Küchenschlacht · Süße Sünden

Scottish Shortbread-Cookies

Das Shortbread ist ein schottisches süßes Mürbteiggebäck.
Das klassische Rezept besteht aus einem Teil Zucker, zwei Teilen Butter und drei Teilen Mehl. Traditionell wurde der Teig zu einer Rolle geformt und daraus einfach ca. 1cm breite Stücke abgeschnitten, mit einer Gabel eingestochen, in Kümmel gewälzt und gebacken.
Da ich Kümmelkörner so gar nicht ausstehen kann, habe ich davon abgesehen und weiters keine Rolle geformt, sondern Kekse ausgestochen.

Dieser Teig ist unserem Mürbteig nicht unähnlich, ist jedoch ohne Vanillezucker, Zitronenzesten und auch ohne Ei. Wie so mancher Hobbybäcker richtig vermutet, wurde das eine sehr bröselige Angelegenheit, die mich fast in den Wahnsinn trieb. Der Teig fiel ständig auseinander und ließ sich nicht mal zu einer Rolle formen und auch nach dem Ruhen im Kühlschrank wurde es nicht besser. Ich habe wirklich Blut geschwitzt, hatte ich doch eine fixe Vorstellung wie meine Shortbread-Cookies aussehen sollen. In meiner Küche wurde geflucht, Haare gerauft, mit Sachen geschmissen (darunter auch das ein oder andere Teigstück) und dahingrummelnd herumgeknetet. Schließlich schaffte ich es doch ein paar vorzeigbare Shortbread-Hunderln zu kreieren.
Ursprünglich waren es 30 Stück, davon zerbröselten bereits vor dem Backen 5 Stück und beim Herausheben aus dem AktiFry gleich nochmal 7 Stück. Was den Geschmack angeht, sind sie jedoch perfekt und schmecken sogar nen Tick besser als die aus einem britischen Shop.

Weshalb ich Euch das überhaupt erzähle und nicht einfach so tue, als hätte alles reibungslos funktioniert? Weil es in keiner Küche perfekt zugeht und in jeder Küche wird bei dem ein oder anderen Rezept Blut und Wasser geschwitzt..vor allem in meiner *g*. Wenn man herumexperimentiert ist das nun mal so und außerdem grinsen jetzt sicher einige von Euch bei der Vorstellung wie ich schimpfend und fluchend mit Teigresten herumwerfe. Tja, i love to entertain you *g* und in diesem Sinne ab zum Rezept…

© Pink Anemone

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Zutaten für ca. 30 Portionen (wenn Ihr Euch besser anstellt als ich)

© Pink Anemone
  • 200g Butter, Zimmertemperatur
  • 100g Feinkristallzucker
  • 300g Mehl
  • eine Prise Salz
  • 1 Pkg. Vanillezucker (im Originalrezept nicht enthalten, dafür Kümmelkörner)

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Zubereitung:

  • Alle Zutaten in einer Schüssel zu einem Teig kneten (dabei erstmal anfangen zu fluchen, weil Ihr merkt, dass sich dieser Teig etwas anders verhält als ein Mürbteig)
© Pink Anemone
  • Falls Ihr traditionelles Shortbread machen wollt, dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und für ca. 1 Std. in den Kühlschrank legen. Falls Ihr jedoch, wie ich, Kekse ausstechen wollt, dann einfach den bröseligen Teig wieder zurück in die Schüssel geben, ein paar Mal darauf einprügeln, Frischhaltefolie darüber und ebenfalls für 1 Std. im Kühlschrank ruhen lassen.

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  • In der Zwischenzeit das Backrohr auf 170°C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Bei AktiFry ist das Vorheizen nicht notwendig. Den Grillrost einfach mit einem zugeschnittenen Backpapier auslegen.

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  • Nach 1 Std. den Teig aus dem Kühlschrank nehmen. Wie schon erwähnt, würden traditionsmäßig nun 1cm breite Scheiben von dieser Rolle abgeschnitten und diese mit Kümmel bestreut.
    Ich hingegeben habe den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche auf eine Dicke von ca. 0,5cm – 1cm ausgerollt, mehr oder weniger mit Erfolg, weil das Scheißteil immer wieder auseinander fiel, und Kekse ausgestochen. Diese Hunde-Ausstechform findet Ihr übrigens beim großen A HIER. Dabei immer darauf achten, dass Ihr den Teig ebenfalls mit Mehl bestäubt und ebenso immer wieder die Arbeitsfläche darunter, sonst klebt der Teig sofort an.
© Pink Anemone
  • Die Kekse bzw. die Shortbread-Scheiben ca. 15 Min. backen / Aktifry bei 170°C für ca. 10 Min. Danach unbedingt noch auskühlen lassen, da der Teig heiß noch sehr weich ist und bricht oder auseinander fällt, wie ich selbst fluchend erfahren durfte.
© Pink Anemone

Und TADAAAAAA, fertig sind die 18 Stück von 30.

© Pink Anemone

Der Geschmack hat mich etwas über das ganze Ärgern etwas hinweggetröstet, denn die Shortbread-Kekse schmecken einfach himmlisch. Dazu ein Tässchen Tee und die Nerven beruhigen sich wieder.

