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Rezension „MORBUS 3: Im Zeichen des Terrors“ von Werner Skibar ★★★★

Band 3 der MORBUS-Reihe ist ein 80er SF-Thriller mit Action und Wiener Lokalkolorit. Herrlich skurril und blutig.

Militärisches Geheimprojekt auf der Baumgartner Höh‘

Wien 1984. Vier Jugendliche auf der Flucht. Verfolgt von einem Spezialkommando. Sie sind Testobjekte für eine Technologie, die nicht von dieser Welt stammt. Ihr Auftrag: zu töten! Es bleiben nur noch wenige Stunden, bis sie zu gnadenlosen Killermaschinen mutieren.
Kann BASILISK die Vier aufhalten und Wien vor einem Blutbad bewahren? … (Klappentext)

© Pink Anemone

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„Der Tod kann überall lauern. Manchmal versteckt er sich besonders gut, um dann umso gnadenloser und unbarmherziger überraschend zuzuschlagen. Er kommt in vielerlei Formen. Vielleicht ist er winzig klein und besucht einen in Form eines giftigen Insekts; vielleicht kommt er auch ganz unauffällig als radioaktive Leuchtfarbe daher. Oder er ist handtellergroß, stammt aus einer anderen Dimension und hockt unter dem Bett.“
(S. 113)

Dieser Band besteht aus zwei Kurzgeschichten, welche jedoch zusammenhängen. Man könnte sagen, die Story besteht aus zwei großen Kapiteln und genau diese schauen wir uns nun näher an.

I. Blutrosen

In der Wienere Psychiatrie Baumgartner Höhe geht etwas vor sich.
Da nur wenige Ärzte und kein Pflegepersonal, aber umso mehr Militär, im Pavillon 17 ihre Runden drehen und diese niemanden auch nur in die Nähe lassen, kann es sich nur um ein Geheimprojekt handeln. Dieses Projekt könnte sogar Einfluss auf den Verlauf des Kalten Krieges haben und ihn heiß werden lasssen.
Wenn Wiens Bevölkerung gewusst hätte, um was für ein Projekt es sich dabei handelt und welche Gefahr davon ausgeht, hätte sie die Grenze des Eisernen Vorhangs wohl freiwillig übertreten, um das Weite zu suchen. Hier hat nämlich die paramilitärische Forschungseinrichtung F.A.F.N.E.R ihre Zelte aufgeschlagen und versucht hinter das Geheimnis einer Apparatur namens Tech-X zu kommen, welches in ihre Hände gelangte.
Dafür dienen Jugendliche, vorzugsweise Junkies die keiner vermisst, als Testobjekte. Laura – ein Punk-Girl aus London, Nina und Ralf aus der Wiener Junkieszene und Heinz, der zwar nichts mit Drogen am Hut hat, jedoch geistig beeinträchtigt zu sein scheint. Sie sind die Einzigen, welche nach einem Test noch übrig sind. Sie sind jedoch nicht mehr ganz sie selbst. Durch das implantierte Tech-X sind sie stärker, schneller und nahezu unverwundbar.
Diese vier Jugendlichen schaffen es aus dieser Hölle zu entfliehen, doch damit ist die Gefahr nicht gebannt, zumindest nicht für Wiens Bevölkerung. Die Vier sind nämlich tickende Zeitbomben, die in wenigen Stunden hoch gehen werden und diese Jugendlichen in Tötungsmaschinen verwandelt.
Doch auf dem Gelände der Baumgartner Höhe treiben nicht nur F.A.F.N.E.R ihr Unwesen, sondern auch die Geister vergangener Zeiten, die nicht zur Ruhe kommen. Kein Wunder – geschah hier einst Unaussprechliches.

© Pink Anemone

„Die Sanitäter brachten die betäubten und mit Zwangsjacken gefesselten Jugendlichen in ein Patientenzimmer, das zu einer provisorischen Gefängniszelle umgebaut worden war. Die vergitterten Fenster hatte man mit zusätzlichen Eisenstangen verstärkt, die Holztüren durch stählerne ersetzt. Die vier Überlebenden der Geheimoperation ‚Blutrosen‘ wollte keiner frei herumlaufen lassen.“
(S. 17)

In dieser Story wirft man einen Blick auf die Forschungseinrichtung und deren Tätigkeiten, erfährt etwas über das Tech-X, welches nicht von dieser Welt zu sein scheint und begleitet die Jugendlichen auf ihrer Flucht.
Man lernt auch ein Mitglied der Geheimloge BASILISK kennen, das sich einfach nur ‚Dr. Trash‘ nennt. Er nimmt sich ihrer an und holt die Mitglieder Harry, Walter, Bernd und Petra ins Boot. Vor allem Harry und Walter, Chef und Bibliothekar von BASILISK, ist F.A.F.N.E.R nicht ganz unbekannt.
Sie wollen … Nein! … Sie müssen den Verantwortlichen  das Handwerk legen, die Jugendlichen retten und Näheres über Tech-X in Erfahrung bringen!

