beleuchtet den tragischen Mord an dem berühmten Architekten des Madison Square Garden Stanford White im Jahre 1906. Dieser wurde von einem eifersüchtigen Nebenbuhler des Models Evelyn Nesbit während einer Veranstaltung getötet.
Die tragische Figur hierbei ist jedoch vor allem Evelyn Nesbit, welche bereits von ihrer Mutter als Spielball und Geldbeschafferin fungierte und von ihr als Minderjährige mit Stanford White verkuppelt wurde. All das nur, um sich ihren hohen Lebensstandard leisten zu können. Stanford White hatte eine Vorliebe für minderjährige Mädchen, vor allem, wenn diese noch unberührt waren. Evelyn Nesbit wurde bis zu diesem Mord als Besitz zweier Männer betrachtet.

© Pink Anemone

„She will be remember nothing until waking up sometime later in White’s Bed. She was naked, and the architect was lying naked beside her!“
(S. 193)

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Dieser Comic beleuchtet diese Kriminalfälle äußerst genau, indem Einblicke in das Leben der Opfer und den Ermittlungen gewährt werden und auf die Ungereimtheiten, Spekulationen und Ermittlungsfehler eingegangen werden.

Anhand der äußerst gelungenen Illustrationen in Schwarz-Weiß wird man regelrecht in die Story hineingezogen und das führt dazu, dass es nicht viel Text benötigt, um die Tragik der einzelnen Fälle aufzuzeigen. Daher ist der Comic auch für diejenigen geeignet, welche die englische Sprache nicht perfekt beherrschen.

Zudem beinhaltet jeder Fall Quellenangaben bezüglich Literatur, falls man sich intensiver damit beschäftigen möchte.

© Pink Anemone

Fazit:
Ich konnte diesem Comic eine ganze Nacht nicht aus der Hand legen. Er ist spannend, informativ und objektiv, ergo ohne reißerisch zu wirken.
Als begeisterte Comicleserin und True-Crime-Interessierte, wurden hier für mich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen und dies wird für mich sicherlich nicht das letzte Buch dieser Reihe gewesen sein.

© Pink Anemone

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Buchinformationen
  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: NANTIER BEALL MINOUSTCHINE PUB; Auflage: 01 (16. März 2017)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1681120631
  • ISBN-13: 978-1681120638
  • Preis: $27.99 (Stand vom 17.08.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book

Ich habe diesen Comic gebraucht erstanden (eine Zufallsentdeckung). Dieses Buch ist jedoch auch auf Amazon erhältlich oder auch beim Verlag selber zu beziehen. HIER kommt Ihr zur Verlagsseite dieser True-Crime-Comics von Rick Geary. Dort lohnt es sich auf jeden Fall zu stöbern.

© Pink Anemone

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Autoren-Info
Bildquelle: Wikipedia

RICK GEARY wurde 1946 in Kansas City, Missouri, geboren und wuchs in Wichita, Kansas, auf. Er absolvierte die University of Kansas in Lawrence, wo seine ersten Cartoons in der University Daily Kansan veröffentlicht wurden. Er arbeitete als Mitarbeiter für zwei Wochenzeitungen in Wichita, bevor er 1975 nach San Diego zog.
Er begann im Jahr 1977 Comics zu zeichnen und war dreizehn Jahre lang Autor der Funny Pages of National Lampoon. Seine Comic-Geschichten wurden auch in Heavy Metal, Dark Horse Comics und den DC Comics / Paradox Press Big Books veröffentlicht.
Er hat drei Kinderbücher basierend auf The Mask for Dark Horse und zwei Spider-Man-Kinderbücher für Marvel geschrieben und illustriert.
Er war der Illustrator für die neue Serie von GUMBY Comics, geschrieben von Bob Burden, für die sie 2007 den Eisner Comic Industry Award für die beste Veröffentlichung für ein jüngeres Publikum erhielten.
Er und seine Frau Deborah sind jedes Jahr auf der Comic Con International in San Diego zu finden. 2007 zogen sie in die Stadt Carrizozo in New Mexico.
HIER
kommt Ihr zur Homepage des Autors und Illustrators.

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