Ich hoffe bei Euch wird es besser laufen und vielleicht habt Ihr den ein oder anderen Tipp und/oder Trick für mich, wie es mit diesem schottischen Mürbteig besser laufen könnte, ohne das es zwischen mir und dem Teig ein Battle gibt.

 

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Falls Ihr noch Lust auf weitere schottische Rezepte habt oder auch vielleicht den einen oder anderen schottischen Autor / schottische Autorin kennenlernen wollte, dann stöbert Euch doch durch mein Special It goes to Scotland. Im Laufe des Monats September wird sich dieses Special mit Rezensionen, Rezepten, einem Porträt von Arthur Conan Doyle und dem ein oder anderen Film-Tipp füllen.

Viel Spaß beim Stöbern

Eure

Pink Anemone

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13 Kommentare zu „Scottish Shortbread-Cookies

  1. Ich finde es so sympathisch, dass du auch darüber schreibst was schief gelaufen ist. Das kenne ich auch von dem einen oder anderen Rezept, denn ich bin absolut keine Küchenfee. Aber gerade das sind ja die Geschichten die man dann immer wieder mit einem Lächeln erzählt und am Ende sind ja dann doch ein paar schöne Kekse dabei heraus gekommen. Ich muss gestehen, dass ich Shortbreads noch nie gegessen habe, aber unbedingt einmal probieren möchte. Die schmecken bestimmt lecker.

    Lg Nicole
    litnetzwerk

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Nicole,
      wie schön, dass Du vorbeischaust.

      Naja, solche Küchen-Hoppalas müssen doch auch echt mal gesagt und auch veröffentlicht werden. Die Meisten haben absolut geniale Bilder und bei denen ist immer alles sooo einfach, aber wenn man es selbst probiert, dann kommt man aus dem Haareraufen nicht mehr raus und zweifelt an sich selbst. Das muss doch nicht sein. Ich schreibe auch, wenn mir ein Gericht nicht sonderlich geschmeckt hat, oder ob es aufgewärmt besser schmeckt als frisch gekocht.
      Und stimmt, jetzt kann ich auch darüber lachen, aber als ich da in der Küche stand und mir die Teigbröseln um die Ohren geflogen sind..puhh. XD

      Shortbread schmeckt ähnlich wie unsere Mürbteigkekse, nur sind sie dicker und seehr lange haltbar (das fehlende Ei hat zwar beim Teigkneten Nachteile, aber dadurch halten die Kekse auch länger).

      Vielen Dank für Deinen Besuch :-* Ich werde vermutlich heute Nacht oder morgen Abend vorbeischauen. Ein Wochenende für litznetzwerk ist immer viiiel zu kurz 😉

      Liebe Grüße aus Wien,
      Conny

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  2. Kümmel? Im Ernst? Da schüttelt’s mich ja gleich. Okay, ich kenne bisher nur gekauftes Shortbread, aber zum Glück bin ich bisher nur auf die Variante ohne Kümmel gestoßen. Und wenn ich Deinen sehr amüsanten Back-Bericht lese, wede ich wohl auch dabei bleiben, das Shortbread zu kaufen. Obwohl Deine Hundis schon witzig aussehen und sicher auch sehr lecker schmecken.
    LG Gabi

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    1. Geschmeckt haben sie toll und irgendwie kann ich ja froh sein, dass einige zerbrochen sind. Die haben nämlich dann mir gehört XD
      Ich werde aber…eventuell…in paar Monaten..noch das Rezept von Hasirasi probieren. Bis dahin bleibe ich auch bei der gekauften Variante *g*.

      Gefällt 1 Person

  3. Das ist ein toller Post, den ich gern gelesen habe und der mich auch sehr zum Lachen gebracht hat. 🙂 Danke, denn auch ich habe mal ein Rezept gehabt, das ohne Ei eine einzige Bröselei wurde. Wie man dann in der Küche flucht ist mir also bekannt. Ich habe dann den gesamten Teig einfach ausgerollt und dort hinein Streifen gerädert. Dann gebacken und hinterher nach dem Auskühlen auseinandergebrochen. Es schmeckte gut, sah aber doof aus. Egal! Deine Hunde sehen einfach super aus. Da muss ich dir gratulieren.

    Was mich hier wundert, Kümmel würde ich nie für Kekse verwenden, auch wenn ich ihn ansonsten mag. Komisch, ist mir in England noch nicht untergekommen.

    LG Barbara

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    1. Ich bin ja froh, dass es auch anderen manchmal so geht wie mir. Dachte schon ich wär zu doof für diesen Teig *g*.
      Deine Variante klingt ja auch toll und vor allem einfacher. An das habe ich gleich gar nicht gedacht. Sollte ich vielleicht nächstes Mal versuchen. Also danke für diesen tollen Tipp.

      Das mit dem Kümmel ist vermutlich auch nur in Schottland gängig und ist eine Ur-Version der Shortbreads. Bei uns gibt es ja auch diese Kümmelkekse, aber die sind salzig…und mag ich genauso wenig. Den Kümmel in Kombination mit süßem Teig kenne ich auch nicht.

      Liebe Grüße und danke für’s Vorbeischauen :-*
      Conny

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  4. Das sieht wieder sehr lecker aus und die Deko und Präsentation ist wieder einmal exzellent. Na ja, bis auf den schnöden weißen Teller, der ist mir zu bieder. Und ich weiß, dass du das besser kannst.^^ Du hast so ein entzückendes Teeservice.

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