Klassiker · Rezensionen · Thriller/Krimis

Rezension „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie ★★★★

Obwohl Weihnachten schon vorbei ist, stelle ich diesen Klassiker im Rahmen meines Weihnachts-Specials „Retro Christmas“ vor. Wenn Ihr also Lust habt noch weiter mit Büchern, Comics und Games in den 20er, 30er, 40er und 50er Jahre zu schwelgen, dann klickt einfach auf das untere Bild und schon befindet Ihr Euch in der Vergangenheit….

© Pink Anemone

Bei einem Retro-Special darf, meiner Meinung nach, ein Buch von Agatha Christie nicht fehlen. Vor allem, da mit Sicherheit zur damaligen Zeit fast jeder ein Buch dieser Autorin auf dem Nachttisch liegen hatte.

Und nun begeben wir uns mit Miss Marple in die 40er Jahre…

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„Die Tote in der Bibliothek“

40er Jahre / Obwohl nur wenig Miss Marple ein amüsanter Cosy-Crime mit vielen Wendungen

© Pink Anemone
Eine Tote, viele Verdächtige und einige Gerüchte

Es ist sieben Uhr morgens. In der Bibliothek der Bantrys liegt eine Leiche in einem Abendkleid. Wer ist sie? Wie kommt sie hierher? Fragen, auf die weder der Colonel noch seine Frau eine Antwort wissen. Vielleicht kann eine Freundin von Mrs. Bantry helfen – Jane Marple macht sich sofort auf die Jagd. Schnell ist die Leiche identifiziert und das Motiv erkannt: Es ging um Geld, viel Geld. 
Die beiden Damen quartieren sich im Majestic Hotel in Danemouth ein, wo Miss Marple den Täter zur Strecke bringen will – mit viel Gespür und noch mehr Verstand… (Klappentext)

© Pink Anemone

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„>>Doch, doch, von Mord und Totschlag verstehst du was. Sie ist nämlich ermordet worden, erwürgt. Ich finde, wenn schon im eigenen Haus ein Mord passiert, dann kann man ihn doch auch genießen, oder nicht?<<“
(S. 16)

In einem kleinen englischen Dorf ist die Hölle los. Auf Gossington Hall, bei den hochgeschätzten und allseits beliebten Bantrys, wurde die Leiche einer jungen Frau gefunden. Dies auch noch in der Bibliothek auf dem Kaminvorleger – man stelle sich das mal vor!
Das Skurrile daran – keiner im Hause Bantry kennt die junge Dame, welche nur im knappen Abendkleid, stark geschminkt und stranguliert vor dem Kamin liegt.
Mrs. Bantry, welche eine leidenschaftliche Krimileserin ist, findet das zwar sehr verstörend, gleichzeitig aber auch unglaublich aufregend. Sie ruft sofort ihre gute Freundin Jane Marple an, denn jeder weiß, dass Miss Marple eine bessere Spürnase als der gesamte Polizeiapparat hat.
Während über Mr. Bantly bald die wildesten Gerüchte kursieren und die Polizei versucht professionell zu agieren, stürzen sich die beiden Damen in ihre eigenen Ermittlungen und das natürlich auf sehr unkonventionelle Weise.

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„Tatkräftiges Handeln war immer nach Inspektor Slacks Geschmack. Im Auto losbrausen, Leuten, die darauf brannten, ihm alles Mögliche zu erzählen, barsch über den Mund fahren, unter dem Vorwand dringender Notwendigkeit Gespräche abwürgen – das war Slacks Lebenselixier.“
(S. 37)

Dies ist ein typischer Cosy-Crime à la Agatha Christie. Dies bedeutet, dass es allerhand Verdächtige gibt, man auf skurrile Figuren trifft und herrlichen Dialogen folgt.
Agatha Christie schafft es auf ihre ganz besondere Art und Weise die Leserschaft auf falsche Spuren zu führen und dadurch wird man regelrecht animiert zu rätseln und zu ermitteln. Kaum denkt man, man hätte den Täter oder die Täterin enttarnt, kommt es zu einer Wendung und am Ende wird man mit der Auflösung trotzdem überrascht.

© Pink Anemone

Man liest hier aus mehreren Perspektiven und so ist man nicht nur beim Dorfklatsch dabei, sondern auch bei den polizeilichen Ermittlungen und natürlich auch bei denen der beiden Damen.
Es scheint hier wirklich jeder als Täter in Betracht zu kommen, sei es da die Figur unsympathisch ist, scheinbar nicht alles erzählt oder allgemein etwas geheimnisvoll wirkt.
Leider bleibt die allseits bekannte Miss Marple eher im Hintergrund. Ihren wahren Auftritt mit den Ergebnissen und somit auch der Lösung, hat die Dame erst am Ende des Buches.

