Fantasy / Horror / Sci-Fi · Rezensionen

Rezension „Killerspinnen- Heavy Metal Horrorshow“ von Florian Gerlach ★

Tier-Horror / Ein Horror-Splatter-Snuff-Roman, den ich mir hätte schenken können.

Kill, kill, kill – Die, die, die – Refrain aller Metalsongs

Sarah tingelt mit der Band IRON SMOGGER durch heruntergekommene Bars. Die unzähligen Spinnen bei den Auftritten bemerkt die Sängerin erst, als in ihrem Bauch eine grauenvolle Kreatur heranwächst. Der Kampf gegen die Killerspinnen führt sie direkt in ihr Nest. Es ist im Keller einer alten Fabrik, in der die Band das letzte Konzert ihrer Tour spielt … Herzlich willkommen bei einer Heavy Metal Horrorshow! Harte Rockmusik. Scharfe Groupies. Mörderische Killerspinnen. Klischees? Klar. Aber verdammt gute. Dieser Roman ist daher nicht nur ein Buch für Fantasy, Horror, und Dark Romance Leser, sondern auch für alle Rockfans, die ihre Liebe zur harten Musik noch nicht verloren haben. Gerlach. Lesen. Wenn Du Dich traust… (Klappentext)

© Pink Anemone

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„Wenig später zückte er seinen Kugelschreiber und stellte als Todesursache einen Herzinfarkt fest, weil er bei einem natürlichen Tod weniger Papierkram zu erledigen hatte. Bevor er das Licht löschte, dachte er an die hübsche Blondine, die in der oberen Kühlkammer auf ihn wartete. Um ihren Körper würde er sich morgen ganz besonders gründlich kümmern.“
(S. 81)

Sarah, die in einem früheren Leben Leonie hieß, hat als Kind Fürchterliches erlebt. Sie hat keine Erinnerung mehr daran, doch seither begleitet sie die Dunkelheit … und Spinnen.
Sehr viel mehr möchte ich zur Handlung auch überhaupt nicht sagen und wenn man sich den Klappentext durchliest, weiß man im Grunde die gesamte Story. Hier wird nämlich wieder einmal viel zu viel verraten und mehr Story beinhaltet das Buch auch nicht.
Aber wenn es nur das gewesen wäre.

Die Kapitel werden mit Songs von Classic Rock/Metal aus den 80ern und 90ern eingeleitet und das war leider auch schon das Einzige was ich als positiv zu verzeichnen habe und was wirklich etwas mit der „Heavy Metal Horrorshow“ zu tun hat.

© Pink Anemone

Der Roman selbst beginnt gleich einmal mit Rape-Fiction und einer Fast-Vergewaltigung eines Kindes.
Splatter ist ja gut und schön, aber da ist wirklich auch hartes Snuff-Zeug dabei und kam völlig unerwartet. Daher kommt dieser Roman keineswegs ohne Triggerwarnung aus und dies macht es auch wieder deutlich, dass Triggerwarnungen auf dem Buchdeckel keineswegs sinnlos sind.

Als sinnlos empfand ich dann auch die gesamte Story.
Storyline? Fehlanzeige! Im Grunde ist es nur eine Aneinanderreihung von Widerlichkeiten, Ekelszenen von äußerst derber Art und Snuff-/Splatter-Szenen ohne Sinn.
Der Autor wollte wohl alles in dieses Buch packen, was er einmal in Splatter- und Snuff Romanen und Filmen einmal gelesen und gesehen hat.
Die Spinnen selbst? Tja, die sind eben einfach da und auch nur gegenüber den bösen Buben feindlich gesinnt … anfangs. Woher die Spinnen kommen, weshalb, wieso und überhaupt, wird bis zum Ende hin nicht geklärt. Das Rache-Motiv ist mir zu wenig für all dieses Geschwurbel. Sie sind da und fertig.

