Fantasy / Horror / Sci-Fi · Rezensionen · Rezept zum Buch

Rezension „Die Chroniken von Alice I – Finsternis im Wunderland“ von Christina Henry ★★★★★

Fantasy – Märchenadaption; Dark Fantasy / Eine fantastische und auch sehr düstere Story, die mich fesseln konnte und zu einem Lesehighlight wurde.

Dieses Buch habe ich von Janna von KeJas Wortrausch geschenkt bekommen, um an der Leserunde teilnehmen zu können. Hier nochmals vielen herzlichen Dank dafür!! Du bist ein Schatz!!

Leider waren die Mädels von der Leserunde dann so derartig schnell mit dem Buch fertig, dass ich es dann doch alleine gelesen habe. Das sagt schon mal sehr viel über das Buch aus und auch mich konnte es begeistern, wie Ihr gleich in meiner Rezension lesen könnt.

Im Anschluß gibt es ein Rezept zum Buch und zwar „Nells Hühnerpastete mit Grinsers Geheimzutat“.

Natürlich gibt es auch einen Book-Soundtrack. Hier habe ich mich für Dark-Celtic-Music entschieden, da es mir für diese Story sehr passend schien. Einfach nur auf das untere Bild klicken und Ihr könnt während des Lesens der Rezension schon mal hineinhören.

YouTube-Link

Nun wollen wir uns aber mit Alice in eine sehr düstere Welt begeben, welche so gar nichts mit der kunterbunten Welt des Klassikers von Lewis Carroll zu tun hat…und doch trifft man auf alte Bekannte.

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Düsteres Wunderland

Seit zehn Jahren ist Alice in einem düsteren Hospital gefangen. Alle halten sie für verrückt, während sie selbst sich an nichts erinnert. Weder, warum sie sich an diesem grausamen Ort befindet, noch, warum sie jede Nacht Albträume von einem Mann mit Kaninchenohren quälen. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt Alice endlich die Flucht. An ihrer Seite ist ihr einziger Freund: Hatcher, der geisteskranke Axtmörder aus der Nachbarzelle. Doch nicht nur Alice und Hatcher sind frei. Ein dunkles Wesen, das in den Tiefen des Irrenhauses eingesperrt war, ist ebenfalls entkommen und jagt die beiden. Erst wenn Alice dieses Ungeheuer besiegt, wird sie die Wahrheit über sich herausfinden – und was das weiße Kaninchen ihr angetan hat … (Klappentext)

© Pink Anemone

❁❁❁❁❁

„Ihre Zukunft beinhaltete keine Schmetterlinge und Blumen und Regen, auf den Sonnenschein folgte. Ihre Zukunft watete schleppend durch Ströme aus Blut auf der Suche nach der Quelle.“
(S. 292)

Alice zählte 16 Jahre, als sie sich eines Tages mit einer Freundin in die verbotene Alte Stadt begab. Zwei Wochen blieb sie verschwunden und tauchte schließlich verletzt, in blutigen Kleidern und völlig verwirrt auf. Ihre einzige Erinnerung an diese zwei Wochen ist ein furchterregendes weißes Kaninchen, welches ihren Tod wollte. Natürlich glaubte ihr keiner und deshalb ist sie seit diesem Zeitpunkt in einer Irrenanstalt untergebracht.
Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und sie hat mit ihrem Zellennachbarn Hatcher, einem Axt-Mörder, Freundschaft geschlossen.
Dieser ist furchtlos und mutig, solange es sich nicht um ein Monster namens „Jabberwock“ handelt. Dieses wird angeblich in den tiefen Kellern der Anstalt gefangen gehalten und trachtet Hatcher nach dem Leben.
Eines Tages bricht in dieser Anstalt ein großes Feuer aus und dadurch gelingt Alice und Hatcher die Flucht. Doch dadurch wurde noch etwas anderes, etwas Bösartiges, befreit.
Die Flucht ist erst der Anfang, doch der Gang durch die Hölle steht erst bevor. Alice beginnt sich nach und nach zu erinnern … und sie muss sich nicht nur dem weißen Kaninchen stellen.

© Pink Anemone

Während die Originalstory von Lewis Carroll eher in die Phantastik geht und psychedelische und quietschbunte Atmosphäre versprüht, entführt einem diese Adaption eher in das Genre Dark Fantasy.
Hier wird man in ein äußerst düsteres „Wunderland“ entführt, welches an ein Mittelalter-Setting erinnert. In eine Stadt in der Armut herrscht und Gewalt an der Tagesordnung steht. Eine Stadt, welche von gefährlichen Unterweltbossen regiert wird und in der niemals die Sonne scheint. Zauberer und grundsätzlich die Magie wurden verbannt und wenn man sich Zauberei bedient ist einem der Tod sicher.
In dieser Stadt werden Frauen als Ware angesehen und diese leben dadurch in ständiger Angst. Wenn man dann auch noch eine Zauberin oder ein anderes Wesen ist, fristet man sein Dasein als Sklavin oder Hure.
Alice ist eine schüchterne und unsichere junge Frau, die sich rasch wieder in die Zelle der Irrenanstalt sehnt, doch auf sie und Hatcher wartet eine wichtige Aufgabe und dabei wird so manches Geheimnis rund um Alice gelüftet.