II. Im Zeichen des Terrors

Schon in der ersten Story kommt es zu einigen überraschenden Wendungen und man meint zu wissen um was es sich bei Tech-X handeln könnte, doch das wahre Ausmaß dieser geheimnisvollen Technologie und deren Wirken wird einem erst hier klar.
Die Flucht der Jugendlichen und die Nachforschungen des BASILISKEN-Teams gipfelt hier in seinen Höhepunkt, Ereignisse überschlagen sich, es kommt wieder zu einigen überraschenden Wendungen udn ein neuer Feind betritt die Bühne!

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© Pink Anemone

„Aber dass du ein solches Monster in dir hast, dass ist ein Horror – jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde. Wenn du morgens aufwachst, spürst du es schon hinter deinen Augen sitzen. Wenn du lachst oder weinst, fragst du dich, ob das wirklich du bist oder ob das Vieh deine Gefühle ausprobiert. Und wenn du schlafen gehst, dann weißt du, es bleibt wach und kontrolliert deine Träume.“
(S. 77)

Dieser MORBUS-Band verläuft parallel zu den Geschehnissen von Band 4 „Die Herrin der Alpträume“. Es ist daher egal, welchen von den beiden Teilen man zuerst liest. Da die Storys der MORBUS-Reihe aufeinander aufbauen, sollte man Band 1 und 2 jedoch schon gelesen haben.

„Im Zeichen des Terrors“ unterscheidet sich etwas von den anderen MORBUS-Bänden.
Während die ersten Bände den Genres Mystery-Thriller und Schauerroman zugeordnet werden können, ist dieser Band eher ein 80er SF-Thriller.
Man begegnet hier nicht nur skrupellosen Wissenschaftlern, einer paramilitärischen Organisation und einer Technologie, die aus der Zukunft zu stammen scheint, sondern auch Figuren, die an die „Men in Black“ erinnern und mit futuristischen Waffen herumfuchteln. Hier geht es auch wesentlich actiongeladener zur Sache, doch der österreichische Lokalkolorit, inklusive dem trockenen und morbiden Wiener Humor sind dennoch enthalten. Man wechselt zwischen atemlosen Luftanhalten und Schmunzeln und vor allem als WienerIn, bzw. WienkennerIn ist man versucht all die darin beschriebenen Orte während des Lesens zu besuchen. Eine Wienführung mal anders.
Leider werden die Geistererscheinungen in der Psychiatrie Baumgarntner Höhe nicht weiter erwähnt und finden keinen Platz in der Story, was ich persönlich sehr schade finde.

© Pink Anemone

Im Anschluß erhält man noch einen kleinen Einblick in das Archiv von F.A.F.N.E.R und in die historischen Geschehnisse der Baumgartner Höhe (damals und auch heute auch als Spiegelgrund bekannt), des Schirachbunkers und des Terroranschlags vom 20. Juni 1984. Auch ein Dialektglossar ist enthalten.

Natürlich gibt es auch wieder Illustrationen zu betrachten, von denen ich mir viel mehr gewünscht hätte. Diesmal stammen diese von Jörg Vogeltanz und Andreas Joska. Das Cover ist von Illustrator Tommi Kuehberger. Wer die ASH-Comic-Reihe kennt, werden diese Namen sicher bekannt vorkommen.

Fazit:
Obwohl ich auch diesen Band fast in einem Rutsch verschlang, was nicht nur an der spannenden Story, sondern auch am fesselnden Schreibstil des Autors lag, konnte mich die Geschichte nicht vollends von sich überzeugen. Das liegt jedoch definitiv daran, dass ich Mystery und Grusel mehr abgewinnen kann als Science Fiction, ergo reine Geschmackssache.
Ich persönlich hätte eine Story über Geister auf der Baumgartner Höhe bevorzugt. Dies ist jedoch Meckern auf äußerst hohem Niveau.
Für mich ist es noch immer eine der besten Mystery-Thriller-Reihen und das auch noch aus der Feder eines österreichischen Autors.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Reihenfolge
  1. „Blutschwur der Donauleichen“ (2018)
  2. „Bei Vollmond bist du tot“ (2019)
  3. „Im Zeichen des Terrors“ (2019)
  4. „Die Herrin der Albträume“ (2019)
  5. „Der Schlächter von Simmering“ (2020)