© Pink Anemone

„>>Eine offene Anklage ist EINE Sache, damit wird ein Soldat leicht fertig. Er ist empört, aber er kann kämpfen. Getuschel hinter seinem Rücken ist etwas ganz anderes – es wird ihn vernichten, ihn und seine Frau. Sie sehen also, Sir Henry, wir MÜSSEN die Wahrheit finden!<<“
(S. 106)

Fazit:
Obwohl dies ein Miss-Marple-Krimi ist, ist sie hier eher eine Randfigur, was mich etwas enttäuschte. Dennoch habe ich mich bei diesem Cosy-Crime aus der Feder von Agatha Christie köstlich amüsiert und habe die Handlung und somit die Ermittlungen gespannt und mit Neugier verfolgt.
Meiner Meinung nach nicht der beste Krimi von der Queen of Crime und doch lesenswert, denn bei Agatha Christie wird selbst eine eingefleischte Krimi- und Thriller-Leserin wie ich, immer wieder durch die vielen Wendungen und die Lösung überrascht.

© Pink Anemone

© Pink Anemone

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Leseprobe

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Weitere Buchinformationen
  • Herausgeber: Atlantik; 1. Edition (8. September 2014
  • Originaltitel: „The Body in the Library“
  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • ISBN-10: 3455650058
  • ISBN-13: 978-3455650051
  • Preis: 12,00€ (Stand vom 27.12.2020)
  • Auch erhältlich als: E-Book und HB
© Pink Anemone

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Bereits rezensierte Werke der Autorin

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Autoren-Info
Bildquelle: marieclaire.co.uk

Agatha Christie erschuf den modernen britischen Kriminalroman. Sie schrieb 68 Krimis, zahlreiche Kurzgeschichten, zwanzig Theaterstücke, eine Autobiographie, einen Gedichtband und – unter ihrem Pseudonym Mary Westmacott – sechs Romanzen. Sie gilt als die meistgelesene Schriftstellerin überhaupt. Die „Queen of Crime“ verband ihre Lebenserfahrung mit Phantasie, psychologischem Feinsinn, skurrilem Humor und Ironie. 1971 in den Adelsstand erhoben, starb sie im Alter von 85 Jahren am 12. Januar 1976.

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9 Kommentare zu „Rezension „Die Tote in der Bibliothek“ von Agatha Christie ★★★★

    1. Hallo,
      oh vielen Dank für den Tipp. Hab mir das Buch gleich mal aufgeschrieben.
      Es ist ja nicht so, dass die Story dadurch weniger toll ist, aber wenn man sich auf Miss Marple freut, dann will man auch Miss Marple sehen *g*.

      Liebe Grüße aus Wien
      Conny

      Gefällt mir

  1. Hallöchen Conny,

    wieder einmal eine gelungene Vorstellung, die Lust auf mehr macht. irgendwann kann ich micht nicht mehr gegen Agatha christie wehren. Ich habe eindeutig zu viele Empfehlungen bekommen und immer noch nix von ihr gelesen.
    Ich schwöre, eines tages mache ich es wieder gut.

    Liebe grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Tina,
      ja unbedingt musst Du mal Agatha Christie lesen, aber eventuell nicht unbedingt dieses Buch. Es ist wirklich nicht ihr bestes. Und übrigens, es ist auch bei mir gerade mal das 3. Buch von ihr und Bücher laufen ja nicht weg. *gg*

      Liebe Grüße aus Wien
      Conny

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        1. Hallo Tina,
          also mir wurde „Das Schicksal in Person“ empfohlen, wenn es eine Story mit Miss Marple sein soll. Ich habe jedoch „Morphium“ und „Das Krumme Haus“ auf meinem SuB, also wird es wohl eines dieser beiden sein, was ich als nächstes lesen werde.
          Vielleicht finden wir ja irgendwann Zeit eines der beiden Bücher gemeinsam zu lesen, falls Du Dir eines davon kaufen möchtest.

          Liebe Grüße
          Conny

          Gefällt mir

          1. Danke für die Empfehlungen.
            Hab überlegt, vielleicht ganz von vor anzufangen. Also mit dem allerersten Buch.
            Ich muss mir mal nen Überblick beschaffen.
            Gemeinsam lesen finde ich auch eine schöne Idee. 🙂
            Wenn du mit einem der beiden Bücher planst, dann sag mir Bescheid. Ich schau dann, ob das bei mir passt und besorgt mir das Buch dann.

            Ein schönes Wochenende

            Gefällt 1 Person

          2. Ich muss auch schauen, ob ich nicht in der Reihenfolge lese und ob ich dann mit der Marple- oder mit der Poirot-Reihe beginne. Mit was würdest Du anfangen wollen? Und vielleicht möchte noch jemand mitlesen und wir machen eine kleine Miss Marple- oder Detektice Poirot-Leserunde.

            Liebe Grüße aus dem verdammt kalten Wien
            Conny

            Gefällt mir

          3. Vielleicht ist der Reihenfolge nach die beste Idee.
            Entscheidungen sind nicht gerade meine Stärke. Beide Charaktere bieten sicherlich Grund genug zum Schwatzen. Such du aus 😉 Ich folge dir.

            Liebe Grüße zurück aus dem inzwischen nassen Leipzig.

            Gefällt 1 Person

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