© Pink Anemone

„Die Straße war mit Toten übersät. Wo sie auch hinschaute, sah Alice Leichen von Männern und Frauen und Kindern. Auch tote Hunde und Pferde und Katzen und so viel Blut, dass sich in der Gasse in der Mitte der Straße ein roter Fluss gebildet hatte.“
(S. 289)

Der Schreibstil ist einfach gehalten und so fliegt man, trotz so einiger brutalen und blutigen Szenen, durch das Buch. Und wenn ich sage brutal, dann meine ich brutal.
Dieses Buch kommt definitiv nicht ohne Triggerwarnung aus. Es kommt dabei jedoch nicht zum Äußersten, Szenen werden nicht explizit beschrieben, sondern nur angedeutet, doch es reicht, um Bilder im Kopf entstehen zu lassen.

Es begegnen einem auch viele bekannte „Alice“-Figuren. Sie haben zwar vom Charakter und Aussehen nichts mehr mit den Originalfiguren gemein, aber man erkennt sie sofort wieder, egal ob es die Grinsekatze, die Raupe oder das Kaninchen betrifft. Doch Vorsicht! Hier ist nichts wie es scheint und jeder verfolgt sein eigenes Ziel.
Hinter jeder Ecke und in jedem Häuschen, ja selbst im Irrgarten voller Rosen, lauern Gefahren.

© Pink Anemone

„Alice gefiel sein nachdenklicher Blick ganz und gar nicht. In der Tat wurde ihr ziemlich schnell bewusst, dass sie überhaupt nichts an Grinser mochte – nicht sein rosenbedecktes Haus, nicht sein wissendes Lächeln oder die spekulierende Art, wie er ihre Narbe betrachtete. Sie wollte nicht mit diesem Mann Tee trinken. Sie wollte herausfinden, was sie herausfinden musste, und dann dieses Haus so schnell wie möglich wieder verlassen.“
(S. 127)

Was die Autorin aus der Story von Lewis Carroll und seinen Figuren gemacht hat, finde ich einfach großartig.
Vor allem konnte mich Alice begeistern. Im Storyverlauf kann man die Entwicklung dieser anfangs schüchternen und verstörten Alice zu einer selbstbewussten Kämpferin verfolgen. Wie ein Phoenix aus der Asche findet sie, trotz Trauma und Ängsten, ins Leben zurück.
Dabei ist permanent die Spannung spürbar, es kommt zu vielen überraschenden Wendungen und es umgibt einem dabei eine beklemmende und düstere Atmosphäre…mit viel Blut.

© Pink Anemone

„Alice hielt den Tausendfüßler fest im Blick, während er sich von ihnen wegschlängelte. Er verschwand unter einer Tür, die sie bisher noch nicht gesehen hatte, und der Grund, warum sie ihr bisher noch nicht aufgefallen war, lag darin, dass der Türsturz ihr gerade bis unters Knie reichte.“
(S. 175)

Fazit:
Hier erwartete mich kein märchenhaftes Wunderland, kein psychedelisch und qietschbuntes Setting und keine lieblichen Figuren, sondern blutiger Dark Fantasy vom Feinsten.
Mich persönlich störten auch die blutigen und brutalen Szenen nur wenig, zartbesaitete LeserInnen sollten jedoch gewarnt sein. Doch meiner Meinung nach hält diese Alice-Adaption gerade aufgrund dessen eine tolle Message für Frauen mit Traumata bereit.
Ich bin auf jeden Fall von dieser Adaption begeistert und fiebere dem zweiten Teil schon entgegen.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Leseprobe

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Andere Bloggermeinungen
© Diana

❁❁❁

© Bellas Wonderworld

❁❁❁

© Anetts Bücherwelt

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Reihenfolge
  1. „Die Chroniken von Alice 1 – Finsternis im Wunderland“ (März 2020)
  2. „Die Chroniken von Alice 2 – Die Schwarze Königin“ (August 2020)
  3. „Die Chroniken von Alice 3 – Dunkelheit im Spiegelland“ (April 2021)
  4. „Die Chroniken von Peter Pan – Albtraum im Nimmerland“ (Juni 2021)
  5. „Die Chroniken der Meerjungfrau – Der Fluch der Wellen“ (Oktober 2021)
  6. „Die Chroniken von Rotkäppchen – Allein im tiefen, tiefen Wald“ (März 2022)

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Weitere Buchinformationen

Triggerwarnung: Blut, sexueller und psych. Mißbrauch, Gewalt

  • Originaltitel: Alice (The Chronicles of Alice)“
  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • ISBN-10: 3764532343
  • ISBN-13: 978-376453234
  • Herausgeber: Penhaligon Verlag; Deutsche Erstausgabe Auflage (16. März 2020)
  • Preis: 18,00€ (Stand vom 24.08.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book und HB
© Pink Anemone

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Autoren-Info
© Kathryn McCallum Osgood 2015

Die Amerikanerin Christina Henry ist als Fantasyautorin bekannt für ihre finsteren Neuerzählungen von literarischen Klassikern wie »Alice im Wunderland«, »Peter Pan« oder »Die kleine Meerjungfrau« sowie für ihre Bestsellerreihe »Black Wings«. Christina Henry liebt Langstreckenläufe, Bücher sowie Samurai- und Zombiefilme. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Chicago.
HIER
kommt Ihr zur Homepage der Autorin.

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁

Rezept zum Buch

Nells Hühnerpastete mit Grinsers Geheimzutat

Klickt auf das Bild und Ihr betretet mein Küchen-Wunderland mit dem Rezept

© Pink Anemone

❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁❁


 

 

3 Kommentare zu „Rezension „Die Chroniken von Alice I – Finsternis im Wunderland“ von Christina Henry ★★★★★

  1. Hallo Conny!
    Ich weiß gar nicht was ich großartig unter deine Rezension schreiben soll, außer: Genau so! 😀
    Ich verlinke dich mal flott und freue mich schon auf den zweiten Teil. Diesmal lesen wir mit dir. :-*
    Liebe Grüße
    Diana

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.