© Pink Anemone

„Sarah lauschte den Tönen, deren Noten wie Samen gewaltsam in ihr Innerstes gepflanzt wurden und nach einer Stimme verlangten, die sie … ‚vervollständigten‘.“
(S. 91 – die Verlgeiche sind auch immer äußerst „spektakulär“)

Was in diesem Buch ebenfalls zuhauf vorkommt sind Logikfehler, unsympathische und strunzdumme Protagonisten, wobei alle Männer notgeil und alle Frauen Bitches sind, und es wird auch so ziemlich jedes Klischee säuberlich abgearbeitet, z.B.: Religionsfanatiker sind pädophil, Rocker sind kriminell und man kommt sowieso nur für ein Tütchen Koks in den Backstage-Bereich (weiß doch jeder), fette Frauen sind dumm und ziehen sowieso immer zu enge Kleidung an, und, und, und,….

Auch die Charakterzeichnungen sind weder authentisch, noch facettenreich.
Die Figuren agieren und reagieren weder nachvollziehbar, noch in irgendeiner Art logisch. Abgesehen davon, dass sie wohl alle einen IQ von einem rollendem Styroporkugerl haben. Jeder von ihnen hat eine Sprachführung, als würden sie aus der Gosse kommen. Proletenslang quer durch die Figurenbank, der auch vor einem Pathologen nicht Halt macht, wobei diese Berufsgruppe auch noch mit Rechtsmediziner verwechselt wird..tztz.

© Pink Anemone

Dies alles gewürzt mit einem wirren und äußerst holprigen Schreib- und Erzählstil.
Hier wird wirklich jede noch so kleine Nebenhandlung durch den Splatter-Fleischwolf gedreht und überdramatisiert. Dabei schweift der Autor in Erklärungen ab, welche im Grunde überhaupt nichts erklären, verwurschtelt sich dabei auch noch und zusätzlich kommt es allzu häufig zu Wort- und Beschreibungswiederholungen.
Als der  Showdown eingeleitet wird, ist der Autor wohl selbst ganz aufgeregt und verhaspelt sich so derartig, sodass er dabei Sätze verschluckt, welche für die Sinnhaftigkeit des nächsten Satzes notwendig gewesen wären.
Aber war im Grunde eh schon wurscht, weil bis dahin für mich alles schon Gülle war.

„Eigentlich habe ich es bis heute nicht wirklich begriffen. Ich habe mir nur ein paar dürftige Erklärungen zusammengereimt, die niemanden überzeugen. Aber letzten Endes ist die Frage nach dem >>Warum<< auch nicht wichtig.“
(S. 224 – Auf den letzten Seiten wird alles so schön erklärt. Vor allem, dass Erklärungen und das „Warum“ sowieso nicht wichtig sind. Tja, nach dem Prinzip hat der Autor wohl das ganze Buch geschrieben.)

Fazit:
Ich habe mich auf einen schaurigen und blutigen Tier-Horror gefreut und habe einen Horror-Splatter von der schlechtesten Sorte bekommen. Ich habe grundsätzlich nichts gegen Splatter, aber dann bitte mit einer sinnvollen Handlung und Story, bzw. grundsätzlich mit einer Handlung.
Und somit fliegt das Buch nun schlußendlich doch in eine Ecke – in die des Abfalleimers.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Weitere Bloggermeinungen

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Weitere Buchinformationen

Triggerwarnung: Pädophilie, Nekrophilie, Vergewaltigung

  • Taschenbuch: 232 Seiten
  • Herausgeber: Independently published (28. Juni 2018)
  • ISBN-10: 1980984417
  • ISBN-13: 978-198098441
  • Preis: 9,71€ (Stand vom 10.10.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book
© Pink Anemone

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Autoren-Info

Aufgewachsen bin ich in einer kleinen Stadt in Norddeutschland. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung zum Buchhändler absolviert und im Anschluss daran ein Studium in München aufgenommen. Später habe ich in der Buchsparte eines Konzerns gearbeitet. Seit vielen Jahren lebe und arbeite ich in Oldenburg. Bücher haben mich mein Leben lang begleitet. Schon in frühen Jahren habe ich eigene Texte in die Tastatur einer mechanischen Schreibmaschine gehämmert. Warum ich seit vielen Jahren schreibe? Weil ich einfach nicht anders kann. Was ich möchte? Einfach nur eine gute Geschichte schreiben. Immer wieder. (Quelle: Lovelybooks)
HIER kommt Ihr zur Facebook-Seite des Autors.

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2 Kommentare zu „Rezension „Killerspinnen- Heavy Metal Horrorshow“ von Florian Gerlach ★

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