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Weitere Buchinformationen
  • Taschenbuch: 284 Seiten
  • ISBN-10: 399093239X
  • ISBN-13: 978-3990932391
  • Herausgeber: Morawa Lesezirkel GmbH; 1. Edition (11. Dezember 2019)
  • Preis: 13,99€ (Stand vom 22.11.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book
© Pink Anemone

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Autoren- und Illustratoren-Info

Werner Skibar (alias Charly Blood)

Quelle: Visionariumjournal

Geboren in Graz und aufgewachsen in der dunklen und geheimnisvollen Weststeiermark, kam er schon früh mit den dunklen Seiten des Daseins in Kontakt. Schon als Kind entdeckte er seine Liebe zu Comics – besonders zu den Gespenster Geschichten. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis er wahre literarische Klassiker wie Larry Brent, Dämonenkiller, Damona King und Der Hexer zu verschlingen begann. Schließlich verfaßte er dann auch eigene Werke, um der Welt das Grauen zu lehren. Derzeit widmet er sich der Groschenheftserie MORBUS, welche nun neu verlegt wird.

Andreas Joska

Bildquelle: Facebook

Andreas Joska ist Grafiker, Künstler und Illustrator. Unter dem Namen MAWNHA (Maschina) beschäftigt er sich damit „Mein Kampf“ in seine einzelnen Buchstaben zu zerlegen und zum Kochbuch „Mein Mampf“ zusammenzusetzen. Er ist Erfinder der „Brazygraphie“, eines Monotypieverfahrens, das es ihm ermöglicht Rorschachmuster nach seinem Willen zu erzeugen. Sein über Kickstarter finanziertes Kartenspiel „Cardemonium – Das Bummerl der Verdammten“ ist gerade in Produktion und bald erhältlich.

Jörg Vogeltanz

Bildquelle: http://kuenstler-leben.com

Jörg Vogeltanz (* 27. August 1968 in Graz) ist ein spartenübergreifender österreichischer Künstler. Ursprünglich Bühnenbildner, wandte er sich 1993 primär dem Genre Comic und Illustration zu und veröffentlichte 1996 in der Grazer Kulturzeitschrift Sterz gemeinsam mit Autor Martin G. Wanko seinen ersten Comic Mahlzeit. Jörg Vogeltanz ist ein Neffe des Geologen, Grafikers und Malers Rudolf Vogeltanz.
Im Jahr 2001 gründete Vogeltanz die comic edition preQuel, einen Kleinverlag für österreichische Comics und Graphic Novels, der 2009 in den gemeinnützigen Verein edition preQuel zur Förderung, Verbreitung und Produktion von Comics, Graphic Novels und anderen Medienformen umgewidmet wurde. Vogeltanz arbeitet außerdem als Lehrbeauftragter für Freies Zeichnen an der Fachhochschule Joanneum, sowie für Computergestützte Entwurfsarbeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz, als Grafikdesigner (u. a. als Covergestalter für den Wiener Milena Verlag) und als Regisseur verschiedener Musikvideos, u. a. für Bandprojekte von Christian Fuchs. Von 2009 bis 2010 fungierte er gemeinsam mit Thomas Ballhausen als Herausgeber der medientheoretischen Buchreihe Sequenzen – Beiträge zu Bild, Sound & Text (edition preQuel). 2012 stellte er außerdem u. a. als Regisseur die Produktion der in Graz spielenden Video/TV/Internet-Serie Pantherion (Mystery) nach 2 Jahren Arbeit fertig.
Er ist Gründungsmitglied des Kunstvereins entrancexit in Graz. Von 2014 bis 2017 fungierte er als Präsident von priores (Alumni-Klub der Kunstuniversität Graz).

Tommi Kuehberger

Geboren 1966 in Villach, wohnhaft in Wien. Kindheit und Jugend im Auswanderungsland Kärnten. Nach abgebrochener Fotografenlehre zwecks Wehrdienstvermeidung viele Auslandsjahre. Diverse Tätigkeiten und eigene Firmen in Bereichen wie Außenwerbung, Fahrzeugbeschriftung, Landschaftsbau, Werbezeichnungen, Comics, Buch-Illustrationen, sowie Comic-Workshops an Schule, bei Comic-Festivals und in Museen. Der rote Faden im grafischen Werk des Tommi Kuehberger liegt in der wiederkehrenden Verwendung der gestalterischen Möglichkeiten der Cover von klassischen Comic- und Pulp-Magazinen, welche ein großese Experimentierfeld für Bild und Schrift bieten.

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